Die Mahlberger Autohöfe mussten mehrere Tage schließen, weil es in der Wasserleitung zu einem Leck kam. Eine Übergangslösung ist zwar gefunden, dennoch gibt’s Probleme.
Auf dem Weg eine Kleinigkeit essen, schnell auf die Toilette gehen, und dann weiter – das ist normalerweise der Plan zahlreicher Autofahrer, die Halt an den Mahlberger Rasthöfen entlang der A5 machen. Am Dienstagmorgen wurde allen Gästen jedoch schnell klar, dass es mit der erhofften Pause nichts werden würde. „Wegen Rohrbruch sind Toiletten und Rasthaus geschlossen“, steht auf Din A4-großen Schildern hinter den jeweiligen Schaufenstern. Die Eingangstüren sind fest verschlossen – da half auch das feste Rütteln manch eines enttäuschten Autofahrers nichts.
Ein erster Hinweis auf ein Leck im Versorgungsnetz vom Stadtgebiet gen Westen kam von Mitarbeitern der Rasthöfe. Sie hatten bereits am Samstagnachmittag den Mahlberger Wassermeister Daniel Osner alarmiert, weil in den Sanitärbereichen kaum noch Wasserdruck vorhanden war. „Fast zeitgleich kam von der Überwachungstechnik am Hochbehälter Mahlberg die Meldung, dass der Wasserstand stark sinke“, erinnert sich Osner an den Moment, der ihn in Alarmzustand versetze. Die Faktenlage ließ für ihn nur einen Schluss zu: Ein Leck in der Versorgungsleitung von der Stadt in Richtung Autobahnrasthöfe muss die Ursache sein. Rund 100 Kubikmeter Trinkwasserverlust stündlich gab die Technik im Hochbehälter an. Noch am Samstagabend wurde die Leitung vom Stadtgebiet in Richtung Westen stillgelegt. Bis dahin war es zu einigen hundert Kubikmetern Wasserverlust gekommen, eine genaue Zahl gab es bis Dienstagabend nicht.
Suche nach dem Leck bereitet der Stadt Sorgen
Die Suche nach dem Leck im Leitungsnetz gestaltet sich übers Wochenende und bis Dienstag indes schwierig, denn über die genaue Lage der Rohrleitung westlich des Stadtgebiets in Richtung Unditzhof und den Autobahnrastanlagen gibt es in den Mahlberger Archiven keine Planunterlagen. „Wir konnten aber durch Untersuchung des Wasserdrucks auf Höhe des Unditzhofs das Leck soweit eingrenzen, dass es sich in einem etwa 600 Meter langen Abschnitt um den Hof bis zum Rasthof Ost befinden muss. Denn kurz vor dem Aussiedlerhof war der Wasserdruck noch stabil. Aber nach wie vor kennen wir nicht den genauen Verlauf der Wasserleitung und damit bleibt die Suche nach dem Leck schwierig“, gab Osner am Dienstagmittag auf Nachfrage einen Lagebericht. Rund um den Aussiedlerhof entlang des Baggersees bis zum Rasthof steht das Gelände weiträumig unter Wasser. „Das ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, beschrieb Osner das Vorantasten. Versuche, mit Unterstützung von Sonargeräten und Erkundungsgrabungen durch Bagger eines Mahlberger Tiefbauunternehmens die Wasserleitung zu finden, blieben am Dienstag noch erfolglos. Mit drei Pumpen versuchten die Einsatzkräfte die Fläche abzutrocknen, um so der Leitung und dem Leck auf die Spur zu kommen.
Unterdessen sorgte die Mahlberger Feuerwehr mit Unterstützung der Baufirma mit dem Bau einer 600 Meter langen Schlauchverbindung für eine alternative Trinkwasserversorgung sowohl für den Unditzhof als auch für der beiden Rasthöfe. Sie stand am Dienstagnachmittag. Auch für die Feuerwehr gestaltete sich derweil die Sicherung der Notversorgung schwierig. Wegen der frostigen Temperaturen vor allem nachts, droht stehendes Wasser im Schlauch auf offenem Gelände zu gefrieren. „Deshalb muss das Wasser im Schlauch ständig im Fluss gehalten werden“, erklärte Bauamtsleiterin Justine Jörger am Dienstag im Gespräch. Eine Lösung hierfür sei vorhanden.
Info – Leck war bereits Thema im Gemeinderat
Am Montagabend wurde die Leckage im Versorgungsnetz öffentlich bekannt. Bürgermeister Dietmar Benz und Bauamtsleiterin Jörger informierten den Gemeinderat über den Sachstand. Beide erläuterten die Probleme der Einsatzkräfte bei der Verortung der Leckage und beim Aufbau der Notversorgung. Bürgermeister Benz bestätigte dabei, dass die exakte Lage der Wasserleitung im Rathaus und beim Wasserversorgungsverband nicht bekannt sei. „Die Leitung wurde in den 1960er-Jahren parallel zum Bau der beiden Rasthöfe an der Autobahn gebaut.“ Zur Unterstützung wolle die Verwaltung mit Verantwortlichen aus der Zeit, in der die Versorgungsleitung gebaut wurde, den Kontakt suchen, um den Verlauf der Leitung so zu rekonstruieren, beschrieb Bürgermeister Benz am Montag eine mögliche Strategie, um dem Leck schneller auf die Spur zu kommen. Bis Dienstagabend verliefen aber auch die Versuche, über Augenzeugen von damals die Wasserleitung zu verorten, ohne Ergebnis.