Worauf muss die Feuerwehr eingerichtet sein, wenn auf einmal Rauch aus dem Dach eines Schulhauses aufsteigt? Das hat die Abteilung Ebingen der Albstädter Feuerwehr vor und im Gymnasium im Rahmen einer großangelegten Übung erprobt.
Um 20 Uhr hatte die Brandmeldeanlage Alarm ausgelöst; laut Übungsszenario war Rauch über dem Dach des Ebinger Gymasiums zu erkennen gewesen. Als die Feuerwehr und das Rote Kreuz vor Ort eintrafen, wurden sie mit der Hiobsbotschaft empfangen, dass eine ganze Klasse, genauer: die 8c samt Lehrerin Heinzelmann vermisst wurde – fragt sich, was die 14 Schüler, die von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr gemimt wurden, um diese Zeit in der Schule zu suchen hatten.
Immerhin, es dauerte nicht lange, bis sie gefunden waren. Sie hatten sich in Raum 211 aufgehalten und ihn nicht mehr verlassen können, weil der Flur vor der Tür so stark verraucht war. Die Schüler sowie ihre Lehrerin mussten Atemschutzhauben aufsetzen, ehe sie in Sicherheit gebracht werden konnten. Unterdessen registrierte und versorgte das DRK in der Mensa die sehr realistisch zugerichteten Verletzten, die es selber stellte. Ihr Auftritt war sehr überzeugend und Thomas Danhamer, Zugführer der Feuerwehr, äußerst von der Realitätsnähe des Schauspiels.
Ein Kran muss her – die Drehleiter wird gerade gewartet
Auch Hausmeister Blume überzeugte durch seine Darstellung; ihm fiel zu Beginn die wichtige Rolle zu, den Einsatzkräften den Zugang zum Gebäude zu öffnen. Laut einer Annahme von Danhamer war der Brand infolge von Arbeiten auf dem Dach ausgebrochen; von zwei Arbeitern, die oben angetroffen wurden, war einer schwer verletzt und musste mit Hilfe eines Krans auf einer Trage nach unten befördert werden – die Drehleiter war gerade in der Wartung und stand nicht zur Verfügung. Aus diesem Grund hatten die Einsatzkräfte auch auf der Steckleiter aufs Dach steigen müssen.
„Lieber langsam machen und dafür keine Fehler“
Dem erfolgreichen Einsatz folgte eine Nachbesprechung im Gerätehaus. Die Manöverkritik dieser nicht gerade alltäglichen Übung fiel weitgehend positiv aus; allerdings vermerkte die vierköpfige Übungsleitung kritisch, dass der erste Erkundungstrupp, der das Gebäude betrat, das falsche Treppenhaus genommen hatte. Entsprechend eindringlich wurde darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, die Laufkarten aufmerksam zu lesen, um im Ernstfall Zeit zu sparen und sich nicht ohne Not in Gefahr zu bringen. „Lieber lesen wir eine Minute länger die Laufkarte und sparen uns dafür die Minuten, die es kostet, einen Fehler auszubaden“, stellte Fabian Matzke fest.
Davon abgesehen hat die Übung gezeigt, dass die Ebinger Wehr uneingeschränkt einsatzbereit ist, und wertvolle Erkenntnisse gewonnen hat – sie könnten bei künftigen Einsätzen von großem Nutzen sein.