Als Brückenheiliger beschützt eine Statue von Johann Nepomuk in Dautmergen die Brücke über die Schlichem. Doch der Zahn der Zeit nagte an der Statue: Sie ist von einem grauen Schleier überzogen, die Farbe blättert ab. Nun wird sie saniert.
Wie lange er schon über die Brücke in der Dorfmitte und die Schlichem wacht ist nicht bekannt. Es dürfte wenige Jahre nach dem schweren Hochwasser im Jahr 1975 gewesen sein, dass eine Statue des Heiligen Johannes Nepomuk, der als Brückenheiliger gilt, in der Dorfmitte aufgestellt wurde. Der Erinnerung eins Dautmerger Bürgers nach soll die Figur aufgestellt worden sein, nachdem das Hochwasser eine frühere Heiligenfigur, die vis à vis des heutigen Nepoumuks gestanden hatte, zerstört hat.
Ein grauer Schleier liegt über dem hellen Sandstein
Die vier bis fünf Jahrzehnte sieht man der Statue mittlerweile deutlich an. Ein grauer Schleier legt sich über den hellen Sandstein, die Farbe am Ortswappen, das in den Sockel eingelassen ist, blättert ab. „Je länger ich die Statue anschaue, desto mehr muss ich sagen: furchtbar“, sagte Bürgermeister Hans-Joachim Lippus in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend, in der die Frage nach der Restaurierung der Figur auf den Tisch kam.
Der Palmwedel wurde geklaut
Beim Ortsumgang des alten und neuen Gemeinderats im vergangenen Jahr fielen die Schönheitsfehler auch den Ratsmitgliedern ins Auge, die sich weitestgehend einig darin waren, dass die Nepomukstatue ordentlich gereinigt und restauriert werden soll. Weder Lippus noch einer der Gemeinderäte kann sich daran erinnern, dass die Figur jemals eine Schönheitskur erfahren hat. Lediglich der Palmwedel, den Nepomuk in den Händen hält, wurde vor langer Zeit von Paul Weckenmann erneuert, da das Utensil wohl geklaut wurde.
Spezialfirma reinigt
In der Zwischenzeit hat sich Bürgermeister Hans-Joachim Lippus bei Bertsch Natursteine im Nachbarort Dormettingen erkundigt, wie viel Aufwand und welche Kosten eine Restaurierung mit sich bringen würden. Der Steinmetz schaute sich die Figur genauer an und kam zu dem Entschluss, dass er diesen Sandstein nicht bearbeiten kann. Er verwies daher an die Spezialfirma Melchior in Freudenweiler im Landkreis Ludwigsburg. Deren Geschäftsführer Christoph Melchior nahm den Heiligen Nepomuk erneut unter die Lupe und machte der Gemeinde ein Angebot: 3367,70 Euro soll es kosten, die Nepomukstatue professionell zu reinigen und das Wappen am Sockel sowie den Heiligenschein der Figur neu zu fassen.
Nicht günstig, aber durchaus notwendig, befanden die Gemeinderäte und stimmten daher für eine Auftragsvergabe an die Firma Melchior. Bürgermeister Lippus rechnet damit, dass die Spezialfirma noch in diesem Frühjahr zwei Tage lang mit den Arbeiten beschäftigt sein wird.