In Einsatzkleidung und mit Schlauch durch einen eingestürzten, engen Flur zu gelangen, ist keine einfache Aufgabe. Foto: Geisel

Üben wie im und für den Ernstfall: Atemschutzgeräteträger aus dem gesamten Ausbildungsbezirk 5 des Landkreises Calw waren am Wildberger Feuerwehrhaus im Brandcontainer gefordert.

Wildberg - Niemand hofft, dass dieser Fall einmal eintritt, doch völlig vermeiden lässt es sich nicht. Früher oder später sehen sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr einmal einem Feuer gegenüber. Damit sie darauf bestmöglich vorbereitet sind, wird regelmäßig im Brandcontainer unter möglichst realen Bedingungen geübt. Zum zehnten Mal konnte der Brandcontainer bei der Wildberger Feuerwehr aufgestellt werden. Rund 150 Atemschutzgeräteträger aus dem Ausbildungsbezirk 5 trainierten in dem gasbefeuerten Metallbau.

Drei Tage lang, von morgens bis abends, kämpfte sich Trupp um Trupp durch den Parcours. Obmann Joachim Hein hatte besonderen Wert darauf gelegt, das Szenario realistisch und vielfältig zu gestalten. Denn wo, wenn nicht im Container, können Atemschutzgeräteträger auf den Ernstfall vorbereitet werden?

Einsatzkräfte sollen Taktik verinnerlichen

Auf die Zeit, in welcher die Feuerwehrleute die Aufgaben meistern, kommt es ihm dabei gar nicht an. Sie sollen die Taktik verinnerlichen. Dazu gehört, den Innenangriff bei einem echten Brand zu üben. Da wird den Einsatzkräften auch mal das Wasser abgedreht, wenn sie einen Brandherd übersehen haben, der ihnen im Ernstfall den Schlauch durchgebrannt hätte. "Es geht darum, Gefahren zu erkennen", erklärt Joachim Hein. "Wie bewege ich mich? Wie führe ich mein Strahlrohr?" Die Belastung, die Hitze, die Verrauchung verbunden mit kaum vorhandener Sicht: All das macht einen echten Einsatz aus – und auch gefährlich, wenn man nicht damit umzugehen weiß.

Selten gelangen Feuerwehrleute aber direkt zum Feuer. Zunächst müssen sie durch verschlossene Türen, müssen Hindernisse und Treppen überwinden. Deswegen hat Joachim Hein das Gelände einbezogen und schickte die Atemschutzgeräteträger die Treppe im Turm hinauf und durch einen Tunnel in die Hocke. "Der Weg zum Brandherd stellt oft die größte Belastung dar", weiß der Obmann.

Gruppenführer bewerten ihre Leute selbst

Vor und nach jedem Übungsdurchgang fand eine Besprechung statt. Neu in diesem Jahr: Die Gruppenführer lenkten und bewerteten ihre Leute selbst. Die Ausbilder standen nur beratend zur Seite. Viele hätten das klasse gefunden, freut sich Hein. Das bringe den Gruppenführern vieles an Erfahrung, das Wichtigste für Hein. Denn: "Das A und O ist, zu lernen, im Brandfall taktisch vorzugehen." In dieser Hinsicht war der Brandcontainer sicher eine Bereicherung.

Videodreh für Toleranz

Die Feuerwehr Wildberg nutzte die vergangenen Tage zudem, um ein Video zu drehen und damit ein Zeichen zu setzen – getreu dem Aufruf des Ministeriums des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg: "Wir setzen #gemeinsam ein Zeichen gegen Hass und Hetze – und für Vielfalt und Toleranz!" Im Rahmen der Kampagne konnten Gruppen mit zwei bis acht Personen ein Video drehen und einschicken, in welchem sie den Hashtag "gemeinsam" in den Fokus rücken.