Der Film „Rottweil – eine meiner Heimaten“ erzählt von Ankommen und Sehnsucht. Wie man sich in einer neuen Kultur zurechtfindet. Und wie man die alte Heimat trotzdem nie ganz loslässt.
Rottweil ist Heimat für Menschen aus aller Welt. Ein Filmprojekt zeigt die Geschichten einiger von ihnen, ihrem oft nicht einfachen Ankommen und Zurechtfinden in der neuen Heimat und auch von der Sehnsucht nach ihrer alten.
Heike Teufel vom katholischen Bildungswerk, Janina Niefer vom evangelischen und Christine Ott-Vollmer von der Fachstelle Integration der Stadt Rottweil haben das Projekt initiiert und ganz unterschiedliche Menschen gefunden, die dabei mitmachten.
Da ist Serap aus der Türkei, deren Mutter in Donaueschingen als Ärztin arbeitet und die ihre Oma und das Essen zuhause vermisst.
Da ist Rasiq aus Afghanistan, der monatelang zu Fuß unterwegs war und unterwegs erlebte, wie Frauen, Kinder starben – „man will allen helfen, aber man kann nicht“, sagt er.
Und Lynda aus Irland, die hier auf Tournee war, dann für ein halbes Jahr als Englischlehrerin zurückkam – und der Liebe wegen ganz blieb.
Da ist Alicja aus Polen, die als kleines Mädchen im Übergangswohnheim an der Lehrstraße landete und damals hoffte, dass sie nicht dort bleiben musste – und die heute als Theologin hier arbeitet und ihre Familie hat. Die bei der Frage, welche Lieder ihr wichtig sind, ein altes polnisches Lied und dann den Narrenmarsch singt.
Oder Khalil aus Guinea, der auf Asyl hofft und „Waka Waka“ anstimmt. Da sind aber auch die Ängste um die Menschen, die sie zurückgelassen haben.
Einprägungen von früher
Und die Geschichten, die sie erzählen wollen und dürfen. Rasiq, der inzwischen als Gärtner arbeitet und eine eigene Familie hat, der begreiflich machen will, wie schrecklich die Menschen, vor allem, die Frauen in Afghanistan unter den Taliban leiden, hungern, von Erdbeben getötet werden.
„Körperlich bin ich hier, meine Seele ist dort“, ist einer der Sätze, der die Zerrissenheit vieler Neu-Rottweiler zeigt. Es geht um das Ankommen, um Menschen, die dabei helfen und andere, die sie ablehnen. Darum, wie schwer es ist, Deutsch oder gar Schwäbisch zu lernen. Es ist auch der Blick von neu Angekommenen auf die Stadt Rottweil und ihre Bewohner, ihre Traditionen. Ein Film, der zum Nachdenken anregt.
Der Film „Rottweil – eine meiner Heimaten“ hat am Freitag, 26. September, um 19.30 Uhr im Central-Kino Premiere, im Rahmen der interkulturellen Woche. Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit den Protagonisten, der Fachstelle Integration und dem Freundeskreis Asyl. Der Film kann danach für Unterrichts- und andere Zwecke ausgeliehen werden.