"Narren" lockt einige Besucher ins Kinoparadies. Foto: Wagner

Einem Kino voller Narren präsentierte Andreas Richter in seinem Oberndorfer Kinoparadies am Sonntag einen bemerkenswerten Film über die Rottweiler Fasnet und gestattete ihnen damit einen Blick hinter die Kulissen des närrischen Spektakels.

Oberndorf - Die Stuttgarter Filmemacherinnen und Grimmepreis-Trägerinnen Sigrun Köhler und Wiltrud Baier hatten die Ereignisse rund um die Rottweiler Fasnet über drei Jahre hinweg mit der Kamera begleitet und daraus diesen sehenswerten Streifen geschaffen.

Mit viel Humor und einem liebevollen Blick für Details und Besonderheiten entstanden Hunderte von Stunden Filmmaterial, die dem Zuschauer im Zusammenschnitt einen Einblick in die Hintergründe und Feinheiten der Fasnet in der ältesten Stadt Baden-Württembergs gaben.

Wie Masken und Narrenkleider entstehen

Das Publikum erlebte hautnah mit, wie Masken und Narrenkleider entstehen, lernte die strengen Regeln der Kleiderabnahme kennen und erlebte wie zu den Klängen des Rottweiler Narrenmarsches die durchs schwarze Tor strömenden Gschell, Federahannes, Schantle und auch Benner-Rössle Gänsehautgefühl erzeugen.

Viele konnten beim Narrenmarsch nicht mehr stillsitzen und juckten auf ihren bequemen Kinositzen. Für viele Oberndorfer Narren, darunter auch deren Präsident Marco Pfisterer mit Elferrat, war der Kinobesuch am Sonntagmorgen eine Pflichtveranstaltung, galt es doch zum einen damit den Viererbundkollegen aus Rottweil die Ehre zu erweisen und zum anderen erinnerten doch viele Szenen des Filmes auch an die eigene Fasnet.

Sorge um Fasnet 2022

Aber auch närrisches Volk aus den Nachbargemeinden war gekommen, um nach langer Pause wieder einmal die fünfte Jahreszeit zumindest zu fühlen, weiß man doch derzeit nicht, ob man an der kommenden Fasnet Gelegenheit dazu haben wird.

Auch die Macher des Filmes Sigrun Köhler und Wiltrud Baier hatten es sich nicht nehmen lassen zur Vorführung ihres Dokumentarfilmes nach Oberndorf zu kommen. Zusammen mit dem Zunftsäckelmeister der Rottweiler Zunft, Stefan Roth, gab es ausgiebige Informationen zur Entstehung des Werks und auch Fragen aus dem Publikum wurden gerne beantwortet.

Zwischen James-Bond-Plakaten

Der Film ist bereits in zahlreichen deutschen Kinos gelaufen, und die Regisseurinnen berichteten, dass der Streifen mancherorts zwischen Plakaten von James Bond-Filmen angekündigt wurde. Wie der Kinoheld, werde wohl auch die Fasnet nie sterben, erklärten sie schmunzelnd.

Sigrun Köhler und Wiltrud Baier hatten vorher mit der Fasnet absolut nichts am Hut, erzählten sie dem Publikum. Sie schafften es aber trotzdem mit ihrem Film, das Geheimnis der Faszination der Fasnet etwas zu lüften und zu erklären, weshalb so viele Menschen das ganze Jahr auf dieses Event warten. Dies, obwohl die Kostüme der Narren teuer, die Holzmasken etwas unbequem und die Regeln streng sind.

Andreas Richter bedankte sich bei den Regisseurinnen mit Blumen und wies darauf hin, dass der Film am Mittwoch, 24. November, um 20 Uhr nochmals zu sehen sein wird.