Ibrahima Diakité lacht: Nach längerer Verletzungspause ist der frühere 08-Torjäger wieder fit und könnte am Samstag in der Bahlinger Startformation stehen. Foto: Imago/Jan Hübner

Wie kurz vor dem Pokalfinale die Gefühlswelt beim Bahlinger SC aussieht. Nach dem Abstieg aus der Regionalliga möchte das Team in Offenburg eine Trotzreaktion zeigen.

Es sind bewegte Wochen für den Bahlinger SC. Nach zuletzt insgesamt sechs tollen Jahren Regionalliga müssen die Kaiserstühler in die Oberliga zurückkehren. Mit 22 Punkten verabschiedete sich der BSC am letzten Spieltag vor wenigen Tagen aus der Liga mit der Roten Laterne.

 

Mit großer Freude, aber auch Demut hat der Traditionsclub diese Zeit in der Viertklassigkeit genossen. Der Abstieg bedeutet sportlich und vor allem wirtschaftlich keinen Weltuntergang. Der Bahlinger SC ist seit vielen Jahren bekannt für Konstanz, Stabilität und Seriosität. Der Vorsitzende Dieter Bühler arbeitet mit seinem Vorstandsteam unaufgeregt. Eines der großen positiven Merkmale des Clubs.

Die Gründe für den Abstieg

Die Realität in der Regionalliga Südwest sah einfach so aus, dass die Liga wirtschaftlich immer mehr zu einer Zweiklassen-Gesellschaft wird. Dass ein Club wie die Offenbacher Kickers mit seinem sehr hohen Etat nur auf dem ersten Nichtabstiegsplatz die Saison abschloss, sagt schon vieles aus.

Die weiteren Gründe für den Bahlinger Abstieg: Viel Verletzungspech, nur einige Neuzugänge passten und ein Trainer (Ex-Profi Stefan Reisinger), mit dem es zwar menschlich, aber sportlich einfach nicht passte.

Im März übernahm der frühere Bahlinger Spieler und zuletzt Auggener Trainer Marco Schneider und sorgte stimmungs- und leistungsmäßig für eine kleine positive Wende im BSC-Kader. „Dabei war es keine einfache Situation. Uns drohte bereits der Abstieg.“

Die Bahlinger Mannschaft hat den Abstieg abgehakt. Im Vorfeld des Pokalfinales breitete sich in den vergangenen Tagen intern Zuversicht aus, die Saison mit dem dann fünften Pokalsieg der Vereinsgeschichte versöhnlich abzuschließen. Aber der Respekt bei den Bahlingern vor dem FC 08 ist groß. Knapp 1000 Fans dürften den BSC am Samstag (13.30 Uhr, umfangreicher Liveblog auf www.schwarzwaelder-bote.de) nach Offenburg begleiten.

Die BSC-Pokalgeschichte

Von 2015 bis 2025 musste der Bahlinger SC nach seinem dritten Pokalerfolg auf den vierten Triumph in Südbaden warten. Eine lange Durststrecke, die die Verantwortlichen nervte. Dieses Trauma wurde erst zehn Jahre später mit dem Finalsieg (5:3 nach Elfmeterschießen) gegen den FC Auggen beendet.

Im DFB-Pokal schrieben die Badener einige interessante Kapitel in all den Jahren. Beim Debüt in der Saison 2002/03 schaffte Bahlingen nach einem 1:0 gegen Alemannia Aachen sogar den Sprung in die 2. Hauptrunde. Hier kam dann gegen den SV Waldhof Mannheim (1:2) das Aus.

Im August 2012 war in der 1. Hauptrunde der VfL Bochum zu Gast an der berühmten „Ponderosa“. Pech hatten die Bahlinger bei ihrer dritten DFB-Pokalteilnahme in 2014, als sie gegen den SV Sandhausen erst nach Elfmeterschießen mit 1:3 unterlagen.

Nach dem Pokalsieg im Vorjahr sahen 4000 Zuschauer in Bahlingen dann ein 0:5 im DFB-Pokal gegen den 1. FC Heidenheim.

Wie es weitergeht

Dieses Landespokal-Finale am Samstag in Offenburg gilt für die Bahlinger als Aufbruch in ein neues Kapitel. Der Kader soll in der Oberliga im Großen und Ganzen zusammenbleiben, wobei die Zukunft der beiden Ex-Nullachter Samet Yilmaz und Ibrahima Diakité, die in dieser Saison einiges Verletzungspech hatten, noch offen ist.

Die Vertragsverlängerung von Trainer Marco Schneider ist vor dem Pokalfinale vielleicht schon fix. Schneider könnte auch gleichzeitig Sportdirektor in der neuen Saison sein. Wahrscheinlich bleibt als Co-Trainer auch „Urgestein“ Milo Pilipovic.