In der ganzen Stadt sind die E-Scooter zu finden. Foto: Otto

Sirenen am Sonntagmorgen in Rottweil: Ein brennender E-Scooter löst einen Feuerwehreinsatz mitten in einem Wohngebiet aus. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art – doch was steckt dahinter, und wie lässt sich so etwas künftig verhindern?

Die Feuerwehr rückte am Sonntagmorgen gegen 10.30 Uhr zu einem Einsatz in der Tannenstraße aus. Grund war, und das nicht zum ersten Mal, ein brennender E-Scooter.

 

Die Einsatzkräfte – insgesamt zehn Personen – konnten den Brand zügig unter Kontrolle bringen. „Vor Ort haben wir den brennenden Akku mit Wasser gelöscht, den Akku vom Roller getrennt und ihn in ein Wasserbad gelegt, um ihn vollständig abzukühlen“, schildert Stadtbrandmeister Frank Müller den Ablauf des Einsatzes. Verletzt wurde niemand.

Schon der zweite Vorfall

Zur Ursache konnte Müller keine genauen Angaben machen, geht jedoch von einem technischen Defekt aus. Er erinnert sich daran, dass es bereits vor einigen Monaten in der Kaiserstraße einen ähnlichen Vorfall gab.

Brandursache noch unklar

Nach dem Einsatz wurde der beschädigte Roller von der Polizei mit Flatterband als defekt gekennzeichnet. Die Firma Zeus, die das Fahrzeug bereitgestellt hat, wurde über den Vorfall informiert. Sie sei für die Entfernung und Entsorgung des Rollers verantwortlich und übernehme auch die Einsatzkosten, so Müller.

Auf Anfrage unserer Redaktion äußert sich nun auch das Unternehmen Zeus zu dem Vorfall. Nico Reitemeier, zuständig für die Bereiche Geschäftsentwicklung und Kundenerlebnis bei Zeus, erläutert, zur genauen Brandursache könne man derzeit keine abschließende Aussage treffen. „Die genaue Ursache des Vorfalls wird derzeit durch interne und externe Fachstellen untersucht. Erste Hinweise deuten auf einen technischen Defekt im Batteriesystem hin, jedoch stehen belastbare Ergebnisse noch aus.“

Frank Müller zeigt sich wenig überrascht von dem Vorfall: „Ich gehe davon aus, dass das nicht der letzte Brand in dieser Form sein wird, zu dem wir gerufen werden.“

Das Alter könnte eine Ursache sein

Äußere Einflüsse wie Sonneneinstrahlung hält er für unwahrscheinlich: „Da die Fahrzeuge eigentlich für den Außeneinsatz gebaut sind, dürfte Hitze allein normalerweise keinen Brand auslösen. Ich vermute eher, dass das Alter eine Rolle spielen kann und mit der Zeit ein Zersetzungsprozess im Inneren beginnt.“

Zeus sieht das ähnlich, schließt jedoch extreme Wetterbedingungen als mögliche Mitursache nicht vollständig aus: „Unsere Fahrzeuge sind grundsätzlich so konzipiert, dass sie auch normalen Witterungsbedingungen standhalten. Extreme Hitze kann jedoch eine Belastung darstellen. Wir evaluieren aktuell, ob zusätzliche Maßnahmen zum Schutz vor Überhitzung sinnvoll und umsetzbar sind. “ Das Thermometer zeigte am Sonntag in Rottweil Temperaturen bis zu 17 Grad an – von extremen Temperaturen ist hier nicht die rede.

Bleibt noch die Frage, ob Nutzer jetzt jederzeit mit einem plötzlichen Brand rechnen müssen? Dazu beruhigt Reitemeier: „Das Risiko für die Bürger ist nach aktuellem Stand sehr gering. Solche Vorfälle treten äußerst selten auf. Unsere Fahrzeuge unterliegen regelmäßigen Sicherheitskontrollen und technischen Wartungszyklen. Zudem werden die verwendeten Batterien durch ein intelligentes System überwacht, das kritische Zustände frühzeitig erkennt und verhindert. Die Sicherheit unserer Nutzer hat oberste Priorität. Es gibt aktuell keine Hinweise darauf, dass von unseren Rollern während der Fahrt eine konkrete Gefahr ausgeht.“

Tipps zum Löschen

Trotzdem will das Unternehmen nicht untätig bleiben. „Wir haben umgehend zusätzliche technische Prüfungen für unsere Flotte eingeleitet, insbesondere in Regionen mit hohen Temperaturen. Zudem überprüfen wir aktuell unsere Abstellrichtlinien und erweitern die Mitarbeiterschulungen zur Früherkennung technischer Auffälligkeiten. Wir stehen außerdem im Austausch mit dem Hersteller der Batteriesysteme, um mögliche technische Verbesserungen zu besprechen.“

Mit Wassern kann gelöscht werden

Stadtbrandmeister Müller hat abschließend noch einen praktischen Rat für Passanten: „Wenn jemand einen brennenden E-Scooter sieht, kann man – sofern es gefahrlos möglich ist – versuchen, ihn mit Wasser oder einem Feuerlöscher zu löschen. Dabei ist es egal, ob es sich um Schaum- oder Pulverlöscher handelt. Wichtig ist aber in jedem Fall, die Feuerwehr zu rufen. Denn auch wenn der Akku äußerlich gelöscht scheint, kann es im Inneren noch weiterbrennen.“