Die Wildberger Feuerwehr erhält ein neues Löschgruppenfahrzeug – allerdings mit fast 24-monatiger Lieferzeit. Foto: Priestersbach

Einstimmig fiel im Wildberger Gemeinderat die Vergabeentscheidung für die Anschaffung eines neuen Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuges 10 zum Preis von 455 .204 Euro.

Wildberg - Wie Bürgermeister Ulrich Bünger dem Gremium in Erinnerung rief, hatte der Gemeinderat die Ersatzbeschaffung für die Abteilung Wildberg im Rahmen der Haushaltsplanung 2021 beschlossen. Die Ausschreibungsunterlagen wurden von der Feuerwehr gemeinsam mit dem externen Fachbüro FSG-Beratungen aus Schömberg sorgfältig ausgearbeitet und in die drei Lose – Fahrgestell, Auf- und Ausbau sowie Feuerwehrtechnische Beladung – aufgeteilt.

Europaweite Ausschreibung

Jetzt lagen dem Gemeinderat die Ergebnisse der europaweiten Ausschreibung vor, wobei Marcus Frank vom Büro FSG-Beratungen die einzelnen Vergabevorschläge erläuterte. So schlugen er und die Feuerwehr dem Gremium beim Fahrgestell das Modell der Firma MAN Truck & Bus Deutschland GmbH aus Umkirch vor, während beim Auf- und Ausbau das Angebot der Firma Albert Ziegler aus Giengen mit seinen cleveren und innovativen Lösungen präferiert wurde – ebenso in Sachen feuerwehrtechnischer Beladung.

Günstiger als erwartet

"Wir können das plankonform finanzieren", stellte Bürgermeister Bünger fest, nachdem die Vergabesumme rund 25 000 Euro unter dem veranschlagten Haushaltsansatz von 480 000 Euro bleibt. Während der Zuschussbescheid über 92 000 Euro für die Fachförderung bereits vorliegt, wurde die Bewilligung weiterer Fördermittel in Höhe von 109 000 Euro aus dem Ausgleichsstock schriftlich angekündigt. Auf die Frage des Rathauschefs, wann mit einer Lieferung des neuen Fahrzeuges gerechnet werden kann, wies Marcus Frank auf die aktuellen Schwierigkeiten in den Lieferketten hin. So rechnet er erst nach den Sommerferien 2023 mit einer Auslieferung, allerdings bei einer Preisgarantie der beauftragten Unternehmen.

"Vorschlag hat Hand und Fuß"

In der anschließenden Diskussion sah SPD-Rat Frank Juszczak eher Vorteile beim Mercedes-Angebot für das Fahrgestell – zumal das jetzt auszutauschende Fahrzeug immerhin 35 Jahre gehalten habe. Außerdem konnte er sich vorstellen, dass das Mercedes Classic Center in Fellbach Interesse am alten Löschfahrzeug hat. "Wir haben jetzt trotz europaweiter Ausschreibung eine Punktlandung hingelegt", unterstrich Rolf Weik (CDU) – und auch Tim Dombrowske von den Freien Wählern stellte fest: "Der Beschlussvorschlag hat Hand und Fuß". Nachdem Marcus Frank nochmals die Eckdaten und Argumente für das MAN-Fahrgestell mit seinen 300 PS aufgezeigt hatte, folgte der Gemeinderat einstimmig dem Vergabevorschlag der Verwaltung.