„Aufhören, wenn es am schönsten ist“ – André Fischer löst Michael Keck an der Abteilungsspitze in Vöhringen-Wittershausen ab. Dabei gibt es stehende Ovationen.
Nach 35 Jahren aktivem Feuerwehrdienst, davon 12 Jahre als Abteilungskommandant, legte Michael Keck freiwillig zwei Jahre nach Beginn seiner dritten Amtszeit seinen Posten nieder und wurde nach bewegenden Abschiedsreden beider Seiten von den Kameraden mit stehenden Ovationen und tosendem Applaus verabschiedet. Einen weiteren Vertrauensbeweis gab es für den einzigen Kandidaten André Fischer. Er wurde in geheimer Wahl ohne Gegenstimmen zum Nachfolger auserkoren.
Wie bei der Hauptversammlung im Gasthaus „Linde“ aus Berichten, Laudationen und Grußworten deutlich wurde, hinterlässt Keck eine bestens aufgestellte Feuerwehr mit 38 Aktiven und genießt höchste Wertschätzung in der Feuerwehr, der Gemeinde, bei Bürgermeister Stefan Hammer, Ortsvorsteher Helmut Maier und den Vereinen. Vertreter von Musikverein und TSG bedankten sich mit Präsenten für die gute Zusammenarbeit und Hilfsbereitschaft.
Bis 9. März im Amt
Die Altersgrenze von 65 Jahren für das Ausscheiden aus dem aktiven Dienst hätte Keck noch während seiner fünfjährigen Amtszeit im April 2028 erreicht, stellte jedoch schon vor zwei Jahren die Weichen für die Übergabe in jüngere Hände. Den Gruppenführer-Lehrgang hat Oberlöschmeister André Fischer längst in der Tasche und wurde zum Zugführer-Lehrgang bei der Landesfeuerwehrschule Bruchsal angemeldet.
Stefan Hammer erläuterte, offiziell sei Michael Keck bis zur Versammlung der Gesamtwehr am 7. März und Bestätigung der gewählten Führungskräfte per Gemeinderatsbeschluss am 9. März im Amt. Nach Abhandlung der Fakten entwickelte sich der Abend so emotional, wie es bei der Feuerwehr nur sehr selten der Fall ist.
André Fischer und Stefan Hammer gaben eine gut gehütete Überraschung preis. Auf Vorschlag des Abteilungsausschusses und mit einstimmigem Beschluss des Gemeinderats wurde der überwältigte Michael Keck zum Abteilungsehrenkommandanten ernannt. Zuvor blickte Hammer auf seinen vorbildlichen Werdegang zurück, der vom Eintritt 1991 bis zum Oberbrandmeister seit 2023 und Leiter der Gesamtwehr seit 2024 reichte.
Engagement, Verlässlichkeit, Führungsstärke
Verlässlicher Partner, kompetenter Einsatzleiter, großer Förderer der Jugendarbeit und der Zusammengehörigkeit mit der Abteilung Vöhringen sowie Tausendsassa als Küchenchef waren nur einige der genannten Attribute. André Fischer charakterisierte Keck als treibende Kraft, die jederzeit den Überblick behielt, Lösungen für jede Herausforderung fand, sich manche Nacht um die Ohren schlug und am nächsten Tag als Erster wieder parat stand.
Er erinnerte an unvergessliche Ausflüge, Veranstaltungen, Highlights wie das Pfingstfest, Kameradschaftsabende, Auftritte und mehr. Kecks Devise „Wenn schon, dann richtig“ treffe auch auf Umbau- und Instandsetzungsarbeiten am und im Feuerwehrmagazin, im „Räumle“ und am Löschteich zu. Keck habe „die Feuerwehr über Jahre entscheidend geprägt, mit überdurchschnittlichem Engagement, Verlässlichkeit, Führungsstärke und vor allem mit echter Kameradschaft“.
„Wertvollste Phase meines Lebens“
Einsatztaktisch habe er die Kameraden auf die unterschiedlichsten Szenarien vorbereitet, mit 24-Stunden-Übungen gefordert und 20 Jahre beim Feuerwehrsport für Fitness gesorgt. Zum Dank gab es Tickets für ein Fußballspiel des FC Bayern mit Übernachtung und ein Geldsäckchen mit den persönlichen Spenden der Kameraden, zur Erinnerung ein Gruppenbild der Abteilung und einen selbstgedrechselten überdimensionalen Weinrömer. Von allen Seiten hagelte es Glückwünsche, Umarmungen und die Worte „Danke für alles“.
Keck selbst blickte voller Dankbarkeit, Stolz und etwas Wehmut „auf eine der wertvollsten und prägendsten Phasen meines Lebens“ zurück. Ohne Zweifel werde sein Nachfolger mit Herz, Mut und Verstand seinen eigenen Weg gehen. Keck erklärte: „Als ich das Kommando übernommen habe, wusste ich, es geht nicht nur um Einsätze, Technik und Organisation, sondern vor allem um Menschen, Vertrauen, Zusammenhalt und das Wissen, dass man sich aufeinander verlassen kann, egal ob mitten in der Nacht, bei strömendem Regen oder in brütender Hitze.“
Für ihn sei Feuerwehr nicht nur Ehrenamt, sondern Berufung. „Einmal Feuerwehr, immer Feuerwehr.“ Aus vollstem Herzen dankte er seiner Familie als „den stillen Helden im Hintergrund“ für den Rückhalt, seiner loyalen Mannschaft, die ihn mit Stolz erfülle, der ganzen Führungsebene, der Gemeinde für die Ausstattung, seinem Vorgänger und Alterswehrleiter Harald Heckele und für jegliche Zeichen der Wertschätzung. „Es war mir eine Ehre, euer Kommandant zu sein.“