Zu Einsätzen kam es zum Jahresbeginn unter anderem in Neufra (von links oben im Uhrzeigersinn), Epfendorf, Fluorn-Winzeln und Dornhan. Foto: Christian Klemm Blaulichtreport Rottweil, Feuerwehr Epfendorf, Feuerwehr Fluorn-Winzeln/ Montage: Ganter

Sechs Brände in einer Woche hielten die Feuerwehren im Kreis Rottweil Anfang Januar in Atem. Jetzt gibt es Neues zu den Brandursachen – und eine Einschätzung der Polizei.

Von Zimmern über Dornhan bis nach Neufra: Gleich sechs Mal hat es Anfang Januar innerhalb einer Woche gebrannt. In einem Fall entstand rund eine halbe Million Euro an Sachschaden. Jetzt gibt die Polizei ihre Einschätzung zur Häufung der Brände ab und teilt neue Erkenntnisse zu den jeweiligen Brandursachen mit unserer Redaktion.

 

Allein vier der Brände hatten sich am Neujahrstag ereignet, was einen Zusammenhang mit den Silvesterfeierlichkeiten nahelegt. Den bestätigt die Polizei zumindest teilweise.

Zwei Feuer sind Silvester zuzuordnen

In Zimmern musste die Feuerwehr am Neujahrstag um 1.06 Uhr ein Auto in Vollbrand löschen. Als Brandursache stellte die Polizei „unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerksabfall“ fest. Dieser war in einem Mülleimer entsorgt worden, von dem aus die Flammen dann auf die Garage und das Auto übergriffen.

Auch den Mülltonnenbrand in Epfendorf, der sich am Abend des 1. Januar ereignet hat, ordnet die Polizei Silvesterfeierlichkeiten zu. „Eine Papiertonne wurde fahrlässig durch Feuerwerk entzündet“, heißt es dazu von Pressesprecher Fabian Herkommer vom Polizeipräsidium Konstanz.

Ermittlungen und Gutachten langwierig

Weiter ermittelt wird noch im Fall des brennenden Stalls in Dornhan am 1. Januar. Passanten hatten zwei dort untergebrachte Pferde noch vor Eintreffen der Rettungskräfte aus den Flammen befreit. Die Nachlöscharbeiten hatten sich über mehrere Stunden, bis in die späte Nacht, gezogen.

„Die Brandursache ist noch unklar“, heißt es dazu von Herkommer. Anfang Februar finde durch einen Brandursachengutachter und die Polizei eine gemeinsame Begehung des Brandorts statt. Wie die Erfahrung zeige, seien Brandermittlungen und entsprechende Gutachten langwierig, erklärt Herkommer. Eine Klärung könnte sich also noch weiter hinziehen.

Kerze umgestoßen

Neue Erkenntnisse gibt es bezüglich des Brandes im Wintergarten eines Reihenhauses in Rottweil, der am 1. Januar gegen 23.30 Uhr ausgebrochen war. Zwei Bewohner waren dabei verletzt worden. Die Ermittlungen seien weitgehend abgeschlossen, teilt Fabian Herkommer mit. „Der Brand wurde mutmaßlich durch eine umgestoßene Kerze fahrlässig verursacht. Eine Strafanzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung wird der Staatsanwaltschaft Rottweil vorgelegt.“

Technischer Defekt

Zum größten Sachschaden, in Höhe von rund einer halben Million Euro, kam es bei dem Brand, der am 4. Januar gegen 3.30 Uhr in einem leerstehenden Gebäude in Winzeln ausgebrochen war. Hier haben die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergeben, dass der Brand „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch einen technischen Defekt ausgelöst wurde“.

In der Nacht auf den 5. Januar war es schließlich in Neufra zu einem großen Gebäudebrand gekommen, bei dem ein Hund nur noch tot geborgen werden konnte. „Die Brandursache in Neufra bleibt trotz umfangreicher Nachermittlungen weiterhin ungeklärt. Auch hier ist ein Sachverständiger eingeschaltet“, teilt uns Fabian Herkommer dazu mit. Ein Bezug zu den Silvesterfeierlichkeiten könne aber nach den bisherigen Ermittlungen nicht hergestellt werden.

Klar ist: Die Polizei schließt aus, dass die Brände irgendwie in Zusammenhang miteinander stehen. Es handle sich um Einzelereignisse ohne räumlichen Bezug. „Brandursachen sind grundsätzlich multikausal“, erklärt der Pressesprecher. Fachlich werde zwischen menschlicher Verursachung, technischer Ursache und Witterungseinflüssen unterschieden.

Typische Gefahrenquellen

„Eine Häufung von Bränden in der kalten Jahreszeit ist aufgrund des gesteigerten Heizverhaltens (Asche), der Nutzung von offenem Feuer (Kerzen) und gerade an Silvester wegen der Nutzung von Feuerwerk nicht ungewöhnlich“, erklärt Herkommer.

Kreisbrandmeister Philipp Glunz hatte gegenüber unserer Redaktion auch die „unsachgemäße Nutzung eines Ofens oder auch die Überlastung von Steckdosen durch Weihnachtsdeko oder elektrische Heizungen“ als mögliche Brandursachen, die typisch für die Wintermonate sind, aufgeführt. Letztlich bleibt Umsicht im Umgang mit Feuer, Strom und Heizquellen ein wichtiger Schutz vor schweren Schäden.