Übungsrauch trat bei der Übung am Unternehmensgebäude von Seele Eutingen aus den geöffneten Toren heraus.
Von einem Brand gingen rund 50 Helfer, die Feuerwehrabteilung und der DRK-OV Eutingen, am Samstag aus. Seit zwei Wochen ist der Mannschaftstransportwagen der Feuerwehrabteilung unter der Betitelung „1/14“ geführt – solches Wissen und praktische Umsetzungen im Ernstfall übten die rund 40 Feuerwehrleute am Samstagnachmittag.
Angenommen wurde, dass es aufgrund eines technischen Defektes in der Seele-Halle brannte und Personen eingeschlossen waren. Wie viele mussten die Atemschutzgeräteträger schnellstmöglich herausfinden. Dabei berücksichtigten sie, dass bei so einem Brand einiges auf sie zukommen würde.
Immerhin hat das Baugeschäft viele Schmier- und Kraftstoffe sowie Gasflaschen im Gebäude. Daher gingen die Helfer in den zwei Gruppen- und zwei Staffelfahrzeugen behutsam vor – von allen Seiten wurden Wasserversorgungen aufgebaut.
Kommandant ist insgesamt mehr als zufrieden
„Da wird die PV-Anlage vom Seele ordentlich geputzt“, scherzte Abteilungskommandant Hubert Akermann. Die Einsatzleitung hatte dieses Mal Zugführer Rouven Bühler inne. Das Gesamtkommando mit Tobias Plaz und Team schaute sich die Hauptübung genau an.
„Ein paar Dinge sind mir aufgefallen. Die bespreche ich später mit den Leitungskräften“, erklärte Tobias Plaz. Insgesamt zeigte er sich jedoch mehr als zufrieden. An die beiden Hydranten wurden im Nu die Wasserversorgungen angebracht. Die Vermissten fanden die Atemschutzgeräteträger auch im verrauchten Gebäude. Kevin kam zuerst zu Vorschein. Der 15-jährige hatte sich eine Rauchgasvergiftung eingefangen und konnte nicht gehen. Daher trugen ihn die Feuerwehrleute im Tragekorb zum Verbandsplatz.
Die DRK-Neumitglieder Ina und Anett versorgten das Jugendfeuerwehrmitglied mit Sauerstoff und machten einen Body-Check. Dabei wird der Körper nach weiteren Verletzungen abgetastet. Unterstützt wurden die Neuen von den ehemaligen JRK-Mitgliedern und heutigen Aktiven Michelle und Leonie. Sie fanden eine alte Wunde, die anfangs nicht auffällig und mit einem Verband verdeckt war. Da der Mime wirr redete, entfernten sie den Verband und entdeckten weitere Verletzungen. Eine Scherbe umpolsterten sie, denn Fremdkörper werden nicht entfernt.
Die Fünftklässlerin Maylin hatte sich ebenfalls in dem Unternehmensgebäude befunden und wurde von der Feuerwehr gerettet. Ihre Kopfplatzwunde sowie ihre Verbrennungen versorgten Mazen und Marco.
Für die Feuerwehr war mit den beiden Verletzten jedoch der Brandort noch nicht komplett abgesichert. Im linken Teil des Gebäudes entdeckten sie einen Dummy, der eine weitere verletzte Person darstellen sollte. Sie wurde ebenfalls liegend gerettet. Die Feuerwehrleute nutzten dabei die Herausforderung, über eine Schräge diese zu retten. Vier Steckleitern wurden verbunden und die Person in eine Schleifkorbtrage gelegt. Achsengerecht mussten die Feuerwehrleute die Person vorsichtig mittels Seile, fast schon wie bei einer „Seilbahn“, aus dem Gebäude in Richtung Hof bringen.
Wenn nicht erfolgreiche reanimiert werden kann
Diese imposante Rettung glückte. Doch die Person konnte vom DRK nicht mehr erfolgreich reanimiert werden. „Auch damit müssen wir leider umgehen können“, erklärte die DRK-Einsatzleitung Alexandra Feinler.
Die Manöverkritik
Bei der Manöverkritik
lobten nicht nur Abteilungskommandant Hubert Akermann, Gesamtkommandant Tobias Plaz und Bürgermeister Markus Tideman das schnelle Vorgehen und die gute Kooperation aller Helfer. Sie wünschten sich auch, dass so eine Übung nie zum Ernstfall werde, gebe es in dem Eutinger Industriegebiet einiges zu beherzigen.
Daher seien solche Übungen wichtig
und kommendes Wochenende stehe auch schon die nächste Hauptübung der Rohrdorfer Feuerwehrabteilung um 16 Uhr in der Eutinger Straße 11 an.