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Filiale in Bad Liebenzell Post mit Mietzahlungen im Rückstand?

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Wann gibt es in Bad Liebenzell wieder eine Postfiliale? Derzeit ist das unklar. (Symbolfoto) Foto: Berg

Neue Details im Zoff um die Postfiliale in Bad Liebenzell: Offenbar zögert der ehemalige Staatskonzern die Wiedereröffnung bewusst hinaus - und ist mit Mietzahlungen in Rückstand. Mehr zu den Vorwürfen lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Bad Liebenzell - Immerhin: Eine Annahmestelle der Deutschen Post für Pakete gibt es in Bad Liebenzell noch, untergebracht in einer Tankstelle am Bahnhof. Dort wollte Hermann B. (Name geändert) eigentlich ein Paket nach Großbritannien verschicken, doch angenommen werden nur Sendungen innerhalb Deutschlands. "Ein Versand nach Großbritannien musste deshalb über die Postfiliale in Calw erfolgen", schreibt uns der Leser, der in der Filiale an der Unteren Brücke Zustände zu Gesicht bekam, die in Corona-Zeiten eigentlich nicht sein dürften: "Die Warteschlange von fast 30 Menschen führte mich zu der Erkenntnis: Eine Filiale am Wohnort ist sehr, sehr angenehm."

Konzern spart Kosten

Dass die Deutsche Post mit der Wiedereröffnung einer Filiale in Bad Liebenzell weiter auf sich warten lässt, erstaunt Achim Stark. Der Geschäftsführer der gleichnamigen Raumausstattungsfirma vermietete mehr als zehn Jahre lang - als Privatmann, nicht als Firmenchef - Räumlichkeiten in der Wilhelmstraße an eine Vertragspartnerin der Post, die dort eine Partnerfiliale betrieb. Ein Konzept, durch das die Deutsche Post Kosten spart: Der ehemalige Staatskonzern arbeitete in der Filiale nicht mit eigenem Personal, sondern die Vertragspartnerin betrieb sie auf eigene Rechnung. Um kostendeckend arbeiten zu können, verkaufte sie zusätzlich Nebenartikel, die mit dem Postgeschäft nichts zu tun hatten. Aus gesundheitlichen Gründen kündigte die Vertragspartnerin im September die Zusammenarbeit mit der Deutschen Post.

Stark, dessen Geschäft sich auf der anderen Straßenseite befindet, konnte beobachten, dass die Postfiliale in Bad Liebenzell viel genutzt wurde: "Das ist gut gelaufen. Schon allein wegen den Großkunden wie zum Beispiel die Liebenzeller Mission." Und so wunderte es Stark auch nicht, dass die Deutsche Post nach der Kündigung der Vertragspartnerin die Räumlichkeiten, in denen bislang die Filiale betrieben wurde, nun selbst mieten wollte, um dort von November 2020 bis zum 30. Juni 2021 eine Filiale zu betreiben - in Eigenregie. Eine für die Deutsche Post teure Übergangslösung, die daher nur bis zum Sommer Bestand haben soll. Bis dahin soll ein neuer Vertragspartner für Bad Liebenzell gefunden sein.

Stark sagt, ihm liege "eine eindeutige schriftliche Aussage" der Deutschen Post vor, dass sie seine Räumlichkeiten ab November 2020 mieten wollte. Doch bereits im Oktober 2020 sei der "gelbe Riese" auf Stark zugekommen und habe angekündigt, nicht schon ab November, sondern erst ab Dezember die Räumlichkeiten der ehemaligen Filiale zu mieten. Bis Weihnachten sollte die neue Filiale ihren Betrieb dann aufnehmen, doch passiert ist das bis heute nicht.

Noch auf der Suche

Für Verwunderung sorgte in dieser Woche die Pressestelle der Deutschen Post, die dem Schwarzwälder Boten mitgeteilt hatte: "In Bad Liebenzell ist leider bis zum jetzigen Zeitpunkt kein geeignetes Geschäft gefunden worden, welches die Postfiliale als Ergänzung zum eigentlichen Geschäft mitbetreiben könnte. Aus diesem Grund laufen derzeit Gespräche mit potenziellen Vermietern bezüglich der Räumlichkeiten für eine Postfiliale, die wir dann mit eigens bei der Deutschen Post eingestelltem Personal führen wollen." Kein Wort davon, dass mit Stark bereits Nägel mit Köpfen gemacht wurden.

Anwalt wird eingeschaltet

"Eine ganz seltsame Geschichte, aber die Post spart dadurch halt Geld ein", sagt Stark. Da die Deutsche Post bislang aber auch keinen Cent Miete überwiesen habe, will der Firmenchef nun einen Anwalt einschalten.

Stark geht es allerdings nicht nur um Mietrückstände: "Mich ärgert das, weil ich die Räumlichkeiten für die Post freihalte und sie mich dadurch blockiert." Zwei Mietanfragen von anderen Unternehmern habe er bereits erhalten und musste eine Absage erteilen. Vor allem aber möchte Stark in das Gebäude investieren - denn es liegt im Sanierungsgebiet. "Ich will das Haus attraktiv machen", sagt der Raumausstatter. Stattdessen zwingt ihn die Passivität der Deutschen Post zur Untätigkeit. Dass die Räumlichkeiten derzeit ungenutzt sind, setzt aus Starks Sicht aber auch städtebaulich ein falsches Zeichen: "Das sieht nicht schön aus, wenn so etwas mitten in Bad Liebenzell brach liegt. Das tut dem Ort nicht gut."

"Immer gutmütig"

Inzwischen bedauert Stark, der Deutschen Post gegenüber so positiv eingestellt gewesen zu sein: "Wir waren immer gutmütig. Wir sind Liebenzeller und wollten, dass der Ort weiterhin eine Postfiliale hat." Davon, sagt der Firmenchef augenzwinkernd, würde er ja auch ganz persönlich profitieren, denn sie hätte sich dann weiterhin einfach nur auf der anderen Straßenseite befunden. Wie es nun weitergeht, weiß Stark nicht. Nur so viel: Er werde in dieser Angelegenheit weiterhin eng mit dem Rathaus zusammenarbeiten. "Wir gehen mit der Stadt zusammen und sind damit immer gut gefahren", meint der Raumausstatter und merkt an: "Für die Post war das hier ganz schlecht fürs Image."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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