Lange und viele Diskussionen begleiteten Neubau des Sulzer Feuerwehrgerätehauses im Wildberger Teilort. Unter anderem Standort, Totalunternehmer und Möglichkeiten für regionale Handwerker wurden diskutiert. Mit einer Sulzer Firma hat man vieles vereint und Diskussionen beendet – da sie das einzige Angebot einreichte.
In seiner letzten Arbeitssitzung brachte der geschäftsführende Wildberger Gemeinderat noch eine Millionen-Investition auf den Weg. Dabei herrschte Einstimmigkeit im Gremium, die Totalunternehmerleistungen für den Neubau des Sulzer Feuerwehrhauses an das örtliche Bauunternehmen Köhler zu vergeben.
Die Gesamtauftragssumme beläuft sich auf rund 3,38 Millionen Euro, wobei die Vergabe der Teilleistung Elektrotechnik mit 397 460 Euro zunächst zurückgestellt wurde. Von einer technischen Klärung verspricht man sich hier noch mögliche Einsparungen.
Ende vergangenen Jahres hatte sich der Gemeinderat mehrheitlich für den Vorschlag der Verwaltung ausgesprochen, die Bauleistungen mit anteiligen Planungsleistungen für den Neubau des Feuerwehrhauses in Sulz als Totalunternehmerleistung national auszuschreiben. Vorausgegangen war allerdings eine längere Diskussion im Gremium. Einige Räte sahen vor allem die Gefahr, dass örtliche Handwerksbetriebe beim Bau des Gerätehauses am Sulzer Ortsrand zu kurz kommen könnten.
Preissicherheit durch Totalunternehmer
Diese Befürchtungen haben sich nun nicht bestätigt, und Bürgermeister Ulrich Bünger zeigte sich froh darüber, „dass es so ausgegangen ist“. In seiner Rückschau auf die Planungsphase sprach er von einem intensiven Verfahren, in dem viele Varianten geprüft wurden.
Dabei habe man sich schließlich dafür entschieden, das komplette Paket als sogenannte Totalunternehmerleistung auszuschreiben, also als schlüsselfertige Planungs- und Bauleistungen. Der Rathauschef betonte mit Blick auf das Ausschreibungsergebnis: „Wir haben jetzt Preissicherheit – und das Thema örtliche Handwerker ist positiv ausgegangen“.
Kosten: rund 3,38 Millionen
Wie Bauamtsleiter Arthur Sadlers erläuterte, wurden die Ausschreibungsunterlagen nach der deutschlandweiten Bekanntmachung zwar von sechs Firmen angefordert – es ging bis zur Submission allerdings nur das Angebot des Sulzer Bauunternehmens fristgerecht ein. Nachdem eine Baugrunduntersuchung gezeigt hatte, dass am geplanten Standort am Ortsrand Sondergründungsmaßnahmen in der Größenordnung von 350 000 Euro notwendig sind, liege die Auftragssumme mit 3,38 Millionen Euro im Rahmen der erwarteten Kosten.
Im Rathaus rechnet man mit Zuschüssen in Höhe von 1,42 Millionen aus den Fördertöpfen des Landes. Auf die Frage von CDU-Rätin Margit Gärtner nach der zeitlichen Schiene, wies Arthur Sadlers daraufhin, dass in der Ausschreibung eine Fertigstellung bis Mitte 2026 vorgegeben wurde.
Fraktionen glücklich, Feuerwehr dankbar
CDU-Fraktionssprecher Gerhard Ostertag fand es erfreulich, dass die Ausschreibung erfolgreich war – und er fügte hinzu: „Mit dem Ergebnis kann man leben und das ist eine Firma, auf die man setzen kann.“ Ins gleiche Horn blies der Sulzer Ortsvorsteher Rolf Dittus (Freie Wähler), der den Festpreis als gute Lösung bezeichnete und ebenfalls von einer „zuverlässigen Firma“ sprach.
„Wir sind auf einem guten Weg, und die Vorgehensweise war richtig“, machte Dieter Dannenmann für die SPD deutlich. Das Ausschreibungsergebnis sei zudem fast eine Punktlandung. Für die Feuerwehr bedankte sich Gesamtwehrkommandant Daniel Nuding dafür, „dass das Projekt jetzt an diesem Standort an den Start kommt“. Allerdings sei noch eine Lösung in Sachen fußläufiger Erreichbarkeit des neuen Feuerwehrhauses erforderlich.