Das Gültlinger Feuerwehrhaus in der Ortsmitte muss ertüchtigt werden, doch auch das nahe Rathaus könnte in die Überlegungen zum Raumprogramm einbezogen werden. Foto: Uwe Priestersbach

Der Wildberger Gemeinderat gab grünes Licht für einen Planungsauftrag in Sachen Gültlinger Feuerwehrhaus – allerdings erst nach einer erneuten Diskussion.

Außerdem beschloss das Gremium bei einer Enthaltung die Bildung eines baubegleitenden Ausschusses, der sich mit dem Raumprogramm für das Feuerwehrhaus beschäftigen und dabei auch insgesamt die Nutzflächen in der Gültlinger Ortsmitte betrachten soll. Hintergrund dafür sind mögliche Synergieeffekte, falls die Feuerwehr einen Raum im sanierten Rathaus nutzen könnte.

 

Wie Bürgermeister Ulrich Bünger unter Hinweis auf die Historie vorausschickte, hatte man sich zunächst schwer getan mit der Standortfrage. Mittlerweile habe man jedoch beschlossen, in der Ortsmitte zu bleiben, was auch von der Feuerwehr „ausdrücklich begrüßt wird“. Die Berufung eines baubegleitenden Ausschusses bezeichnete der Rathauschef als „bewährte Vorgehensweise“.

Zudem müsse man sich jetzt im Gemeinderat darauf verständigen, vertieft ins Raumprogramm einzusteigen, machte Bünger mit Blick auf die vorgesehene Zeitschiene deutlich. Bis zum 1. Februar 2026 müsse der Zuschussantrag gestellt werden, um in das entsprechende Förderprogramm aufgenommen zu werden, und für diesen Antrag brauche man eben eine Entwurfsplanung samt Raumprogramm und Kostenschätzung.

Unfallkasse stellt Missstände fest

Zur Erinnerung: Das Feuerwehrhaus in Gültlingen muss auch deshalb ertüchtigt werden, weil von der Unfallkasse Baden-Württemberg sicherheitsrelevante Missstände festgestellt wurden. Daher hatte der Gemeinderat im Februar festgelegt, im Zuge einer Interimslösung die dringendsten Mängel noch in diesem Jahr provisorisch zu beheben und dafür 20.000 Euro bereitzustellen. Schwerer tat sich das Gremium allerdings mit der Zeitschiene für Planung und Baubeginn der eigentlichen Ertüchtigung.

Immerhin dürften die förderfähigen Gesamtbaukosten für den Anbau von zwei Fahrzeugboxen und die nötige Ausstattung nach aktuellem Stand bei rund 2,5 Millionen Euro liegen. Mit Blick auf die geschätzte Förderung in Höhe von 950.000 Euro würde sich der städtische Eigenmittelbedarf somit auf 1,55 Millionen Euro belaufen.

Für die CDU machte deren Fraktionsvorsitzender Gerhard Ostertag deutlich, dass die Umsetzung der Feuerwehrhaus-Sanierung in Gültlingen frühestens nach der Fertigstellung des Sulzer Feuerwehrhauses möglich sei. „Wir haben noch nie die Notwendigkeit in Frage gestellt, aber im Haushaltsplan ist die Planung 2026 und die Ausführung 2027/28 vorgesehen“, rief Ostertag in Erinnerung.

Synergieeffekt mit dem Rathaus?

CDU-Rat Siegfried Herter zeigte sich unter Hinweis auf die Nähe zum Rathaus zudem überzeugt, dass man dort für die Gültlinger Feuerwehr als Synergieeffekt einen Schulungsraum unterbringen könnte. Auch über eine gemeinsame Heizung müsse man nachdenken.

Der Gültlinger Ortsvorsteher Walter Baur wies auf die begrenzte Fläche in der Ortsmitte hin und darauf, dass an diesem Standort auch die besonderen Anforderungen an die Abteilungswehr im Raumprogramm berücksichtigt werden müssten. Als Beispiele nannte er mögliche Waldbrandeinsätze sowie die Funkstelle Lerchenberg mit ihren unterirdischen Bunkeranlagen.

Für die Freien Wähler signalisierte Tim Dombrowske unter Hinweis auf das wichtige Feuerwehrthema Zustimmung zum Vorschlag der Verwaltung, aber auch Regina Schröder (Grüne) war dafür, „dass es zügig weitergeht“. David Mogler (SPD) wies darauf hin, dass man in der Tat überlegen könnte, „vorhandene Synergien im Gültlinger Rathaus zu nutzen“.