Das Gültlinger Feuerwehrhaus soll umfassend ertüchtigt und mit einer Nahwärmezentrale ausgestattet werden. Foto: Uwe Priestersbach

Der Wildberger Gemeinderat billigte die Vorentwurfsplanung zur Modernisierung des Feuerwehrhauses in Gültlingen und lehnte einen alternativen Antrag ab.

Bei der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres mussten die Räte zunächst über einen Antrag von Edwin Bäuerle (Freie Wähler) befinden, der einen Alternativ-Entwurf mit einem erweiterten Raumprogramm präsentiert hatte, um den zukünftigen Platzbedarf der Feuerwehr dauerhaft zu sichern. „Diese Erweiterung ist die Letzte, danach kann man nichts mehr machen“, lautete seine Sorge.

 

Konsens gefunden

Bei den übrigen Ratsmitgliedern stieß der von Edwin Bäuerle vorgelegte Entwurf allerdings auf wenig Gegenliebe. Zwar bescheinigte Regina Schröder (Grüne) dem Antrag „viel Herzblut“, doch in der Sache sah sie Schwierigkeiten. Zudem habe man im baubegleitenden Ausschuss einen Konsens gefunden, während im alternativen Antrag die Kosten nicht angesprochen würden.

Für CDU-Rat Daniel Lutz fällt der Vorschlag von Edwin Bäuerle „zu groß aus“. Man habe sich von der jetzt im baubegleitenden Ausschuss favorisierten Lösung überzeugen lassen, wobei Lutz betonte: „Die Planung ist stimmig.“

Mit Blick auf die fehlende Kostenschätzung machte Rolf Dittus (Freie Wähler) deutlich, dass es „auf dieser Basis ausgeschlossen ist, dass wir dem zustimmen“. Wie Bürgermeister Ulrich Bünger anmerkte, sei der vorgeschlagene Entwurf „inhaltlich sehr konstruktiv behandelt“ worden – und er sprach von einem „demokratischen abgewogenen Entscheidungsprozess“. In der folgenden Abstimmung folgte kein Rat dem Antrag von Edwin Bäuerle. Das Gremium sprach sich mehrheitlich für den Verwaltungsvorschlag aus.

Bürgermeister Ulrich Bünger hatte zuvor an die intensive Suche nach dem richtigen Standort für das Gültlinger Feuerwehrhaus erinnert – und daran, dass die Feuerwehr für den bestehenden Standort in der Ortsmitte plädiert hatte. Nicht unerwähnt ließ der Rathauschef, dass ein Neubau an einem anderen Standort wesentlich teurer geworden wäre.

Bei der aktuellen Planung zur Ertüchtigung des Feuerwehrhauses handele es sich nach reiflicher Abwägung der Beteiligten um einen sinnvollen Kompromiss, aber „ohne Abstriche an der Sicherheit“, unterstrich Bünger. Er betonte, dass die Verwaltung „zu 100 Prozent hinter dieser Planung steht“.

Wie in der Vorlage weiter ausführt wird, könne mit der nun gefundenen Lösung eine „zukunftsgerichtete Funktionalität und Einsatzsicherheit gewährleistet werden“. Ebenso sei das Vorhaben städtebaulich gefällig und könne ohne nachteilige Auswirkungen auf die benachbarten Nutzungen in der Gültlinger Ortsmitte realisiert werden.

Geothermie bietet sich an

Die Planung sieht neben der reinen Nutzung als Feuerwehrhaus auch die Unterbringung einer Nahwärmezentrale im Untergeschoss für die in der Ortsmitte liegenden städtischen Gebäude vor. Dabei sieht man es als Vorteil, dass die Unterbringung platzsparend ohne weiteren Flächenverbrauch erfolgt. Aus wirtschaftlichen und umwelttechnischen Gründen biete sich eine Nutzung der Geothermie an. Daher ist vorgesehen, die Erdwärmesonden entsprechend des Bedarfs und in Verbindung mit der Freiflächengestaltung fortlaufend auszubauen.

Die Kosten für Um- und Anbau werden Stand jetzt auf 2,65 Millionen Euro geschätzt, während für die Heizzentrale weitere 232 000 Euro veranschlagt werden. Vor diesem Hintergrund wird die Verwaltung im nächsten Schritt die Fördermöglichkeiten prüfen und die Förderanträge zielgerichtet stellen, um ein Maximum an Zuschüssen zu erzielen.