139 Delegierte aus 24 Feuerwehren des Landkreises waren beim Delegiertentag anwesend. Bei Investitionen wird man künftig priorisieren müssen, erklärt Landrat Sven Hinterseh.
Kreisbrandmeister Florian Vetter berichtete, dass es im Schwarzwald-Baar-Kreis 20 selbstständige Feuerwehren mit 74 Abteilungen gebe, in denen sich 2612 aktive Feuerwehrangehörige engagieren.
Hinzu kommen vier Werksfeuerwehren mit 77 Werksfeuerwehrangehörigen, 18 Jugendfeuerwehren mit 44 Abteilungen und 691 Angehörigen, sowie 801 Mitglieder der Altersmannschaften.
Insgesamt waren die Feuerwehren des Landkreises bei 1890 Einsätzen gefordert, so Florian Vetter. Gerufen wurden die Feuerwehrleute beispielsweise zu 697 Technischen Einsätzen, 380 Brandeinsätzen, 284 Alarmen an Brandmeldeanlagen, 236 Blinde Alarme oder 147 Gefahrgut- und Öleinsätzen. Insgesamt konnten 325 Personen von der Feuerwehr gerettet und 50 Personen nur noch tot geborgen werden, berichtete der Kreisbrandmeister.
Ein großes Augenmerk lege man auf die Aus- und Fortbildung. Es gab eine ganze Reihe von Lehrgängen auf Kreisebene, bei denen 1661 Feuerwehrangehörige ausgebildet wurden, so Vetter. Weiterhin wurden Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule besucht.
Premiere Andreas Schirm
Für Andreas Schirm, den neuen Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Schwarzwald-Baar, war es seine erste Dienstversammlung, die er leiten durfte. Mehrfach habe er sich mit seinem Vorgänger Reinhold Engesser getroffen und einen harmonischen Übergang erreicht. In seinem ausführlichen Bericht streifte er seine Aktivitäten des letzten Jahres, wobei zu den Schwerpunkten der Auftritt auf der Südwest-Messe gehörte, der zum Erfolg wurde.
Oberbürgermeister Jürgen Roth unterstrich die Wichtigkeit einer aktiven Feuerwehr im Schwarzwald-Baar-Kreis. Für ihn sind die Feuerwehrmänner und die Feuerwehrfrauen die Helden der Gesellschaft, weil sie vieles freiwillig machen und sich für die Menschen einsetzen. Dass diese Hilfsorganisation einen hohen Stellenwert hat, machte er an dem Großeinsatz in der Villinger Altstadt fest, als Mitte Juni rund 100 Einsatzkräfte gegen die Flammen kämpften, und er dankte noch einmal allen Wehren, die mitgeholfen haben, dieses Ereignis zu stemmen. Man kann sich auch gut vorstellen, was früher in der Stadt passiert wäre, wenn es nicht so eine aktive und leistungsfähige Feuerwehr gegeben hätte, sagte Roth.
Landesweit 84 Millionen Euro Förderung
Auch der Landtagsabgeordneten Martina Braun liegt das Feuerwehrwesen sehr am Herzen, sagte die Grünen-Politikerin. Sie berichtete, dass im Jahr 2024 insgesamt 1,5 Millionen Euro an Landesgeldern in den Schwarzwald-Baar-Kreis und die Feuerwehren geflossen. Mit Blick auf neue Zuwendungen für das Feuerwehrwesen (Z-Feu) werden im Jahr 2025 landesweit 84 Millionen Euro für die Feuerwehrförderung bereitgestellt. „Das ist ein absoluter Rekord“, sagte die Landtagsabgeordnete. Denn so viel Geld habe das Land noch nie in einem Haushalt für die Feuerwehren ausgegeben.
Vereinfacht habe man auch Ausschreibungen für die Löschfahrzeuge beispielsweise, um die Bürokratie zu reduzieren, damit die Feuerwehren mehr Planungssicherheit haben, berichtete Martina Braun.
Professionelle Zusammenarbeit
Ihr Landtagskollege Nico Reith von der FDP unterstrich, dass die Entbürokratisierung für die Ehrenamtlichen ein wichtiges Thema sei. Auch versuche man, die Rahmenbedingungen vor Ort so zu schaffen, um der Wertschätzung und der Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren, Rechnung zu tragen. Für ihn herausragend sei auch der ständige Wandel an Herausforderungen, sagte Nico Reith.
Daniel Heuseck, Leiter des Villinger Polizeireviers, hob die professionelle Zusammenarbeit mit der Feuerwehr hervor. Einsätze gab es genug, so der Polizeirat. Bezirksbrandmeister Christoph Glaisner hob die Gemeinschaftsleistung der Feuerwehr hervor. Besonders lobte er das Engagement der Führungskräfte.
Neue Herausforderungen
Mit neuen Herausforderungen, wie dem Operationsplan Deutschland, der aus der Bundeswehr kommt, muss sich künftig die Feuerwehr beschäftigen, sagte Landrat Sven Hinterseh. Dieser werde aber in den Zivil- und Katastrophenschutz heruntergebrochen, so Hinterseh und er sagte in Richtung der Landespolitik, dass das Land Baden-Württemberg hier eine Aufgabe habe und sich diesem Thema stellen müsse. Der Landrat erwähnte auch die schwierigen Haushaltssituationen in den Städten und Gemeinden, die bemüht sind, dass notwendige Investitionen getätigt werden. Nichts anderes gelte für den Schwarzwald-Baar-Kreis, so Hinterseh.
Es werde nicht alles geben, man werde priorisieren müssen, so Sven Hinterseh mit Blick auf die Investitionen, die für den Bevölkerungsschutz und die Feuerwehren notwendig sind.
Ehrungen
Nadeln und Medaillen
Während der Versammlung gab es eine ganze Reihe von Beförderungen und Verabschiedungen. Außerdem standen Ehrungen an. Demnach wurden mit der Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Oliver Kaltenmark, Mathias Burkhard und Oliver Klein ausgezeichnet. Die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille in Silber des Landesfeuerwehrverbandes erhielten Andreas Ermel, Gerd Gahre, Jürgen Rösch und Claus Strobel.