Zuletzt hatte es kurz vor Ostern eine Schreinerei in Wieden gebrannt. Foto: Freiwillige Feuerwehr Zell

Nachwuchssorgen und geringen Probenbesuch: Solche Probleme kennt die Freiwillige Feuerwehr Wieden nicht.

Dies wurde erneut bei der Jahreshauptversammlung am vergangenen Samstag in der Gemeindehalle Wieden bewusst. Um bei insgesamt 28 Proben eine Quote von 94 Prozent zu erreichen und von den 37 Aktiven 25 für 100-prozentigen Probenbesuch auszeichnen zu können, steckt die von Kommandant Jens Trefzer erdachte, schon länger praktizierte Regelung, für verhinderte Teilnehmer Ersatzproben anzubieten und so trotz Arbeit und Familie die für den Ernstfall so wichtigen Proben zu ermöglichen.

 

Das Team mit dem stellvertretenden Kommandanten Hansjörg Klingele bezeichnet sich gegenseitig als eingespielt. Es verstehe sich, so Klingele, sowohl blind als auch blendend. In seinem Kommandantenbericht sprach Jens Trefzer von einem facettenreichen Jahr.

Fahrzeugbeschaffung

Die Ersatzbeschaffung für das LFC-Fahrzeug – die Abkürzung steht für Löschfahrzeug Container – sei Anfang April bei den beteiligten Lieferanten in Auftrag gegeben worden. Dabei fielen für das Fahrgestell rund 150.000 Euro, für den Aufbau, der neben dreiteiliger Schiebeleiter und Tragkraftspritze auch über einen Tank für 2000 Liter Löschwasser enthält, rund 325.000 Euro, Feuerwehrausrüstung für rund 68.000 Euro, sowie Funkausrüstung für rund 9000 Euro, wobei der Fahrzeugfunk und der Einsatzleiterfunk aus dem alten Fahrzeug übernommen werden könnten. Ohne Aufpreis sei das digitale Spiegelersatzsystem, das sie Sicherheit drastisch erhöhe. Die Gesamtkosten für das Fahrzeug, dessen Auslieferung für das Frühjahr 2027 geplant sei, lägen bei rund 550.000 Euro. Im vollen Gange seien die Planungen für das neue Feuerwehrgerätehaus oberhalb des bisherigen mit zwei Fahrzeugstellplätzen in einem Kaltbereich. Im Warmbereich gebe es eine klare Trennung von Umkleiden und sanitären Einrichtungen nach Geschlechtern. Bürgermeister Michael Fischer, der selbst der Wiedener Feuerwehr angehört, erläuterte später, dass ein Kombinationsgebäude aus Feuerwehrgerätehaus und Werkhof angedacht sei, näheres aber noch im Gemeinderat diskutiert werden müsse.

Ausbildung

In zahlreichen Ausbildungen, so Trefzer, sei die stattliche Zahl von 870 Unterrichtseinheiten erreicht worden. Die gut besuchte Brandschutzfrüherziehung im Rahmen des Kinderferienprogramms ist am 21. August, geplant.

Erfreut zeigte sich der Kommandant über die gute Zusammenarbeit mit der Bergwacht Wieden, mit der es auch zwei gemeinsame Proben mit dem Üben verschiedener Szenarien gegeben habe.

Waldbrand

Die Feuerwehr wurde im April 2025 zu einem Waldbrand gerufen, half bei Unfällen, rückte unterstützend in Nachbarorte aus. Dass es vor Ort einen Ernstfall geben kann, hatte sich dieses Jahr kurz vor Ostern beim Schreinereibrand gezeigt, bei dem das schnelle Eingreifen der Wiedener Feuerwehr mit Unterstützung der dazugekommenen benachbarten Wehren das Schlimmste verhindert hatte. 132 Einsatzkräfte mit 27 Fahrzeugen waren beteiligt. Dafür gab es in den Grußworten von Vereinsvertretern Lob. So äußerte beispielsweise Nicole Sprich von den Landfrauen, man habe eindrucksvoll gesehen, wie vorteilhaft es sein kann, eine gut aufgestellte Feuerwehr vor Ort zu haben.

In den Feuerwehrausschuss wurde Bernd Gutmann einstimmig gewählt.