Dieses Mal darf man gaffen. Großer Auflauf am Le Prom – viele hundert Menschen kommen am Samstagnachmittag neugierig an die Ecke Schützenstraße und Austraße.
Statt eines Ernstfalls, als an gleicher Stelle vor 35 Jahren der Kaufring ausbrannte, fand hier die Hauptübung der Schwenninger Feuerwehr statt.
Dass die Rettungsorganisationen Hand in Hand arbeiten, sah man deutlich.
Die Übung hatte es in sich.
Fallschirm an der Fassade
Es galt es, einen verunfallten Fallschirmspringer, der an der zwölf Meter hohen Fassade des Le Proms hängen geblieben war, schnellstmöglich zu retten. Hierfür wurde die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr angefordert, die von Matthias Oerder geleitet wurde. Der Schwerpunkt lag auf der schnellen Entlastung des Körpers des Verunfallten. Moderator Matthias Ammann erklärte den Zuschauern die einzelnen Schritte und berichtete, dass es sich beim Fallschirmspringer nur um eine Puppe handle.
Auch das noch: ein Unfall
Anschließend wurde angenommen, dass es in der Austraße vor dem Seiteneingang des Kinos Cinestar, zu einem Verkehrsunfall mit zwei Autos gekommen war. Die Leitung dieses Einsatzabschnitts übernahm Zugführer Daniel Henschke.
Sein Augenmerk lag auf einer patientengerechten Rettung der eingeklemmten Personen. Hierbei wurde an zwei Autos parallel gearbeitet. Das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Trupps und dem Rettungsdienst war dabei vorbildlich. Großen Anteil an dem Übungsteil hatten auch Uwe Döhring und Cindy Stephani von der Notfalldarstellung des DRK, als sie die Unfallopfer realistisch schminkten.
Am Ende noch ein Brand
Im dritten Abschnitt der Übung wurde ein Brand in einem Gebäudeteil des Le Proms simuliert. Verantwortlicher Zugführer war hier Feuerwehrmann Fabian Henschke.
Ein Atemschutztrupp ging zum Innenangriff in die Lagerbereiche vor. Evakuiert wurden die rund 30 Mitarbeiter des Kinos, sowie gut 60 Kinder, die sich als Statisten zur Verfügung stellten. Die Jungen und Mädchen kamen von den Jugendfeuerwehren aus VS, vom Jugendrotkreuz und vom Schwenninger Ski- und Schwimmclub. Als Lohn winkt ein gemeinsamer Kinobesuch.
Übung wiederholt sich
Das Kino hält einmal im Jahr eine Evakuierungsübung ab, stets mit Unterstützung der Feuerwehr, berichtete Peter Kikstein, der stellvertretende Abteilungskommandant. Am Ende zeigten sich er und Abteilungskommandant Christian Krause sehr zufrieden.
Christian Krause betonte, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit und das hohe Ausbildungsniveau nur durch das ehrenamtliche Engagement der über 100 Feuerwehrleute möglich sind. Auch die Zusammenarbeit mit dem Schwenninger DRK habe sich bewährt. Krause lobte auch die Jugendfeuerwehr für ihren Einsatz. Auf die nächsten Generationen sei großer Verlass.
Großes Lob für alle gab es vom stellvertretenden VS-Kommandanten David Lienhard und dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Christoph Kleiner.
Oberbürgermeister Jürgen Roth sicherte den Feuerwehrleuten zu, dass man trotz der Investitionen in der Stadt bis 2035 weiterhin den Feuerwehrbedarfsplan ab arbeite – man dürfe sich auf neue Fahrzeuge und das geplante Ausbildungs- und Logistikzentrum freuen sowie den nötigen Ausbau des Villinger Gerätehauses.