Wer auf dem Land lebt, ist im Notfall fast immer auf die Freiwillige Feuerwehr angewiesen. Doch oft ist die Infrastruktur alt und Gebäude sanierungsbedürftig – auch in Heinstetten. Eine Herausforderung auch für Meßstetten in Zeiten knapper Kassen.
Das Feuerwehrgerätehaus in der Heinstetter Riedstaße entspricht heute bei weitem nicht mehr den Anforderungen der Zeit. Ein modernes und funktionales Gerätehaus ist jedoch von entscheidender Bedeutung für die Sicherheit und Einsatzbereitschaft der Feuerwehr.
Bereits 2022 hatte die Verwaltung Meßstetten eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um Sanierungsmöglichkeiten und eine Erweiterung am bestehenden Standort zu prüfen.
Im Heinstetter Baugebiet Pfarrwiesen soll der Neubau entstehen
Das Ergebnis war eindeutig: Ein Neubau ist aus wirtschaftlichen Gründen unumgänglich. Ein geeignetes Grundstück wurde am Ortsausgang im Baugebiet Pfarrwiesen zwischen der Landesstraße 196 und der Straße „Auf Wingen“ gefunden. Schon damals war absehbar, dass die Investition sehr teuer ausfallen wird.
Daher hat der Technische Ausschuss einen Architektenwettbewerb ausgerichtet. Drei Architekturbüros wurden zur Teilnahme eingeladen; insgesamt 23 000 Euro ließ die Stadt sich das kosten – 9700 Euro für das erstplatzierte Büro, 7600 Euro für das zweit- und 5700 Euro für das drittplatzierte.
Das Siegerbüro musste noch mal an den Entwurf ran
Am 20. März 2024 hat das Preisgericht über die Entwürfe beraten – und einstimmig den Entwurf des Büros Gaus Architekten zum Sieger gewählt. Auffallend daran war unter anderem die Dachform: ein Sheddach – Sägezahndach – mit Oberlichtern.
Diese Dachform gehört zu den kostspieligeren Formen, und die Wartung ist teurer als beim Pultdach. Deshalb sollte das Büro Gaus eine Variante mit einem günstigeren Dach vorlegen und das Gebäude etwas verkleinern, um die Kosten von knapp drei Millionen Euro zu verringern.
Funktionalität mit Ästhetik verbinden
Im Technischen Ausschuss stellte der geschäftsführende Inhaber Christian Gaus mögliche Varianten vor, um Kosten zu sparen. Dabei betonte er, dass es nicht nur darum gehe nach Funktionen zu planen, sondern den Räumen auch Atmosphäre zu geben.
Feuerwehrhäuser sind keine Gebäude von der Stange, sondern Sonderbauten, die an die Eigenheiten des Dienstbetriebes angepasst werden müssen.
Deshalb gibt es für den Bau von Feuerwehrhäusern eine eigene Norm, die sich nun auch in dem angepassten Entwurf widerspiegelt: Das Sheddach wurde durch ein Pultdach ohne Oberlichter ersetzt. Außerdem wird das Gebäude auf der Nord-Westseite auf 909 Quadratmeter verkleinert.
Damit können die Kosten auf knapp 2,5 Millionen Euro gesenkt werden. Noch mehr Einsparpotenzial von etwa 173 000 Euro wäre möglich, wenn auf einen Feuerwehrstellplatz verzichtet wird.
Für das neue Feuerwehrgerätehaus gibt es Fördermittel
Für den Neubau können Fördermittel beantragt werden. Die erste Vorabstimmung mit Kreisbrandmeister Sven Röger hat bereits stattgefunden. Beim Bau von Feuerwehrhäusern beträgt die Förderung 120 000 Euro für die ersten beiden Stellplätze sowie 110 000 Euro für den dritten Stellplatz in Form eines Festbetrags.
Die Entscheidung im Technischen Ausschuss fiel einstimmig aus: Die Verwaltung wird beauftragt, die Baugenehmigung bis zur Entwurfsplanung dem Gemeinderat zur Entscheidung vorzulegen.
Unter Berücksichtigung möglicher weiterer Einsparpotenziale wird zudem empfohlen, den Sperrvermerk im Haushalt 2025 um die Summe der zu erwartenden Planungskosten in Höhe von rund 140 000 Euro aufzuheben.
Sollte der Gemeinderat grünes Licht geben, könnte laut Christian Gaus im Oktober 2025 der Bauantrag eingereicht und im ersten Quartal 2026 mit dem Bau begonnen werden.