Landesfeuerwehrpräsident Michael Wegel (Mitte) und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Freudenstadt, Maik Zinser (rechts), überreichten Frank Jahraus die Ehrenmedaille in Gold. Foto: Monika Braun

Eine Verabschiedung hatte er sich ausdrücklich nicht gewünscht – nun kam es für den scheidenden Kreisbrandmeister Frank Jahraus anders. So mancher durchkreuzte seine Pläne.

Gleich mehrere Überraschungen gab es für Kreisbrandmeister Frank Jahraus bei seiner letzten offiziellen Amtshandlung bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Seewald im Bürgerhaus Göttelfingen. An seinem Geburtstag und nach 20 Jahren engagierter und prägender Tätigkeit wurde Jahraus feierlich und offiziell verabschiedet.

 

Die erste Überraschung war die fast komplette Anwesenheit aller Feuerwehrkommandanten des Landkreises. Mit ihrem geschlossenen Erscheinen unterstrichen sie das hohe Ansehen, das sich Jahraus in den vergangenen zwei Jahrzehnten erworben hatte. Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den kommunalen Feuerwehren war stets eine seiner großen Stärken – und wurde auch an diesem Abend deutlich.

„So einfach lassen wir dich nicht von der Bildfläche verschwinden“, sagte Seewalds Gesamtkommandant Andreas Krake zum sichtlich gerührten Brandmeister. Landrat Andreas Junt stimmte ein Geburtstagsständchen für den „Kreisbrändy“ an. Jahraus habe sich ausdrücklich keine offizielle Verabschiedung gewünscht, diese sei jedoch allen ein großer Wunsch gewesen, erklärte Junt.

Junt: „herausragender Mensch und Freund“

„Auch wir müssen deinen Abschied verarbeiten“, sagte Junt. „Du hast über 20 Jahre so viel geleistet, daher sind wir heute alle da“, so der Landrat, der zusammen mit dem ersten Landesbeamten des Landkreises, Reinhard Geiser, gekommen war. Junt würdigte in seiner Ansprache die fachliche Kompetenz, das Organisationstalent und die menschliche Art des scheidenden Kreisbrandmeisters. „Du warst immer sehr bodenständig und nah an den Feuerwehren vor Ort dran, du warst nicht nur ein herausragender Kreisbrandmeister, sondern bist ein herausragender Mensch und ein Freund für mich geworden“, sagte Junt.

Martin Frey Gesamtkommandant der Feuerwehr Baiersbronn, sprach im Namen der gesamten Kommandanten und überbrachte die Geschenke und den Dank für ein großartiges Engagement. „Es war uns eine Ehre, dass du unser Kreisbrandmeister warst“, sagte Frey.

„Damit habe ich nicht gerechnet“, gestand Jahraus. Sichtlich bewegt dankte er den Feuerwehrangehörigen und den kommunalen Verantwortlichen und bat auch um eine gute Aufnahme seines Nachfolgers. „Ich danke euch allen für diese tolle Zeit. Es war eine schöne Zeit, und es war mir eine Ehre, euer Kreisbrandmeister gewesen zu sein.“ In seiner Rede im Rahmen der Hauptversammlung hatt er betont, dass sich die Feuerwehren nicht an ihren Einsätzen messen sollten. „Die besten Feuerwehren sind die, die wenig Einsätze haben, denn dann kommt niemand zu Schaden“, sagte er.

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbands, Michael Wegel, hatte bereits einige Grußworte gesprochen und über die aktuellen Themen in Bezug auf das Feuerwehrwesen im Land gesprochen. „Macht bitte weiter so, das Land braucht euch“, sagte er an alle Feuerwehrleute gerichtet.

Ehrenmedaille in Gold vom Landesverband

Wegel hatte für Jahraus eine weitere Überraschung im Gepäck. Als höchste Auszeichnung des Landesfeuerwehrverbands überreichte er ihm die Ehrenmedaille in Gold. „Du warst immer ein Mann, der auch Mensch war“, sagte der Landesfeuerwehrpräsident.

Die Veranstaltung war geprägt von großer Wertschätzung, persönlicher Verbundenheit und dem Bewusstsein, dass mit seinem Abschied eine prägende Ära im Landkreis zu Ende geht. Mit lang anhaltendem Applaus verabschiedeten die Gäste den Kreisbrandmeister, der über zwei Jahrzehnte hinweg mit Herzblut, Weitblick und Verantwortung das Feuerwehrwesen im Kreis Freudenstadt mitgestaltet hat. Am Ende gab es zum Abschied für alle Kommandanten eine herzliche Umarmung von einem sehr gerührten Frank Jahraus.