Klotzen, nicht Kleckern, hieß es bei der Hauptprobe der Gesamtwehr am Samstag. Mit etwa 80 Einsatzkräften aus St. Georgen und Triberg wurden Brandlöschung und Menschenrettung an der evangelischen Lorenzkirche demonstriert.
Den zahlreich erschienen Zuschauern bot sich ein beeindruckendes Bild, als immer mehr Einsatzfahrzeuge in der Hauptstraße eintrafen. Alarmiert waren nicht nur alle Abteilungen der Bergstadt, sondern auch die Drehleiter aus Triberg, insgesamt 76 Feuerwehrleute, dazu Ehrenamtliche des DRK St. Georgen sowie Polizeibeamte, die den Verkehr in der gesperrten Hauptstraße regelten.
Laut dem stellvertretenden Abteilungskommandanten Jens Baumann hatte man die Kirche als Übungsobjekt schon länger im Plan, allerdings brauchte es dazu die Umleitung über die Hermann-Papst-Straße, die ja lange ob der Bauarbeiten am Roten Löwen nicht zur Verfügung stand.
Die Kirche ist einsatztechnisch herausfordernd, zumal es unter anderem um Menschenrettung aus dem Kirchturm ging. Angenommen wurde, dass ein Blitzeinschlag diesen in Brand gesteckt hatte und den sich dort aufhaltenden Hausmeister schwer verletzt habe. Weitere Menschen mussten aus dem verrauchten Kirchenschiff gerettet werden.
Die Brandbekämpfung erfolgte direkt am Turm über die Drehleiter St. Georgens, von der Seite über das Triberger Fahrzeug. Zugleich wurde das nebenstehende Gemeindehaus gegen ein Überschlagen von Flammen geschützt. Das dafür nötige Wasser kam nicht nur von Hydranten sondern auch vom Klosterweiher. Die Wehr nutzte dafür einen Wagen, der bis zu 1000 Meter Schlauch am Stück verlegen kann. Nötig war zudem am Schmiedegrund eine Verstärkerpumpe, um den Druck in den Leitungen zu erhöhen. Im Notfall stünde bei EBM Papst ein 100 000 Liter fassender Löschwassertank zur Verfügung, so Baumann.
Auf die Suche nach den Vermissten begaben sich einige Atemschutzgeräteträger, an jedem Eingang standen Sicherheitstrupps parat, um gegebenenfalls verletzte Einsatzkräfte zu versorgen. Die Geretteten nahm das DRK zur Erstversorgung entgegen. Die sogenannte Führungsgruppe C schließlich übernahm mit Einsatzkräften aus Königsfeld unter anderem die Koordinierung der Aufgabenverteilung.
Spektakulär war für Zuschauer der Anblick der großen Drehleiter, die Einsatzkräfte bis in Höhen von knapp 25 Metern brachte, von wo aus sie den Turm mit Wasser kühlen konnten. Das Ganze funktioniert sogar ohne Besatzung, dank mehreren am Korb angebrachten Kameras und einer Fernsteuerung vom Boden aus, wie die Wehr demonstrierte. So spart man nicht nur Personal sondern schützt dieses auch vor eventuellen Gefahrensituationen in schwer zugänglichen Stellen. Angesichts der warmen Temperaturen hatten die vielen anwesenden Kinder viel Spaß mit so mancher kühlen Dusche von oben.