Kraftvoll und zugleich melodiös – der Gesang der Onstmettinger Feuerwehrleute braucht keine Vergleiche zu scheuen. Foto: Schweizer

Der Feuerwehrchor Onstmettingen hat auf Einladung des Albvereins Tailfingen gesungen.

„Alte Lieder - so singt man in Onstmettingen“ – diesen Titel trug das 1990 entstandene „Kasten-Liederbüchle“, von dem der unvergessene Heinz Boss zwei Jahre später eines der ersten Exemplare in den Feuerwehrdienst mitbrachte, wohl wissend, dass bei der folgenden Einkehr gerne gesungen wurde.

 

Er hatte sich nicht verrechnet: Die Aktiven sangen die Lieder mit Begeisterung, und als sie nach und nach in die Altersabteilung wechselten, lag es ihnen fern, Gemeinschaft und gute Kameradschaft aufzugeben. „Singen wir weiter!“, hieß es, und so geschah es auch - die Gitarrenbegleitung steuerte von Anfang an Adolf Bosch bei.

Debut in der Onstmettinger Festhalle

Die singenden Feuerwehrmänner wurden schnell bekannt; im März 1992 absolvierten sie ihren ersten Auftritt bei der Gesamtfeuerwehr Albstadt in der Onstmettinger Festhalle und ernteten begeisterten Applaus. Es war die Geburtsstunde des Feuerwehrchores.

Anfangs trafen sich die Sänger auch im Garten von Heinz Boss im Tailfinger Buchtal. Der Obst- und Gartenbauverein Onstmettingen war der erste Verein, der den Chor einlud, seine Hauptversammlung im „Ochsen“ musikalisch zu untermalen. Es folgten Auftritte am Rotkreuztag, beim Tailfinger Männervesper, in Seniorenheimen, der Sana-Klinik oder bei der Gesamtfeuerwehr in Unterhausen am Fuße des Lichtensteins vor 400 Gästen. Hinzu kamen Geburtstagsständchen und Gastspiele bei privaten Festen, Weihnachtsfeiern und sonstigen öffentlichen Veranstaltungen.

Freundschaftliche Kontakte zu Südtirol

Besondere Höhepunkte waren das Musical „Jona“, das die Sänger mit der Lammerbergschule Tailfingen aufführten, und mehrere Konzertreisen nach Südtirol – auch diese Kontakte hatte Heinz Boss hergestellt. 2005 trat der Feuerwehrchor erstmals jenseits des Brenners auf; es dauerte nicht lange, bis er das Andreas-Hofer-Lied, die inoffizielle Tiroler Landeshymne, in sein Repertoire – es umfasst heute rund 75 Lieder – integriert hatte. 2012 kam es zu einem Gegenbesuch der Südtiroler Freunde.

Seinerzeit hatte der Feuerwehrchor 23 Sänger; mittlerweile sind es noch 15, darunter fünf aus der Gründergeneration, wie Reinhold Plankenhorn berichtet, bei dem alle Fäden zusammenlaufen. Geprobt wird im Drei-Wochen-Turnus; musikalischer Leiter ist seit 2012 Dieter Seitter, früherer Bandleader der „Meteor“ und Vielen von einstigen Tanzabenden im Pfeffinger „Lamm“ in lebhafter Erinnerung.

„Der große Zampano“

Nach wie vor wird der Feuerwehrchor zu Konzerten eingeladen, etwa von Seniorenheimen oder Vereinen. Erst jüngst umrahmte er den Seniorennachmittag des Albvereins Tailfingen, dessen Besucher sich von den Liedern hell begeistert zeigten. Zwei Fünferblöcke gaben die Onstmettinger zum Besten und überzeugten unter anderem mit „Endlos sind jene Straßen“, „Der alte Schäfer“, „Fliege mit mir in die Heimat“ oder „Eine weiße Rose“ von den Kastelruther Spatzen. Der Applaus wollte danach nicht enden; als Zugaben sang der Chor „Der große Zampano“ und „Ein schöner Tag ward“.