Die Feuerwehrleute an der Brandstelle in Hausen vor Wald. Deutlich ist zu sehen, wie die Flammen auf die Seite des Wohnhauses übergegriffen haben. Foto: Roland Sigwart

In Hausen vor Wald griff ein Feuer von einer Garage auf das Wohnhaus über. Die Polizei schätzt den Schaden auf 500 000 Euro. Der Akku eines Handwerksgeräts war offenbar explodiert.

500 000 Euro Schaden sind die Bilanz eines Garagenbrandes, der am Mittwochabend in Hausen vor Wald auf das angrenzende Anwesen übergegriffen hat. Als Ursache kommt ein in Brand geratener Akku eines technischen Geräts in Frage, so die Polizei.

 

Am frühen Abend war die Hüfinger Feuerwehr zu einem Hausbrand in der Ortsstraße gerufen worden, wo ersten Vermutungen vor Ort zufolge durch die Explosion eines Akkus eine Garage in Vollbrand geriet. „Während der Anfahrt war schon von Weitem eine riesengroße schwarze Rauchsäule sichtbar“, erklärte Feuerwehr-Einsatzleiter und Hüfingens Gesamt-Kommandant Markus Ziganczuk gegenüber der Redaktion.

Eventuell ein Akku-Schrauber

Bei dem Akku habe es sich wohl um kein größeres Gerät gehandelt, sondern um jenen eines Handwerksgeräts, wie etwa eines Akku-Schraubers. Wie das passieren kann? „Durch einen Fehler beim Ladevorgang kann es zu einer chemischen Reaktion kommen“, erklärte der Kommandant.

Nach den Löscharbeiten begutachten zwei Feuerwehrmänner das Dach der Garage. /Roland Sigwart

Beim Eintreffen der Kräfte stand bereits eine Garage des Wohnhauses in Vollbrand. Bereits auf der Anfahrt habe man gesehen, dass es nicht nur der Akku sei, erklärt Ziganczuk. Man habe dann direkt Verstärkung angefordert. Dank des schnellen und beherzten Eingreifens der insgesamt 70 Hüfinger Feuerwehrleuten sowohl aus der Kernstadt als auch aus allen Ortsteilen war der massive Hausbrand relativ schnell unter Kontrolle. Ein vollständiges Übergreifen der Flammen auf das gesamte Gebäude konnte verhindert werden. Dennoch habe auch das Hauptgebäude an der Seite schon etwas gebrannt: „Das Feuer hat sich an der Isolierung weiter nach oben gefressen“, erklärt Ziganczuk. Daher konnte ein Übergreifen nicht ganz verhindert werden.

Nachts wäre der Schaden wohl größer gewesen

Bereits nach einer Stunde waren die Flammen weitgehend gelöscht. „Zum Glück hat es tagsüber gebrannt und die Rettungskräfte war sehr schnell vor Ort. Wenn das ganze nachts passiert wäre, wäre der Schaden vermutlich wesentlich höher ausgefallen“, erklärte Hausens Ortsvorsteher Hans-Peter Münzer erleichtert. Während der gesamten Einsatzdauer von über zwei Stunden war die Ortsstraße, die Durchfahrtsstraße von Hausen vor Wald, für den Durchgangsverkehr komplett gesperrt.

Rund 70 Feuerwehrleute aus Hüfingen und den Ortsteilen sind im Einsatz. Sie können Schlimmeres verhindern. /Roland Sigwart

Neben allen Abteilungen und allen Fahrzeugen der Hüfinger Feuerwehr kamen am Mittwochabend auch die große Drehleiter der Donaueschinger Wehr und die Führungsgruppe aus der Donaustadt und Bräunlingen zum Einsatz.

Der Einsatz im Hüfinger Ortsteil hatte für die Feuerwehr dann auch irgendwann ein Ende. Wie Markus Ziganczuk erklärt, sei gegen 22 Uhr für die meisten Feuerwehrleute Schluss gewesen: „Die Abteilung aus Hausen hat noch kontrolliert, ob es sich eventuell weiter entflammt.“ Außerdem wurden acht Rettungskräfte und vier Polizeibeamte in den Hüfinger Ortsteil gerufen. Das verheerende Feuer verursachte ersten Angaben zufolge nur Sachschaden. Erste Schätzungen belaufen sich auf 500 000 Euro.

Familie kann sich ins Freie retten

Die Familie befand sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs im Wohnhaus und konnte sich ins Freie retten. Personen wurden nicht verletzt. Wie Markus Ziganczuk sagt, sei das Haus im aktuellen Zustand allerdings nicht bewohnbar. Das hat auch Hans-Peter Münzer im Gespräch mit einem Feuerwehrmann erfahren: „Bei den Löscharbeiten ist natürlich auch viel Wasser ins Haus geflossen.“ Die betroffene Familie sei aktuell wohl in einer Ferienwohnung im Ort untergebracht. „Wir wissen nicht, wie lange es dauert, bis alles wieder hergestellt ist“, sagt Münzer.

Die Frage einer dauerhaften Unterkunft werde sich daher schon bald stellen. „Leerstehende Wohnungen haben wir in Hausen, die sind aber nicht möbliert“, so der Ortsvorsteher.

Das macht die Feuerwehr

Riegelstellung
„Da die Garage bereits voll brannte, haben wir versucht, einen Riegel aufzubauen“, berichtet Gesamt-Kommandant Markus Ziganczuk. Als Riegel wird eine Taktik bezeichnet, um das Übergreifen eines Brandes auf ein weiteres Gebäude zu verhindern, etwa durch Wasserwerfer. Dabei wird sehr viel Wasser benötigt. Ein Riegel kam etwa auch beim Brand des Bräunlinger Palmhofes im Mai zum Einsatz.