Von weitem betrachtet scheint die Heinrich-Feurstein-Schule in Donaueschingen gut in Schuss zu sein. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber dringender Sanierungsbedarf. Foto: Denise Kley

Böse Überraschung in dem denkmalgeschützten Donaueschinger Gebäude: Warum die Kosten für eine Sanierung weiter in die Höhe schießen.

Dach und Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes der Heinrich-Feurstein-Schule müssen dringend saniert werden. Im Haushalt für das Jahr 2024 waren dafür zunächst 800 000 Euro vorgesehen. Im September 2024 stimmte der Donaueschinger Gemeinderat einer Anhebung dieser Summe auf 1,27 Millionen zu – doch dieses Budget reicht nun auch nicht.

 

Lukas Gäbele vom Architekturbüro Gäbele und Raufer aus Donaueschingen, das mit der Erstellung eines Sanierungskonzeptes beauftragt ist, stellte dem Gremium bei der Sitzung am 3. Juni die Ergebnisse von Untersuchungen vor: Bei den Planungsarbeiten für die Sanierung wurden in Bodenbelägen in den Klassenräumen im obersten Stockwerk sowie im verwendeten Klebstoff Asbest entdeckt. „Den Bodenbelag und die Kleberückstände zu entfernen, ist unglaublich aufwendig“, so Gäbele. Nur ein zugelassenes Fachunternehmen darf diese Arbeiten vornehmen – und auch nur unter Berücksichtigung besonderer Arbeitsschutzvorkehrungen.

Die zusätzlichen Kosten für den Asbestrückbau belaufen sich, einschließlich der dafür erforderlichen speziellen Baustelleneinrichtung mit Sanitärräumen, Gerüsttürmen für den außenseitigen Zugang, Kran, Abluft und Filteranlage, auf rund 150 000 Euro.

Handlungsbedarf besteht auch am Dach mit 1400 Quadratmetern Fläche.

„Das Dach ist durch seine Geometrie äußerst komplex“, sagt Lukas Gäbele, Architekt aus Donaueschingen. Foto: Lukas Klein

„Das Dach ist durch seine Geometrie äußerst komplex“, erklärt Lukas Gäbele. Die Dachlandschaft besteht aus einer Vielzahl von zusammengesetzten und unterschiedlich stark geneigten Dachflächen. Und dieses Dach hat seine besten Zeiten hinter sich: Besonders im Winter dringt Schnee in den Dachraum ein. In einem ähnlich schlechten Zustand ist die Fassade, die zuletzt im Jahr 1990 saniert wurde. Es gibt Ausbrüche, Schadstellen und Risse, vor allem an den Natursteingesimsen.

„Es kommen finanzielle Mehrkosten auf uns zu“, so Gäbele. Deshalb musste der Rat über die Vorlage der Stadtverwaltung, die weitere 370 000 Euro für die Sanierung vorsieht, entscheiden. Hierzu sollen Gelder aus dem Budget des Neubaus der Realschule verwendet werden. Nach Vergabe der beiden PV-Anlagen für Realschule und Dreifeldsporthalle stehen dort, durch ein günstiges Ausschreibungsergebnis, noch etwa 385 000 Euro zur Verfügung.

Der Gemeinderat stimmt dem einstimmig und ohne größere Diskussion zu. Die Schadstoffsanierung soll in den Sommerferien beginnen und bis Ende des Jahres beendet werden.

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Aus der Schulraumnot in Donaueschingen
entwickelte sich die Idee und Notwendigkeit, eine neue Volksschule zu bauen. Schon im Stadtplan vom März 1905 war die neue Schule als Schulgebäude eingezeichnet. 1909 wurde die neue Volksschule eingeweiht. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges besuchten 521 Kinder die Volksschule Donaueschingen. Während des Krieges wurden im Sekretariat Kriegsanleihen verkauft. Bis Ende August 1945 fungierte die Volksschule als Krankensammelstelle für deutsche Verwundete. Die Besatzungsmacht beschlagnahmte im selben Jahr fünf Klassenräume und die Turnhalle für die französische Schule. Anfang Dezember fand in Anwesenheit des Gouverneurs, französischer Offiziere, des Bürgermeisters Meßmer und des Gemeinderats die offizielle Wiedereröffnungsfeier der Volksschule statt. Im Kellergeschoss wurde 1950 das Volksbad fertiggestellt und stand mit seinen Wannenbädern der Bevölkerung zur Verfügung. Manfred Kuch begann 1967 mit dem Aufbau der Sonderschule, die mit Beginn des Schuljahres 1968/69 als selbstständige Sonderschule für lernbehinderte Kinder und Jugendliche unter eigener Leitung genehmigt wurde. Seitdem ist die Heinrich-Feurstein-Schule ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit Förderschwerpunkt Lernen.