Der Nachfolger des langjährigen Stadtbrandmeisters Werner Storz (links) sowie des aktuellen ehrenamtlichen Stadtbrandmeisters Claus Dierberger soll ab April 2023 hauptamtlich angestellt sein. (Archiv) Foto: Riesterer

Die Stadt Schramberg soll ab April 2023 einen hauptamtlichen Stadtbrandmeister bekommen. Der Gemeinderat soll in seiner nächsten Sitzung die Schaffung der Stelle sowie die dafür benötigten Haushaltsmittel beschließen.

Schramberg - Aufgrund der steigenden Anforderungen, des immensen Zeitaufwands und der Fülle beziehungsweise Komplexität der Aufgaben werde es "zunehmend ambitionierter", diese Tätigkeit an der Spitze der Schramberger Feuerwehr ehrenamtlich auszuüben, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Das Thema soll, ist dort weiter zu lesen, am Donnerstag, 23. Juni, im Ausschuss für Umwelt und Technik vorberaten werden und am 30. Juni im Gemeinderat zum Beschluss stehen. Die ebenfalls in der Vorlage erwähnten öffentlichen Vorberatungen in den beiden Ortschaftsräten sind Ende Mai offenbar zumindest in den nicht-öffentlichen Teil geschoben worden.

Vielfältiges Aufgabengebiet

In der Vorlage geht die Verwaltung weiter auf die vielfältigen Aufgaben eines Stadtbrandmeisters ein, der in der Verantwortung stehe, die Leistungsfähigkeit der Wehr zu sicherzustellen. Dazu gehören das Aufstellen der Alarm- und Ausrückeordnung, das Bereitstellen und die Instandhaltung der Ausrüstung sowie des Fuhrparks, die Aus- und Weiterbildung der Wehrangehörigen oder die Beratung von Verwaltung und Gemeinderat in feuerwehrtechnischen Belangen.

Diese vom Gesetzgeber in wenigen Worten zusammengefassten Bereiche seien "in der Praxis sehr vielseitig, äußerst arbeits- und zeitintensiv". Dabei werden beispielsweise die Teilnahme an nahezu jedem Einsatz ob zur Tag- oder Nachtzeit, die Koordination der Abteilungen im Einsatzfall, Führung, Motivation, Budgetplanung oder Vertretung in der Öffentlichkeit noch nicht einmal erwähnt.

Viele haben Wechsel schon gemacht

Zusätzlich wäre der hauptamtliche Stadtbrandmeister (gehobener Dienst) wie in vergleichbaren Kommunen künftig für den vorbeugenden Brandschutz zuständig. Fast drei Viertel der Großen Kreisstädte mit vergleichbaren Einwohnerzahlen hätten den Wechsel hin zu einem hauptamtlichen Stadtbrandmeister bereits vollzogen.

Bezüglich der Entwicklung und Führung der Freiwilligen Feuerwehr, heißt es weiter, "ist die größtmögliche Akzeptanz in Bezug auf Entscheidungen des Stadtbrandmeisters elementar". Ein wichtiger Aspekt hierbei sei auch die Qualifikation/Befähigung. Nach wie vor sei kein Feuerwehrangehöriger bereit, die Tätigkeit ehrenamtlich auszuüben. Losgelöst von genannten Gründen, die bereits für eine Hauptamtlichkeit sprechen, "wäre eine ehrenamtliche Lösung insofern praktisch nicht möglich".

Die Stelle eines hauptamtlichen Stadtbrandmeisters werde in vergleichbaren Kommunen in Entgeltgruppe 11 (etwa 78 000 Euro brutto Jahresverdienst) beziehungsweise A 11 (circa 82 000 Euro) im Tarifvertrag des öffentlichen Diensts ausgeschrieben.