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Film über Westweg Dobel kommt auf der Kinoleinwand groß raus

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Das Sonnentor - eine beliebte Kulisse für zwei unterschiedliche Westweg Liebhaber. Während Michael Füttere die Strecke als Läufer absolviert, konzentrieren sich Naturfilmer Marco Rupert und seine Frau auf die Details, um feinfühlig und facettenreich Geschichten aus dem Schwarzwald zu erzählen Foto: Zoller

Kameras stehen am Sonnentor in Dobel. Dahinter der Naturfilmer Marco Ruppert. Wieso er sich ausgerechnet den Dobel zum Filmen aussucht, erfahren Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Dobel - Für seinen neuen Film über den Westweg hat sich der gelernte Grafikdesigner Marco Ruppert akribisch vorbereitet. Mit viel Literatur und noch mehr Recherchearbeiten ist eigens dafür ein Drehbuch entstanden, das sich nicht nur mit dem klassischen Höhenweg beschäftigt, der auf 285 Kilometern von Pforzheim nach Basel führt.

"WildWestwegs" heißt der Film, der im ersten Teil unter anderem darüber berichtet, warum auf dem Dobel die Geologie eine historische Bedeutung hat, die Volzemer Steine den stolzen Namen Champagnersteine tragen und das Dobler Wahrzeichen noch heute steht. Für die weiteren Teile mit eindrucksvollen Entdeckungsreisen an oft unscheinbare Plätze, an denen sich die Natur entfalten kann, sind nun insgesamt drei Jahre eingeplant. Es sollen Tiere wie der Luchs und der Wolf beobachtet und die Klimaveränderung und das Artensterben entlang des Westwegs dokumentiert werden.

Gedreht wird mit hochauflösenden professionellen Filmkameras. Für extreme Perspektiven kommt auch Spezialmaterial wie ein Schnorchelobjektiv zum Einsatz, das in kleinste Spalten und Löcher vordringen kann, um beispielsweise Insekten zu filmen. Der technische Aufwand ist enorm. Wärmebildkameras, Zeitraffer, Zeitlupe, Drohnen und ferngesteuerte Kameras kommen zum Einsatz. Ruppert: "Wir gehen den Westweg in Teilen mehrfach, um verschiedene Jahreszeiten einzufangen und weil eine Anfahrt oftmals nicht möglich ist tragen wir zu den abgelegenen Drehorten bis zu 40 Kilogramm Gepäck."

Kinopremiere soll im Herbst 2022 sein. Doch bis es so weit ist, trägt Marco Ruppert als Produzent und Regisseur des Films gemeinsam mit seiner Frau auch die dadurch entstehenden Kosten. Durch den Verkauf von Bio-Baumwolle Shirts, Tassen, Mützen, und Taschen mit Naturmotiven aus ihren Filmen soll die WildWestweg Produktion mit ihrem neuen Shop unterstützt werden.

Beliebt in Corona-Zeiten

Vom Schwarzwaldverein im Jahr 1900 als erster Fernwanderweg angelegt, bietet der Westweg seit nunmehr 120 Jahren auf dem Höhenrücken des Schwarzwalds eine teilweise recht anspruchsvolle Streckenführung, die viele Naturfreunde aus nah und fern anlockt. Insbesondere im Corona-Jahr ist der Fernwanderweg ein beliebtes Objekt – auch für Läufer.

"Ich habe das Traumwetter genutzt, um die erste Westweg-Etappe von Pforzheim auf den Dobel zu laufen", sagt Michael Fütterer aus Leimersheim im Film. Der durchtrainierte Sportler, der bereits europaweit längere Strecken gelaufen ist, kam punktgenau durch das Dobler Sonnentor, als Ruppert seine Kamera positionierte. Allerdings zählt Fütterer nicht zu denjenigen, die sich damit begnügen, die erste Etappe nur einmal zu bewältigen. Er hatte sein Auto in Pforzheim geparkt und lief in die Goldstadt, was summa summarum eine Tagesstrecke von 52 Kilometern bedeutet. Ruppert folgte Fütterers Ausführungen schmunzelnd, denn er kennt die schweißtreibenden Etappen und weiß, dass bei seinem Filmprojekt noch viele weitere Kilometer mit schwerem Gepäck und Kameraausrüstung auf ihn warten.

"Die Idee zum neuen Filmprojekt ist entstanden, als der Alb-Film langsam auslief und wir wieder Zeit hatten, uns mit etwas Neuem zu beschäftigen", so Ruppert, der über seine Wandererfahrungen berichtet: "2009 haben wir angefangen, den Westweg in Etappen zu erkunden. Und weil wir das gemeinsam mit Freunden geplant und unternommen haben, hat sich die Tour über mehrere Wochenenden bis 2014 hingezogen." Was blieb, das waren beeindruckende Naturmomente und das Gefühl von Abenteuer.

Schwarzwald im Wandel

Tief in Rupperts Bewusstsein eingeprägt hat sich allerdings die Erkenntnis, dass sich der Schwarzwald im Wandel befindet. "Was einst jahrhundertelang als Lebensgrundlage für Menschen und Tiere diente, ist heute bei den Abenteuertrips von Ausflüglern nur noch eine Randerscheinung", so sein Tenor. Insbesondere in Coronazeiten stehe die Natur aber stärker im Fokus der Gesellschaft. Ruppert: "Die Leute stürmen zu Hunderttausenden in den Schwarzwald und nehmen die meist kleinen und sensiblen Lebensräume der faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt am Wegesrand kaum wahr."

Hier spürt man die Leidenschaft, die aus dem Filmemacher spricht, der den visuellen Blick aus seiner beruflichen Laufbahn dafür einsetzt, um feinfühlig und facettenreich Geschichten aus dem Wald zu erzählen. Sein Herz schlägt für die wahren Begebenheiten und eine Dokumentation, die die Realität abbildet. Sein Ziel ist eine Naturdokumentation, um die Menschen zu sensibilisieren. Ruppert: "Man lernt allein durch die Recherche viele interessante Menschen kennen, die in speziellen Fachbereichen ein Wahnsinnswissen haben. Sie bringen uns das näher und wir versuchen es dann wiederum filmisch zu transportieren." Mit einem großen Kompliment an seine Frau Katrin, die sich hauptsächlich um die Organisation kümmert und seine Leidenschaft für die Natur und das Filmemachen teilt, ergänzt Ruppert: "Wir fungieren sozusagen als Übersetzer der Wissenschaft, um Groß und Klein auch das verständlich zu machen, was im Mikrokosmos passiert." Das spannende Hobby und der Entdeckerdrang wurden bei Ruppert bereits in Kindertagen geweckt. "Wer kennt nicht die tollen Dokumentationen von Sielmann, der mit seinen Filmen die Welt bewegte?", fragt er.

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