Der Bericht liest sich gruselig: Lebensmittelkontrolleure haben beim Obst und Gemüse in einer Norma-Filiale im Kreis Rottweil jede Menge Ungenießbares entdeckt.
Dass man in einer Obst- und Gemüseabteilung auch mal eine faulige Tomate oder andere kleine Mängel findet, kommt vor. Was Lebensmittelkontrolleure jetzt aber bei einer Kontrolle in einer Norma-Filiale im Kreis Rottweil zu beanstanden hatten, ist heftig: Die lange Mängelliste umfasst jede Menge Schimmel, Fäulnis und „1 kg Gurken mit Tausendfüßler“.
Es sei „nicht sicheres, für den Verzehr durch Menschen ungeeignetes Obst und Gemüse zu Verkaufszwecken bereitgehalten beziehungsweise angeboten werden“, heißt es im Bericht der unteren Lebensmittelüberwachungsbehörde des Landratsamts Rottweil.
Die Kontrolle, deren Ergebnis jetzt veröffentlicht wurde, fand demnach bereits am 11. Dezember in der Filiale in Bösingen in der Herrenzimmerner Straße statt.
Das alles wurde gefunden
Gefunden wurden dabei laut der Mängelliste: zwei mal drei Kilo Saftorangen mit Fäulnis, ein Kilo Bio-Möhren mit Schimmel, ein Kilo matschig-faulige Bio-Orangen, Auberginen, Spitzpaprika, Elstar-Äpfel und kiloweise Birnen mit Fäulnis, Zitronen, Ananas und Weintrauben mit Schimmel, Rettich, Mini Romana und vier mal Eisbergsalat mit Fäulnis, weitere Äpfel mit Fäulnis und Schimmel sowie besagtes Krabbeltier mit etwa tausend Beinen in einem Kilo Gurken.
Das sagt Norma dazu
Doch wie konnte es dazu kommen? Was sagt Norma zu diesem Ergebnis? Eine Sprecherin der Zentrale in Fürth erklärt sich auf unsere Nachfrage zu dem Fall: „Wir bedauern die im Bericht der Lebensmittelkontrolleure festgestellten Mängel und arbeiten intensiv an der Aufklärung dieses Einzelfalls. Alle Mitarbeitenden vor Ort wurden nochmals intensiv und detailliert zu den beanstandeten Punkten geschult. Fest steht, dass die Ergebnisse nicht unseren hohen Qualitätsansprüchen genügen.“
Prozesse sollen Standard sicherstellen
Um die Standards sicherzustellen, so heißt es weiter, habe man zahlreiche Prozesse festgelegt, die eine stets frische Obst- und Gemüseauswahl in den Filialen garantieren.
Neben der täglichen Obst- und Gemüsedisposition, die Frische und Regionalität sicherstellen soll, fänden Eingangskontrollen der Lebensmittel in der Niederlassung und in den Filialen statt. Hinzu kämen weitere optische Kontrollen beim Einräumen der Regale und mehrfach täglich während der Filialöffnungszeiten, so die Sprecherin.
Der Transport des Obst- und Gemüsesortiments finde größtenteils in nachhaltigen IFCO-Trägern statt, die Transportschäden reduzieren und so für mehr Qualität im Regal sorgen sollen.
In diesem Prozess scheint nun in der beanstandeten Filiale einiges schiefgegangen zu sein. Sämtliche vorgefundenen nicht sicheren Lebensmittel seien noch während der Kontrolle der Filiale freiwillig entsorgt worden, heißt es im Bericht der Lebensmittelkontrolleure.
Die Folgen
Und die Folgen für einen derart beanstandeten Betrieb? Wie uns das Landratsamt im Zuge einer früheren Berichterstattung erklärt hatte, können die Maßnahmen je nach Ausmaß des Verstoßes und Kooperationsbereitschaft des Unternehmens unterschiedlich sein: eine freiwillige Behebung, ein Mängelbericht oder ein Verwarngeld seien die Folge. Würden Missstände nicht behoben, oder tauchten sie wiederholt auf, ergehe eine Verfügung, die dann in schweren Fällen auch strafrechtliche Folgen nach sich ziehen könnte.