Es wird nicht nur an Silvester „geschossen“. Am Wochenende gab es bei Bergfelden nämlich ohrenbetäubenden Lärm (Symbolfoto). Foto: farbkombinat - stock.adobe.com

Ohrenbetäubende Kanonenschläge und ein Riesenfeuerball am Himmel werfen bei Sulzer Bürger Fragen auf. Handelt es sich um illegale Pyrotechnik aus Osteuropa?

„Mich hat es um circa 22.30 Uhr im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Bett geworfen. Ohrenbetäubende Kanonenschläge waren zu hören. Ein Riesenfeuerball am Himmel, der für mich viel zu nahe dem Boden war“, beschreibt ein Mühlheimer Bürger ein Ereignis, das in der Nacht von Samstag auf Sonntag stattfand.

 

Was war passiert? Eigentlich sollen solche oder ähnliche Feuerwerke großen Ereignissen noch das besondere Etwas geben, sei es beim Übergang ins Neue Jahr, bei besonderen Jubiläen oder beispielsweise einer Hochzeit.

Schreckmoment für viele

Welche Kehrseite das haben kann, ist jedoch kürzlich bei einer Feierlichkeit in Bochingen sichtbar geworden. Dort hatte eine abgebrannte Feuerwerksbatterie zu einem Autobrand geführt, bei dem ein Sachschaden in Höhe von 25 000 Euro entstand.

Die Sorge, dass bei solch einem spektakulären Feuer-Event etwas Ähnliches passieren könne, ist auch in der Sulzer Bevölkerung spürbar.

„Zeug aus Osteuropa?“

Denn der Mühlheimer ist mit seinem Schrecken nicht der einzige gewesen. Über die sozialen Medien hätten ihn sofort zahlreiche Kommentare erreicht, einige Menschen hätten ihn auch direkt angerufen, beschreibt er die Minuten nach dem Feuerball.

„Mich hat es fast aus dem Bett geschlagen“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer teilt seine Gedanken: „Ich bin mir sicher, das war kein normales Feuerwerk“. Und ein dritter vermutet: „Entweder war das professionelles Zeug oder aus Osteuropa.“

Anzeige durch Pyrotechniker

Doch was riss die Menschen in Mühlheim und Umgebung so unerwartet aus dem Schlaf? Sabrina Glöckler, Leiterin der Bürgerdienste Sulz erläutert, dass dass das Ordnungsamt keine Genehmigung für ein Feuerwerk ausgestellt habe.

Allerdings gebe es gesetzliche Rahmenbedingungen für gewerbliche , also Inhaber eines Erlaubnis- oder Befähigungsscheins gemäß dem Sprengstoffgesetz sowie Böllerschützen.

Diese müssten entsprechendes Feuerwerk oder Salutschüsse im Rahmen der gesetzlichen Rahmenbedingungen lediglich anzeigen. „Eine solche Anzeige lag in Bergfelden vor und wurde auch an die Polizei zur Kenntnis gegeben“, erklärt sie.

Das Gespräch suchen

Doch wie sehen die Chancen aus, solche farbenprächtigen, aber eben auch lauten Knallereien aufgrund der Lärmbelästigung für Mensch und Tier oder wegen der Gefahr durch Brände zu untersagen?

„In Mühlheim wird natürlich der Umstand berücksichtigt, dass dort ein Storchenpaar brütet“, kommt Glöckler auf die gefiederten Bewohner des Ortes zu sprechen. Deshalb würde man bei einer entsprechenden Anzeige von gewerblichen Pyrotechnikern entsprechend handeln und das Gespräch mit der anzeigenden Person suchen.

Nicht bei Altenheimen oder Kitas

Es bestünde allerdings keine Möglichkeit, ein solches Feuerwerk in Mühlheim zu verbieten. „Der Pyrotechniker hat in diesem Fall das Recht, sein Feuerwerk im Rahmen der Grenzen des Paragraf 23 des Sprengstoffgesetzes abzubrennen, sofern ihm dies dort vom Grundstückseigentümer erlaubt wird“, führt sie weiter aus.

Die Einschränkungen, die das Gesetz vorgibt, beziehen sich auf Einrichtungen, in denen vulnerable Personengruppen sind oder Gebäude, die leicht Feuer fangen können.

Silvesterfeuerwerk ohne Genehmigung

So seien Feuerwerke nicht in der Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen, Kirchen sowie Reet- und Fachwerkhäusern erlaubt.

Und wie sieht an Silvester aus? „Ausschließlich zum Jahreswechsel am 31. Dezember und 1. Januar dürfen Sie als Privatperson über 18 Jahre Feuerwerkskörper der Kategorie F2 ‚Silvesterfeuerwerk‘ ohne Genehmigung abbrennen“, schreibt die Stadt auf ihrer Homepage. Die zulässigen Abbrandzeiten könnten dabei durch die Gemeinde- oder Stadtverwaltung jedoch weiter eingeschränkt werden.