Zunftmeister Matthias Krotz begrüßte die Menge in Lauffen zum Auftakt für ein Ausnahmejahr.
Mit einer besonderen Mischung aus Stolz, Tradition und eisigen Temperaturen hat die Narrenzunft Lauffen die Fasnet eingeläutet.
Am geschichtsträchtigen Polterrain-Brunnen feierten die Narren nicht nur den Auftakt der fünften Jahreszeit, sondern auch ein stolzes Jubiläum: Seit 50 Jahren gehört die „Fiaßwäsch“ zum festen Brauchtum im Dorf.
Trotz winterlicher Kälte versammelten sich zahlreiche Zuschauer am Polterrain-Brunnen, um Zeuge eines Rituals zu werden, das heute aus dem Lauffener Festkalender nicht mehr wegzudenken ist.
Zunftmeister Matthias Krotz begrüßte die Menge mit einem lautstarken „Kropf am Hals“ und blickte in seiner Ansprache auf die Ursprünge zurück. Es war das Jahr 1976, als der damalige Zunftmeister Robert Hensel die „Fiaßwäsch“ ins Leben rief.
Was einst als Neuerung begann, festigte sich über die Jahrzehnte durch kontinuierliche Wiederholung zu einer Tradition, die Identität stiftet. Krotz und würdigte die Weitsicht seiner Vorgänger.
Der Höhepunkt der Zeremonie forderte den Narrenräten einiges an Standhaftigkeit ab: Bei frostigen Temperaturen stiegen sie barfuß ins eiskalte Wasser des Brunnens.
Die symbolische Reinigung dient als Startschuss für die kommenden Wochen. Unter dem Leitspruch „Sauber und rein soll die Fasnet sein – niemand zum Leid, nur jedem zur Freud“ wurde die Ernsthaftigkeit des Brauchtums mit der Vorfreude auf die närrischen Tage verknüpft.
Umrahmt wurde der eisige Brauch durch einem Teil des Musikvereins mit dem Narrenmarsch.
Die Fasnet 2026 ist für die Lauffener Narren ohnehin ein Ausnahmejahr. Neben dem Jubiläum der Fiaßwäsch feiert die Narrenzunft Lauffen ihr 75-jähriges Bestehen.
Der Blick richtet sich nun voller Erwartung auf das Großereignis: Denn am 31. Januar und 1. Februar findet in Lauffen das große Ringtreffen des Narrenfreundschaftsrings Schwarzwald-Baar-Heuberg statt.
Nach der Erfrischung im Brunnenwasser lud die Zunft die Bevölkerung zum öffentlichen „Abstauben“ und einem Umtrunk ins Narrenstüble ein. Dort konnten sich Teilnehmer und Gäste aufwärmen, bevor die Abstauber durch den Ort zogen, um die Häß symbolisch vom Staub des vergangenen Jahres zu befreien.