Der Müllheimer Feuerwehrbedarfsplan für die Jahre 2026 bis 2031 garantiert auch mit vorgesehenen Investitionen die Leistungsfähigkeit der örtlichen Feuerwehr.
Der Müllheimer Gemeinderat verabschiedete den Feuerwehrbedarfsplan einstimmig.
Das Landesfeuerwehrgesetz sieht in jeder Kommune eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende leistungsfähige Feuerwehr vor. Dazu gehört eine Bestandsaufnahme der lokalen Verhältnisse als Grundlage für die Auflistung der benötigten Ausrüstung, Fahrzeuge und Personalausstattung, um die Einsatzbereitschaft einer Feuerwehr zu gewährleisten.
Im Fall von Müllheim ist der Feuerwehrbedarfsplan ein umfassendes Werk von 68 Seiten, die dem Gemeinderat umfassenden Aufschluss über den derzeitigen Ausrüstungsstand und über die Anforderungen im Stadtgebiet als auch in den Ortsteilen gibt.
Der hauptamtliche Gesamtkommandant der Müllheimer Feuerwehr, Michael Stöcklin, erläuterte besonders die Anforderungen an Ersatzbeschaffungen für betagte Fahrzeuge, die eine Mindestlaufzeit von 25 Jahren haben – die meisten werden bis zu ihrer Ablösung dann sogar 30 Jahre auf dem Buckel haben.
„Der fortgeschriebene Feuerwehrbedarfsplan wurde bereits im Vorfeld mit dem zuständigen Kreisbrandmeister abgestimmt und im Ergebnis nun dem Gemeinderat vorgelegt“, erklärte Stöcklin in der Ratssitzung. Der Kommandant verwies auf die vielseitigen Anforderungen, die an eine Wehr wie die Müllheimer auch aufgrund ihrer überörtlichen Bedeutung gestellt werden.
Mehr Unwettereinsätze
Stöcklin nannte Brandeinsätze, technische Hilfeleistungen etwa nach Verkehrsunfällen, Gefahrguteinsätze – die Müllheimer Feuerwehr unterhält für den Landkreis den Gefahrgutzug – und zunehmend Einsätze aufgrund besonderer Wetterlagen. „Allein im vergangenen Jahr waren es 44 Unwettereinsätze und mehrere Gefahrguteinsätze“, schickte der Kommandant der Vorstellung des künftigen Feuerwehrbedarfsplans voraus. Was die Müllheimer Feuerwehr von vielen anderen in der Region unterscheidet, sind laut Stöcklin auch die Einsatzzahlen pro Jahr: „In den vergangenen Jahren absolvierten wir über 300 Einsätze pro Jahr.“
Neben der mobilen Ausstattung spiele das künftige Feuergerätehaus an der Bundesstraße eine zentrale Rolle bei der Arbeit der Feuerwehr. „Wir bedanken uns, dass wir mit dem bevorstehenden Bau mittlerweile auf der Zielgeraden sind“, betonte der Kommandant.
Zunzinger Kameraden haben sich Abteilung Britzingen angeschlossen
Er nahm auch Bezug auf die Auflösung der Abteilung Zunzingen mit Blick auf die vorgeschriebenen Hilfsfristen: „Die Zunzinger Kameraden haben sich Britzingen angeschlossen. Die Abteilung Britzingen-Dattingen kann jederzeit Zunzingen in der gebotenen Frist erreichen.“ Die Leistungsfähigkeit werde sich auch durch die geplante Feuerwache Nord in Britzingen dann nochmals erhöhen, hieß es weiter.
Stöcklin berichtete auch von einem „sehr guten Personalstand mit leichtem Zuwachs“. Dazu würden die ausgezeichnete Nachwuchsarbeit in den Jugendfeuerwehren, aber auch immer mehr Quereinsteiger beitragen, die sich ehrenamtlich bei der Feuerwehr engagieren wollen. In diesem Zusammenhang bedankte sich der Kommandant auch bei den Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter als aktive Helfer für den ehrenamtlichen Feuerwehrdienst freistellen.
Im Zentrum des Feuerwehrbedarfsplans stehen Wiederbeschaffungen und Ersatzinvestitionen. So sollen über eine gemeinsame Ausschreibung des Landes, die jährlich einen bestimmten Fahrzeugtyp aufruft, in diesem Jahr zwei neue Löschfahrzeuge vom Typ TSF-W, sogenannte Tragkraftspritzenfahrzeuge mit Löschwasserbehälter, bestellt, 2028 an die Abteilungen Vögisheim und Britzingen-Dattingen ausgeliefert und dafür im städtischen Haushalt als Investition eingestellt werden. Erste Kostenschätzung: etwa 350 000 Euro pro Fahrzeug.
Fahrzeuge ersetzen
Von der landesweiten Sammelbestellung wird die Stadt mit deutlich günstigeren Ausgaben profitieren, erklärten Stöcklin und Bürgermeister Martin Löffler. In den Jahren bis 2031 werden weitere Löschfahrzeuge und technische Hilfeleistungsfahrzeuge wie ein Rüstwagen sowie spezielle Abrollbehälter mit einer Kostenschätzung von rund 2,5 Millionen Euro zu ersetzen sein, wie der Feuerwehrbedarfsplan ausweist.
„Herr Stöcklin hat eine sehr gute und maßvolle Planung vorgelegt“, lobte Bürgermeister Löffler den Kommandanten. Dem schlossen sich auch die Sprecher aller Ratsfraktionen an.