Die Feuerwehr wurde am Dienstag zu einem Täuschungsalarm ins Industriegebiet gerufen. Foto: FFW Sulz

In Sulz halten Brandmeldeanlagen die Feuerwehr-Abteilung auf Trapp. Schon an drei Morgen lösten Melder einen Alarm aus, bei dem im Anschluss keine Ursache festgestellt werden konnte. Wer die Kosten solcher Täuschungsalarme zahlt, ist jedoch klar.

Während mit dem Maskenabstauben die närrische Zeit und das wilde Treiben eingeläutet wurde, ist manch einem nicht ganz nach feiern zumute – und zwar, wenn frühmorgens eine Brandmeldeanlage auslöst und mehrere Fahrzeuge der Feuerwehr-Abteilung ausrücken müssen.

 

So etwa geschehen am Dienstag gegen 5.45 Uhr, als die Helfer ins Industriegebiet auf Kastell alarmiert wurden. Bei der Erkundung der ersten Kräfte konnte jedoch lediglich ein Täuschungsalarm festgestellt werden.

Einsätze in Stadt und Industriegebiet

Tags darauf kommt es zu einem ähnlichen Vorfall. Am Mittwoch wurden die Einsatzabteilungen Stadt und Holzhausen etwa um 7 Uhr gemeinsam zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage im Stadtgebiet alarmiert. Bei der Erkundung konnte jedoch kein Auslösegrund festgestellt werden, die fünf Fahrzeuge fuhren wieder zurück.

Und am Donnerstagfrüh um 5:40 Uhr ebenfalls: Eine ausgelöste Brandmeldeanlage in einem Industrieunternehmen auf Kastell, wobei kein Auslösegrund festgestellt werden konnte.

Das Gerät irrt sich

„Eigentlich müsste man bei einer ausgelösten Brandmeldeanlage, bei der kein Auslösegrund feststellbar ist, immer von einem Täuschungsalarm sprechen“, erklärt Feuerwehrkommandant Florian Karl. Dabei handele es sich um eine Art von Falschalarms.

Ein Täuschungsalarm liege dann vor, wenn der Melder anhand von verschiedenen Gegebenheiten, etwa physikalischer oder chemischer Natur, fälschlicherweise den Zustand einer Gefahrensituation erkennen.

Zigarettenrauch und Spinnen

Das sei beispielsweise dann der Fall, wenn ein Brand- oder Rauchmelder anhand von Brandkenngrößen durch Zigarettenrauch, Küchendampf, Staub, aber auch sonstige Fremdkörper im Melder selbst wie Spinnen oder anderem Getier auf ein Schadensfeuer schließe.

„Da ein Auslösegrund vorhanden sein muss, darf man eigentlich nicht von einem Fehlalarm sprechen“, führt er aus. Allerdings werde das Wort „Fehlalarm“ ziemlich oft benutzt, wies er auf die genauen Bezeichnungen hin.

Betreiber zahlt Einsatz

Rückt die Feuerwehr für einen durch Küchendampf oder Spinnen ausgelösten Einsatz aus, muss der Betreiber der Brandmeldeanlage, also die Firmen, auf deren Gelände der Melder auslöst, für die Kosten aufkommen, erläutert der Kommandant.

Denn schließlich sei der Betreiber für den ordnungsgemäßen Zustand der Brandmeldeanlage verantwortlich. „Nach einem Täuschungsalarm wird er vermutlich die Herstellerfirma zu sich bestellen, um abzuklären, warum ein Melder fälschlicherweise ausgelöst hat“, überlegt Karl.

Gut zwei Drittel Täuschung

Die Feuerwehr hingegen überprüfe während ihres Einsatzes den auslösenden Melder und ob ein Brandereignis vorliege. Falls dies nicht der Fall sei, stellten die Einsatzkräfte die Brandmeldeanlage wieder in ihren Betriebszustand zurück, damit sie wieder aktiviert ist.

Doch kommen solche Täuschungsalarme häufig vor? „Im vergangenen Jahr hatten wir in Sulz 32 Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen“, gibt Karl einen Überblick. Bei elf bis dreizehn Alarmierungen davon habe es auch einen definitiven Auslösegrund und somit auch einen Schadensfall gegeben.

Fälle auch in Horb

Mit ähnlichen Einsätzen hat übrigens auch die Nachbarwehr in Horb zu tun. Anfang Dezember rückten dort 25 Kameraden ebenfalls in den Morgenstunden – um 6.38 Uhr – zu den Arkaden am Bahnhof aus. Im Technikraum des Einkaufszentrums hatte ein Brandmelder ohne für die Feuerwehrleute ersichtlichen Grund Alarm geschlagen.

Als der Löschzug mit 25 Mann unverrichteter Dinge umkehrte und fast schon wieder die Wache erreicht hatte, um 7.16 Uhr ein erneuter Alarm im Technikraum.

Doch dieses Mal wurde der „Übeltäter“ ausgebaut und der Betreiberfirma des Melders vor Ort zur Überprüfung gegeben.