Der Umzug ist schon eine Weile her – doch coronabedingt wurde die Einweihung des neuen Straßberger Feuerwehrhauses zwei Mal verschoben. Am Wochenende wurde das neue Gerätehaus mit einem Festakt in der Schmeienhalle seiner Bestimmung übergeben.
Straßberg - Mit der Inbetriebnahme ist für die Straßberger Feuerwehrleute ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. "Eine Einweihung zu feiern ist ein wunderschöner Brauch", sagte Bürgermeister Markus Zeiser am Freitagabend in der Schmeienhalle. "Und es tut richtig gut, wenn der Musikverein wieder spielt", stellte Zeiser fest. Mit festlicher Musik hatten die Musiker unter Leitung von Josef Ungermann den Festakt eröffnet und begleitet. Zeiser verlieh seiner Freude Ausdruck, dass nach zweimaliger, coronageschuldeter Verschiebung nun das Feuerwehrhaus, das bereits 2020 fertiggestellt und bezogen wurde, ohne besondere Einschränkungen eingeweiht werden konnte.
Gerätehaus kostet 2,9 Millionen Euro
"Wir haben einen modernen und funktionalen Neubau mit einer zeitgemäßen Atemschutzwerkstatt zum Schutz der Bürger geschaffen", resümierte Zeiser. Der Weg sei lang gewesen, doch das Warten habe sich gelohnt. So ist seiner Meinung nach in Straßberg eines der schönsten Feuerwehrhäuser weit und breit entstanden. Die Kosten für den Neubau lagen bei 2,9 Millionen Euro, wofür die Gemeinde 530 000 Euro an Fördergeldern erhalten hat. Unterm Strich musste die Gemeinde noch 2,37 Millionen Euro aus eigener Tasche bezahlen.
Zeisers Dank ging an die Feuerwehrangehörigen, die in sehr vielen ehrenamtlichen Stunden die Handwerker auf der Baustelle unterstützt haben. "Ihr habt uns ein tolles Projekt ermöglicht", stellte Zeiser klar und richtete seine Anerkennung auch an die Planer der h2-Architektenvereinigung.
Es war zu wenig Platz
"Mit diesem Festakt können wir das Kapitel Neubau und Umzug abschließen und ein neues Kapitel beginnen", sagte der Straßberger Gesamtkommandant Daniel Nagraszus. Er blickte zurück auf das Jahr 1998, als er seinen Dienst bei der Feuerwehr angetreten hat. Schon damals sei ein Neubau Thema gewesen. Doch die Sache habe sich lange hingezogen. Platz war im alten Feuerwehrhaus Mangelware: "Wenn man 30 Zentimeter Abstand zwischen Spinden und der Fahrzeugtüre hat, ist das einfach zu wenig", stellte Nagraszus fest. Der Handlungsbedarf war also dringend.
Im ersten Halbjahr 2016 hat die Freiwillige Feuerwehr ein Raumkonzept erstellt. Bis zum Spatenstich am 18. März 2019 habe es zahlreiche Sitzungen gegeben, welche die Pläne des neuen Feuerwehrdomizils mehr und mehr formten.
Meilenstein für die Feuerwehr
"Ein Meilenstein der Feuerwehr geht in Erfüllung, jetzt habt ihr eine neue Heimat gefunden", sagte der stellvertretende Kreisbrandmeister Ilija Pilic und freute sich mit den Straßberger Feuerwehrleuten. Das neue Gebäude verfüge über ausreichend Platz, funktionale Räumlichkeiten und alle technische Gerätschaften, um sämtliche Aufgaben zum Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten. Laut Pilic ist es heute nicht mehr selbstverständlich, dass sich Menschen für den Dienst bei der Feuerwehr – und somit für den Dienst am Nächsten – entscheiden. Die Anforderungen an dieses Ehrenamt seien Enorm. Pilic zollte den Familienangehörigen und Lebenspartnern Respekt, lobte die Gemeinde Straßberg für ihre Aufgeschlossenheit, ein modernes Feuerwehrhaus mit guten Gerätschaften zu schaffen. "Das zeigt, dass die Chemie in Straßberg stimmt."
Showtanz nach Sirenenalarm
Zusammen mit Stefan Jetter übergab Ilija Pilic an Kommandant Daniel Nagraszus ein Geschenk. Denselben Gedanken hatten auch die Straßberger und Kaiseringer Vereine und brachten gleich ein riesengroßes und gut gefülltes Vesperbrett mit. "Was lange währt, wird endlich gut", fasste der Vereinssprecher Manfred Bopp zusammen.
Nach den Grußworten gab es noch ein bisschen Gaudi: Die jungen Feuerwehrfrauen hatten die Idee, anlässlich der Feuerwehrhauseinweihung einen Showtanz ein zu üben. 14 Mädchen und junge Frauen im Alter von vier bis 17 Jahren haben unter Leitung von Madleen Nolle eine Tanzeinlage in Feuerwehrmanier aufgeführt: Nach dem Sirenenalarm entbrannte ein wahres Spektakel mit Glitzer, Rauch und Wasser.