Bürgermeister Jens Keucher (Mitte) präsentierte zusammen mit Abteilungskommandant Marcus Gnirß (links) und Stadtbrandmeister Florian Karl (rechts) den neuen Rüstwagen Foto: Steinmetz

Die Sulzer Feuerwehr zeigte bei einem Tag der offenen Tür am Samstag ihren Fuhrpark. Jüngste Errungenschaft ist der neue Rüstwagen.

Bei der Veranstaltung auf dem Hof des Feuerwehrhauses ist der Öffentlichkeit der neue Rüstwagen der Sulzer Wehr vorgestellt worden.

 

Es hat ein bisschen gedauert, bis der Neuzugang Anfang September vergangenen Jahres in Dienst gestellt werden konnte. Mit der Neuanschaffung hat sich die Sulzer Abteilung bereits vor vier Jahren beschäftigt. Der Rüstwagen wurde passgenau an Sulzer Bedürfnisse geplant.

Der Gemeinderat gab 2023 die Kosten frei, so dass der Rüstwagen in mehreren Losen ausgeschrieben werden konnte. Im Juni 2025 wurde er in Österreich vom Hersteller abgeholt.

Viele Besonderheiten

Die Maschinistenausbilder der Sulzer Abteilung, Gerd Wiedemaier und Matthias Braun, erklärten bei einem Presserundgang die Besonderheiten des 320 PS starken Feuerwehrfahrzeugs, das eigentlich eine „fahrende Werkstatt“ ist.

Die Maschinistenausbilder Gerd Wiedemaier und Matthias Braun (von links) zeigen, was der Rüstwagen geladen hat. Foto: Steinmetz

Ausgelegt ist der Rüstwagen hauptsächlich auf technische Hilfe bei Unfällen auf der Straße, aber auch auf der Schiene. Zur Ausstattung gehört unter anderem ein Plasmaschneider zur Durchtrennung von Metall. Weitere Besonderheiten sind der eingebaute Stromerzeuger und der Lichtmast. Werkzeuge aller Art wie Motorflexen zur Bearbeitung von Betonteilen, weitere Baumaschinen, Rettungszylinder oder Hebekissen zur Befreiung von in einem Auto eingeklemmten Menschen werden mitgeführt. Für die Besucher war ein Teil der Gerätschaften ausgestellt. Besetzt ist der Rüstwagen mit einem Maschinisten (Fahrer), Truppführer und Truppmann.

Stamm durchbohrt Auto

An der Auffahrt zum Hof stand ein Unfallauto, das von einem Stamm durchbohrt war. Ein realistisches Szenario für technische Hilfeleistung: „Wir hatten das schon gehabt“, versicherte Gerd Wiedemaier. Er erinnerte sich auch an einen schweren Unfall eines Lastwagens, in dessen Dach eine Leitplanke steckte. Den schwer verletzten Fahrer konnte die Feuerwehr befreien. Mit dem neuen Rüstwagen verfügt die Wehr jetzt über modernste Hilfsmittel für eine solche Rettungsaktion.

Gut angelegtes Geld

Die Neuanschaffung war erforderlich geworden, weil der alte Rüstwagen mehr als 30 Jahre alt war. Dass das Vorgängerfahrzeug überhaupt so lange hielt, sei auf die regelmäßige Pflege und Wartung zurückzuführen, sagte Bürgermeister Jens Keucher. Zusammen mit Stadtbrandmeister Florian Karl und Abteilungskommandant Marcus Gnirß präsentierte er den Rüstwagen II.

670 000 Euro hat dieser gekostet. Zwar gab es dafür Zuschüsse des Landes in Höhe von insgesamt 250 000 Euro, doch der größere Rest blieb an der Stadt hängen. Das sei aber gut angelegtes Geld, betonte Keucher.

Drehleiter ein Blickfang

Bei der Veranstaltung auf dem Hof des Feuerwehrhauses gab es noch mehr Fahrzeuge zu sehen, beispielsweise den Wechsellader für die Abrollbehälter Schlauch und Hochwasser. Die beiden Behälter mit dem Fahrzeug sind zwar in Sulz stationiert, kommen aber im Zuge des Katastrophenschutzes im ganzen Landkreis Rottweil zum Einsatz. Ein weiteres größeres Fahrzeug ist das LF 20 mit einem 2550-Liter-Tank. Blickfang war natürlich die Drehleiter mit dem ausgefahrenen Korb.

Gut besucht: Die Feuerwehr Sulz zeigte bei einem Tag der offenen Tür ihre Einsatzfahrzeuge. Foto: Steinmetz

Ausgestellt wurden auch drei Oldtimer. Der Verein zur Erhaltung alter Feuerwehrfahrzeuge und Geräte kümmert sich darum. Das Tanklöschfahrzeug TLF 15, das von 1950 bis 1976 bei der Feuerwehr Sulz und dann nochmals zwölf Jahre bei der Feuerwehrabteilung Bergfelden seinen Dienst versah, ist das „Sorgenkind“ des Vereins. Da sind etliche Reparaturen notwendig geworden, um es wieder fahrtüchtig zu machen. Die Oldtimer, alle nach wie vor im Besitz der Stadt, werden zu Ausstellungen, Feuerwehrveranstaltungen oder Oldtimertreffen gefahren.

Die nächste Investition

Nach dem Kauf des neuen Rüstwagens hat Gesamtkommandant Florian Karl im Moment keine Wünsche mehr für seinen Fuhrpark. Die Großfahrzeuge – acht sind es in Sulz – haben eine Lebensdauer von etwa 30 Jahren. „Aber nur dann, wenn sie gepflegt und instand gehalten werden“, fügte Karl hinzu.

Allerdings: So langsam müssen sich Feuerwehr und Stadt Gedanken darüber machen, die vorhandene Drehleiter, Baujahr 2001, auszutauschen. Ab 2031 wäre eine Ersatzbeschaffung fällig. Je nach Ausstattung liegen die Kosten zwischen einer und anderthalb Millionen Euro, schätzte Karl.

Am späteren Nachmittag hatten sich die Bänke und Tischen gut gefüllt. Die Jugendkapelle des Musikvereins spielte zur Unterhaltung. Mit Wasserspritze und Hüpfburg war auch für die Kinder einiges geboten.