Während des Löschangriffs über die Drehleiter wird eine zusätzliche Wasserversorgung zum Rhein aufgebaut. Foto: Gerald Nill

Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz üben gemeinsam bei der Speditionsfirma Evola in Haltingen.

Schrilles Sirenengeheul unterbrach jäh am Montag die österliche Morgenstimmung im Weiler Industriegebiet am Rhein. Die Feuerwehr begann eine groß angelegte Übung bei der Speditionsfirma Evola in Haltingen.

 

Erstes Einsatzfahrzeug ist schnell vor Ort

Regelmäßig bietet die Weiler Wehr ihr ganzes Repertoire auf, um im Ernstfall bestens gewappnet zu sein. „Train as you fight“ (Übe so wie Du kämpfst) – diese Devise hatte Einsatzleiter und Kommandant Frank Sommerhalter ausgegeben. Nur fünf Minuten nach der Alarmierung rollte das erste Einsatzfahrzeug bereits mit Blaulicht auf dem Werksgelände an der Hegenheimer Straße vor, wo die wartenden Lastwagen-Fahrer verdutzt schauten. Die Einsatzleitung spurtete zur Infozentrale der ausgelösten Brandmeldeanlage im Gebäude, um den Brandherd zu lokalisieren.

An der Drehleiter wird der Löschangriff von oben vorbereitet. Foto: Gerald Nill

Nach und nach rollten auch die alarmierten freiwilligen Wehren der Ortsteile Haltingen und Ötlingen ein. Klar, ihnen war der Übungstermin bekannt, allein der Einsatzort blieb geheim, um die Sache realitätsnah zu gestalten. „Oberstes Ziel ist die Rettung von Menschenleben“, erklärte Pressesprecher Gerold Engler. Er beobachtete genauso wie zwei als Beobachter abgestellte erfahrene Führungskräfte genau das Geschehen. Ein so genannter Stoßtrupp, bestehend aus fünf Leuten, drang mit Atemschutzgeräten in die Halle ein. Dort sorgte eine Nebelmaschine für ein realistisches Szenario. Inzwischen war gleichzeitig eine Schlauchleitung zum Tankfahrzeug gelegt worden, so dass die Brandbekämpfung innen starten konnte. Blaues Laserlicht ersetzte in diesem Fall den echten Wasserstrahl.

Hoher Ausbildungsstand der Weiler Feuerwehr

Währenddessen waren Schaulustige in dem Industriegebiet dazugekommen, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Auf sie wirkte der eingespielte Ablauf höchst routiniert. Hand in Hand liefen die Abläufe und verrieten den hohen Ausbildungsstand der Weiler Feuerwehr. Insgesamt 60 Einsatzkräfte, inklusive DRK wirkten mit, neun Fahrzeuge waren beteiligt.

Das DRK versorgte an einer in Minutenschnelle aufgebauten Station schwer verletzte Mitarbeiter. Foto: Gerald Nill

Teils auf Tragen, teils auf dem Arm wurden die Statisten bereits 15 Minuten nach der Alarmierung als Brandopfer aus dem Gebäude geschleppt. Die Schminkabteilung hatte ganz Arbeit geleistet und lebensechte Brand- und Schnittwunden kreiert. Nur wenig später war auch die Wasserversorgung an die Drehleiter angeschlossen, so dass die Fabrikhalle auch von oben besprüht werden konnte.

Verletztenbergung: Angehörige der Feuerwehrleute hatten sich als Statisten zur Verfügung gestellt. Foto: Gerald Nill

Gleichzeitig war die Feuerwehr Haltingen damit befasst, eine zusätzliche Wasserversorgung zum Rhein aufzubauen. „Bei einem Großbrand wäre die Wasserversorgung alleine über das Hydrantennetz gar nicht stemmbar“, erläuterte Engler. Zweimal 400 Meter neonfarbener Schläuche wanden sich durch verschiedene Industrieareale zur Wasserquelle. Schließlich konnte auch der leistungsstarke Wasserwerfer in Position gebracht werden.

Der Wasserwerfer wurde über eine mehrere hundert Meter lange Schlauchleitung zum Rhein mit Wasser Foto: Gerald Nill

Kurz richtete die Feuerwehr den Wasserstrahl aus mehreren Rohren auf das Objekt, ehe Einsatzleiter Sommerhalter auch schon das Ende der Übung erklärte. Sichtlich erschöpft legten die Wehrmänner ihre Atemschutzgeräte ab, der Einsatz hatte Kraft gekostet.

Positive Bilanz trotz kleiner Reibungsverluste

Kommandant Sommerhalter zog in einem ersten Resümee eine positive Bilanz. Er dankte der Firma, die ihr Werk für das Manöver zur Verfügung gestellt hatte. Wo es kleinere Reibungsverluste im Zusammenspiel der Einheiten gegeben habe, werden im Nachgang der Übung die Stellschrauben justiert.

Dem geschulten Auge der fachkundigen Beobachter Uli Weber und Alex Ebner entging keine Kleinigkeit.

Auf einen tatsächlichen persönlichen Notfall eines Feuerwehrmannes während der Übung sowie das Kollabieren eines Statisten hätten alle Beteiligten gut verzichten können. Auf die Bemerkung „na, dann bis zur nächsten Ostermontagsübung“, erwiderte Einsatzleiter Sommerhalter trocken: „Wir üben jede Woche!“