Bei der Übung in der Tiefgarage am Bürgerturm in Ebingen stellten die Feuerwehren aus Ebingen und Balingen ihr Können unter Beweis. Das fiktive Szenario: ein Feuer im Technikraum auf Ebene vier. Ein neues Gerät der Wehr kam auch zum Einsatz.
Rauch dringt aus der Tiefgarage am Bürgerturm. Im Technikraum auf Ebene vier ist ein Feuer ausgebrochen. Gleichzeitig ereignet sich direkt vor dem Drogeriemarkt ein Unfall: Ein Autofahrer hat sein Heil in der überstürzten Flucht aus der Tiefgarage gesucht und ist gegen den Lastwagen eines Lieferanten gekracht. Er fährt ein Elektroauto, das zu allem Überfluss auch noch zu brennen anfängt.
Dieses Szenario liegt der großangelegten Übung der Feuerwehren Balingen und Albstadt – genauer: der Abteilung Ebingen – zugrunde, die am Freitagabend auf dem Bürgerturmplatz über die Bühne geht. Die Abteilung Ebingen und die Balinger Wehr sind einander seit Jahren durch eine Partnerschaft verbunden und veranstalten nun gemeinsam eine Übung geplant, bei der auch der neue „AB-Hochvolt“ des Landkreises zum Einsatz kommen soll. Der Abrollbehälter ist dazu da, Brände von Elektroautos zu löschen – dafür müssen sie bis zu 24 Stunden lang unter Wasser gesetzt werden.
Rauch wird durch Folien auf dem Visier simuliert
Gegen 20 Uhr tritt die Übungsannahme ein: ein Brand im Technikraum der Tiefgarage. Sechs Menschen schaffen es nicht mehr, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen; sie müssen von den Feuerwehrleuten aufgespürt werden. Damit die Übung für die Einsatzkräfte möglichst real wirkt, bekommen sie spezielle Folien auf die Visiere ihrer Pressluft-Atemmasken geklebt – dadurch wird Rauch simuliert.
„Fluchtwagen“ kracht in Transporter hinein
Vor der Ausfahrt der Tiefgarage ist das verunglückte Elektroauto unter der Ladefläche des Ebinger Wechsellader-Fahrzeugs eingeklemmt, dem die Rolle eines Zulieferers des Drogeriemarktes zugefallen ist. Soeben ist der „Fluchtwagen“ in den Transporter hineingekracht; nun sind darin vier Insassen eingeklemmt und müssen mit schwerem Gerät befreit werden. Außerdem gilt es, das Fahrzeug zu sichern, ehe es zur Löschung in den Container gezogen wird.
Dieser, eine Neuanschaffung, fasst 16 000 Liter Wasser und ist mit einer Seilwinde ausgestattet. Links und rechts sind Düsen angebracht, die das Fahrzeug von oben mit einem feinen Tröpfchennebel bewässern und so langsam den Container fluten.
Im Ernstfall muss jeder wissen, was zu tun ist
Das Gerät ist bislang einzigartig im Zollernalbkreis. Sein Standort ist Balingen, doch steht es dem gesamten Landkreis zur Verfügung. Thomas Danhamer, der Ebinger Abteilungskommandant, und sein Stellvertreter Michael Lüdke verfolgen den Ablauf deshalb mit höchster Aufmerksamkeit und fordern noch weitere Feuerwehrleute auf, sich den Vorgang ganz genau anzusehen – im Ernstfall muss jeder wissen, was zu tun ist.
Das Fazit der beiden fällt nach rund anderthalb Stunden durchweg positiv aus: Alles ist genau so verlaufen, wie sie es sich vorgestellt haben; alle Übungsziele sind in einer angemessenen Zeit erreicht worden. Zur Nachbesprechung begeben sich alle Beteiligten ins Ebinger Gerätehaus – auch die Jugendfeuerwehr, deren Mitglieder die Verletzten gemimt haben.