Filmemacher Dietmar Nill zeigt in seiner Naturdokumentation „Was uns die Alb erzählt“, wie außergewöhnlich dieses Fleckchen Erde eigentlich ist. Foto: K. HinzeAlb

Das sagt Filmemacher Dietmar Nill im Gespräch mit unserer Redaktion über die Besonderheit in seiner Naturdokumentation „Was uns die Alb erzählt.“

Steile, dicht bewachsene Hangwälder und oben die weitläufigen Albhochflächen, dazwischen immer wieder Wiesen, Felder und Streuobstwiesen: Für viele ist dieses ein nur allzu vertrautes Landschaftsbild. Das ist Heimat.

 

Wer sich auch mal in die große weite Welt hinaus wagt stellt zwar fest, dass all das so oder so ähnlich auch anderswo zu finden ist. Nur eben nicht so. „Die Mischung macht’s“, sagt Dietmar Nill. „Das gibt es sonst nirgendwo.“ Und er muss es wissen: Als professioneller Naturfotograf und Filmemacher hat ist er schon viel in der Welt herumgekommen, unter anderem wegen seines Spezialgebiets – Fledermäuse hat er in vielen Ländern mit wissenschaftlichem Beistand fotografisch erforscht und festgehalten.

Einzigartige Vielfalt

Nun ist der Öschinger (Kreis Tübingen) wieder heimisch geworden und zeigt in seiner Naturdokumentation „Was uns die Alb erzählt“ das, was die Region zu etwas Besonderem macht: Ihre Vielfalt und die Menschen, die zu einer nachhaltigen Entwicklung beigetragen haben. „Auf der Alb musste man schon immer kreativ sein, um zu überleben“, sagt Nill. Er taucht ein in Geschichten engagierter Menschen der UNESCO-Modellregion und zeigt die Schönheit der Tier- und Pflanzenwelt. „Ich wollte zeigen, dass Menschen eine große Rolle in der Biosphäre spielen“, sagt Nill. „Sie beeinflussen stets die Natur, die sie umgibt.“

In dem Film geht es auch um die Menschen, die das Biosphärengebiet schon lange prägen. Foto: Nill

Zunächst wurde die Dokumentation in den Lichtspielen Mössingen und im Rahmen eines Open-Air-Kinos auf dem Mössinger Löwensteinplatz vorgestellt. Die Lichtspiele waren mit knapp 300 Besuchern restlos ausverkauft – zum Open-Air-Kino kamen 500 Zuschauer. Jegliche weitere Vorstellung waren ebenfalls oft so stark gefragt, dass so mancher Kinobetreiber einige Besucher sogar wieder nach Hause schicken musste.

„In Mössingen waren es rund 40 Leute, die keine Tickets bekamen“, erzählt Nill. Der Film wird in den kommenden Wochen unter anderem in Münsingen, Metzingen, Bad Urach, Geislingen/Steige, Reutlingen, Rottenburg, noch mal in Mössingen und sogar in Stuttgart, Karlsruhe und Baden-Baden gezeigt. Die Abstimmung mit den Kinos läuft aktuell.

Am 19. November in Balingen zu sehen

Am Mittwoch, 19. November, läuft die Dokumentation auch zweimal im Bali Kino in Balingen. Los geht’s um 17.30 Uhr und um 19 Uhr, als Regisseur wird Nill wird in den Film einführen und nach jeder Vorstellung für Fragen zur Verfügung stehen.

Kein Amateurprojekt

Die Premiere des Films fand Ende Juni mit vielen geladenen Gästen auf der Burg Hohenneuffen statt. Der Filmemacher betonte dort, dass das Biosphärengebiet Schwäbische Alb eine einmalige Natur- und Kulturlandschaft zu bieten hat und sich die Menschen glücklich schätzen können, einen solchen „Schatz“ direkt vor der Haustüre zu haben. Drei Jahre lang hat er an dem 90-minütigen Film gearbeitet. „Das war sehr aufwendig“, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Allein die Kameras – das Neuste vom Neuen – kosten zwischen 50- und 100 000 Euro.

Fledermäuse beim Fliegen gefilmt

„Damit kann man aber natürlich viel machen“, so Nill. „Zum Beispiel Fledermäuse bei Nacht beim Fliegen filmen – in Zeitlupe.“ Das sei etwas ganz Besonderes. „Oder den schnellsten Vogel der Welt, den Wanderfalken“, fügt er hinzu. „Das sind absolute Highlights.“

Nill arbeitet derweil bereits an seinem nächsten Projekt. „Diesmal will ich auch die Region um die Schwäbische Alb herum miteinbeziehen, auch einige Orte im Zollernalbkreis stehen da auf meiner Liste. Mehr will Nill aber noch nicht verraten.