Bei einer gemeinsamen Übung zeigen die Feuerwehren Höfen und Bad Wildbad ihr Können. Während die Höfener Atemschutzträger die „Bewohner“ aus den Zimmern retten, starten die Wildbader Trupps anschließend den Löschangriff.
Das neue Pflegeheim Haus Burghardt an der Liebenzellerstraße in Höfen ist am Freitagabend Schauplatz einer Alarmübung der Freiwilligen Feuerwehren aus Höfen und Bad Wildbad.
Der Höfener Kommandant Thomas Braune und Gruppenführer Jens Großmann haben die Übung vorbereitet. Auch der Wildbader Feuerwehrvize Gerhard Wurster ist als Beobachter mit dabei.
Sechs Mitarbeiterinnen wollen sich retten lassen
Carolin Burghardt, die das Pflegeheim zusammen mit ihrem Vater Frank Burghardt leitet, weist die Statisten in ihre Rollen ein. Sechs ihrer Mitarbeiterinnen wollen sich von der Feuerwehr retten lassen.
Auch Bürgermeister Heiko Stieringer macht mit und ein paar Jungs aus der Jugendfeuerwehr, die aber mit der Drehleiter gerettet werden wollen, wie einer von ihnen ausdrücklich verlangt.
Nebelmaschine im Einsatz
Beim „Brandherd“, der im Bereich der Teeküche im zweiten Obergeschoss angenommen wird, setzt Gruppenführer Großmann die Nebelmaschine in Gang und schon verbreiten sich die „Rauchschwaden“. „Der Nebel ist geruchlos und ungefährlich“, versichert Großmann.
In Zimmer zwei liegt Jessica Binder im Pflegebett. Langsam quillt der Nebel ins Zimmer, erst an der Decke entlang, dann reicht die Nebelwand bis zum Boden und wird immer dichter. „Ich sehe jetzt fast gar nichts mehr, nicht einmal die Lampe“, klagt Binder, bleibt aber trotzdem tapfer im Dunkeln liegen.
Eine gefühlte Stunde später nähern sich Schritte, Sprechfunk und das Schnaufen von Atemgeräten sind zu hören. Es klingt etwa so, wie Darth Vader in „Krieg der Sterne“. Zwei schemenhafte Gestalten tasten sich im Licht der Helmlampen ins Zimmer. Erst als sie dicht vor dem Bett stehen, erkennt man die Feuerwehrleute. Die erfassen die Lage auf einen Blick und melden der Einsatzleitung, „erste Person gefunden, wir beginnen mit der Rettung“.
An der Matratze sind Tragegurte eingebaut, damit heben sie die „bewusstlose“ Frau aus dem Bett und tragen sie über den Korridor zur Dachterrasse ins Freie. Zusammen mit weiteren Bewohnern gelangt sie von da über die Drehleiter auf sicheren Boden.
Drehleiter ausgefahren
Eine andere Gruppe rettet sich aus dem verrauchten Bereich über die Feuertreppe an der Nordseite der Residenz. Vor dem Gebäude blinken die Blaulichter zahlreicher Löschfahrzeuge, die Wildbader Drehleiter wird vor dem Haupteingang ausgefahren und drum herum wimmelt es von Feuerwehrleuten, die zielstrebig ihren Aufgaben nachgehen.
Zwei Mann rollen Schläuche hinüber zum Hydranten beim Gemeindehaus, eine zweite Wasserstelle beim Bauhof haben die Höfener Feuerwehrleute schon angeschlossen. Aber der Wasserhahn wird bei dieser Übung nicht wirklich aufgedreht, denn damit wäre der Neubau wieder ruiniert.
„Schwerpunkt der Übung war die Evakuierung der Heimbewohner“, erläutert Braune. Die Rettung aus den Zimmern sei die Aufgabe der Höfener Atemschutzträger gewesen, die Wildbader Trupps starteten anschließend den Löschangriff.
Alarmierung läuft schief
Die Zusammenarbeit mit den Wildbader Kollegen sei gut koordiniert gewesen. „Was leider schief lief, war die Alarmierung“, beklagt Braune. Es sei ein Fehler in der Leitstelle gewesen. Im Alarmobjekt sei nicht angelegt gewesen, dass die Feuerwehren von Höfen und Wildbad gleichzeitig alarmiert werden sollten. Der Alarm sei dann manuell ausgelöst worden und es habe eine Viertelstunde länger gedauert, bis die Wildbader Feuerwehr eingetroffen sei. „Wir hatten deshalb anfangs zu wenig Manpower“, stellt Braune fest.
Anfang Oktober werde die Brandmeldeanlage des Pflegeheims mit der Leitstelle verbunden. Dann sei dieser Fehler behoben und im Alarmfall würden die Feuerwehren Höfen und Bad Wildbad gleichzeitig gerufen.