Die Freiwillige Feuerwehr in Schömberg hat viele Einsatzgebiete. Im Dezember 2020 mussten sie auf dem Skihang einen verunglückten Schlittenfahrer bergen. Foto: Zillinger

Die vergangenen zwei Jahre waren für die Feuerwehrleute in Schömberg nicht leicht. Die Pandemie schränkte den Übungsbetrieb ein. Für die Jugendfeuerwehr bedeutete sie fast das Aus. Und auf die Ehrenämter kommen immer neue Aufgaben zu.

Schömberg. "Will noch jemand was über Corona hören?", fragte der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Schömberg bei der Hauptversammlung im Kurhaus in die Runde. Wenn nicht, solle man seine Hand in die Höhe strecken, meinte er. Und ausnahmslos alle Hände der Feuerwehrleute schnellten nach oben.

Vielleicht beschreibt das die vergangenen zwei Jahre ganz gut. Das Thema Corona hängt allen – nicht nur den Feuerwehrleuten – zum Hals raus. Und trotzdem hat es die vergangenen zwei Jahre dominiert. Die vergangene Hauptversammlung der Schömberger Kameraden fand noch Anfang März 2020 statt. Eine Entscheidung, die Bürgermeister Leyn im Nachhinein anders getroffen hätte, wie er nun erklärte. Und auch Zillinger gab zu, dass man die 14 Tage danach mit Bauchschmerzen verbracht habe. Zum Glück habe sich aber niemand infiziert.

Schon 15 Mal geübt

Die Pandemie schränkte den Übungs- und Ausbildungsbetrieb stark ein. Besonders litt darunter die Jugendfeuerwehr. Diese konnte 2020 keine einzige Übung absolvieren, wie Jugendwart Jochen Buchholz erklärte. Und die Pause hat sich dann auch in einem drastischen Mitgliederschwund gezeigt. Dieser hätte sogar fast das Ende dieser Abteilung bedeutet. Doch im Herbst 2021 überlegte sich ein Team um Buchholz ein neues Konzept. Mittlerweile habe man wieder 25 Mitglieder, war Buchholz stolz. Und man habe dieses Jahr schon 15 Mal geübt.

In der Mannschaftsstärke spiegelt sich die Pandemie hingegen kaum wieder. Mit knapp 190 Feuerwehrleuten sei man weiterhin gut besetzt, meinte Zillinger. Die Einsätze seien indes weniger geworden – aber trotzdem weiterhin auf hohem Niveau. 2021 musste die Feuerwehr 110 Mal ausrücken.

Vor allem Fahrzeugbrände seien mehr geworden, so Zillinger. Er berichtet aber auch von einer Rettungsaktion am Skihang. Autounfälle gehörten zum traurigen Alltag. Im Juli 2020 sei auf der B 296 eine Frau tödlich verunglückt. Und natürlich löscht die Feuerwehr auch Brände, so wie zuletzt im Wald bei Schwarzenberg.

"Leuchttürme" für Bevölkerung

Auf die Feuerwehr kämen in Zukunft auch weitere Aufgaben zu, vor allem im Katastrophenschutz, erklärte Zillinger. Eine zentrale Bedeutung hätten dabei die Feuerwehrhäuser in allen Teilorten. Im Ernstfall, zum Beispiel bei einem Stromausfall, dienten diese als "Leuchttürme" für die Bevölkerung. Sie seien erste Anlauf-, Versorgungs- und Hilfestelle für die Bürger. Deshalb müsste man sich um deren Erhalt gut kümmern. "Wir sind eine Feuerwehr an fünf Standorten", betonte der Kommandant. Außerdem sprach er sich dafür aus, ein flächendeckendes Sirenenkonzept für die Gesamtgemeinde auszuarbeiten.

Bürgermeister Leyn bedankte sich in seinem Grußwort bei den Feuerwehrleuten für ihr Engagement. Die Gemeinde stehe hinter der Feuerwehr. Mit Zillinger gebe es eine enge Zusammenarbeit. Der stellvertretenden Kreisbrandmeister Volker Renz freute sich, dass man endlich wieder im Normalbetrieb angekommen sei. Man habe gelernt, mit der Pandemie zu leben, meinte er. Er berichtete zudem vom Stand der Planungen für das neue Feuerwehrzentrum in Neubulach. Der Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende Markus Fritsch betonte die Wichtigkeit des Ehrenamtes. Man solle in seinem Umfeld gern Werbung machen für die Feuerwehr.