Heiligenbronns Feuerwehr-Abteilungskommandant Alois Kimmich (von links) übergibt in der Hauptversammlung sein Amt an Thomas Günter. Patrick Kimmich wurde zum neuen Stellvertreter gewählt und Schriftführer Florian Nießen im Amt bestätigt. Foto: Herzog

Ehrenamt: Alois Kimmich gibt nach elf Jahren Kommando ab / Corona trifft vor allem die Kameradschaft

Stabs- und Generationswechsel bei der Feuerwehr-Abteilung Heiligenbronn: Kommandant Alois Kimmich übergibt die Leitung an seinen bisherigen Stellvertreter Thomas Günter.

Schramberg-Heiligenbronn. In der jüngst nachgeholten Hauptversammlung wurde Thomas Günter zum neuen Abteilungskommandant und Patrick Kimmich zum neuen Stellvertreter gewählt. Schriftführer bleibt Florian Nießen, der wie Alois Kimmich und Kraft Amtes Günter für den Gesamtausschuss der Feuerwehr Schramberg vorgeschlagen wurde.

Altersbedingt hätte Kimmich (58 Jahre) noch eine dritte Amtszeit fungieren können. Weil der 39-jährige Günter zur Übernahme der Wehrführung jetzt schon bereit war, wurde die Gunst der Stunde genutzt. Kimmich bedankte sich nach knapp elf Jahren als Abteilungsleiter bei allen Weggefährten für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit. "Es war mir all die Jahre ein Anliegen, für das Wohl der Feuerwehr Schramberg und der Abteilung Heiligenbronn zu sorgen", bekräftigte Kimmich. Vor seinem Ausscheiden hätte er gerne noch einige Änderungen auf seiner Wunschliste umgesetzt. Beispielsweise die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses und die Beschaffung eines zweiten Fahrzeugs, "dann müssten wir nicht bei jeder Übung und jedem Einsatz mit der halben Mannschaft durchs Dorf laufen, weil in unserem einzigen Fahrzeug nur sechs Wehrkräfte Platz haben", kritisierte Kimmich und wünschte seinem Nachfolger Glück und Ausdauer für das geplante Konzept. Die Abteilung Heiligenbronn bestand zum Ende des Jahres 2020 aus 22 Aktiven und zwei Jugendlichen. Fünf Kameraden gehören der Alterswehr an.

Wie Kimmich in seinem letzten Tätigkeitsbericht ausführte, habe im Januar 2020 die erste Übung zum Erwerb des Leistungsabzeichens in Gold stattgefunden. Ab Mitte März bis Mitte Juni habe der Übungsbetrieb wegen Corona geruht, danach sei er in zwei Gruppen wieder aufgenommen worden. Eine weitere Aussetzung sei Anfang November erfolgt. Dadurch habe es deutlich weniger Übungsabende gegeben, schilderte Kimmich. Im Berichtszeitraum musste die Abteilung zu zehn Einsätzen ausrücken, zu acht Bränden und zwei technischen Hilfeleistungen. Durch die Beschaffung von Beamer und Leinwand können Ausschusssitzungen und theoretischer Unterricht im Kameradschaftsraum nun mit digitaler Unterstützung stattfinden.

In seiner letzten Amtshandlung beförderte Kimmich seinen Nachfolger und neuen Gruppenführer Thomas Günter zum Löschmeister. Günter dankte Kimmich für die geleistete Arbeit in den vergangenen elf Jahren und überreichte einen Geschenkkorb. Zu den Gratulanten gehörte auch Stadtbrandmeister Werner Storz, der Günter ein gutes Händchen für die künftigen Aufgaben wünschte. In den vergangenen eineinhalb Jahren seien die Feuerwehren durch die Corona-Pandemie hart getroffen worden. Manches habe neu überdacht und organisiert werden müssen, wie das Tragen von Masken, Einschränkungen beim Übungsbetrieb und weniger Einsatzkräfte in den Fahrzeugen. Am schlimmsten sei jedoch der Wegfall von Möglichkeiten gewesen, die Kameradschaft zu pflegen. Das könnten Online-Meetings nicht ersetzen. Eine gelebte Kameradschaft sei wichtiger als je zuvor. Die Feuerwehr leiste weit mehr als im Gesetz stehe und dennoch steige die Erwartungshaltung der Bürger, dass ihnen in Notfällen geholfen werde, sagte Storz. Die Hauptversammlung 2021 soll im November stattfinden, sofern es Corona zulässt.

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