Weil ein Blitz in ein Haus war die Rangendinger Feuerwehr im Mai in der Straße Im Hätzgert angerückt. Foto: FFW Rangendingen

Insgesamt 33 Einsätze hat die Rangendinger Feuerwehr in diesem Jahr absolviert: Kommandant Frieder Dieringer blickt zurück und verrät seine Hoffnungen für 2025.

Alltäglich waren die vergangenen zwölf Monate für die Freiwillige Feuerwehr Rangendingen nicht: Allein über 1100 Einsatzstunden haben die Floriansjünger der Gemeinde im Jahr 2024 angesammelt, erklärt Kommandant Frieder Dieringer im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten.

 

So viele Einsätze gab es insgesamt in diesem Jahr

Außergewöhnliche Einsätze habe es nicht gegeben, aber dafür erlebten die Mitglieder der Einsatzabteilungen Rangendingen und Höfendorf – zu letzterer gehört auch die Löschgruppe Bietenhausen – insgesamt 33 Alarmierungen „Das sind extrem viel“, so der Kommandant.

Hier wird gerade einer der Rangendinger Keller ausgepumpt, die am 2. Juni geflutet wurden. Foto: FFW Rangendingen

So wirkten sich Unwetter und Starkregen aus

Eine weitere Besonderheit in diesem Jahr: Oft mussten die Wehrkameraden zu durch Unwetter bedingten Einsätzen ausrücken: So waren sie am 2. Mai nicht nur wegen steigender Pegel vor Ort aktiv – sondern eilten auch zur Unterstützung nach Bisingen, wo große Teile der Gemeinde unter Wasser standen.

Doch auch in Rangendingen hinterließ der Starkregen seine Spuren: Am 16. Mai mussten acht Keller ausgepumpt werden und am 31. Mai wurde ein Schlauchwall an der Mühle aufgebaut. Besonders angespannt war die Lage dann am 2. Juni, erinnert sich Dieringer: So wurden auf der Brücke über die Starzelstraße nicht nur Sandsäcke aufgebaut, sondern es gab auch 15 Einsätze wegen gefluteter Keller.

So schätzt der Kommandant die Starkregenereignisse ein

„Die Klimaveränderung trägt sicher ihren Teil bei“, kommentiert der Kommandant: Man merke, dass durch Unwetter verursachte Einsätze zunehmen – zuletzt habe man im Jahr 2013 so viele gehabt. Und auch wenn man auf andere europäische Länder schaue – etwa die verheerenden Fluten in der spanischen Region Valencia Ende Oktober oder auch in Tschechien und Österreich im August, merke man die Zunahme an schweren Starkregenereignissen. Diese seien auch für Rangendingen eine Bedrohung, so der Kommandant: Man müsse die Starkregengefahrenkarten und auch seltene, aber dafür besonders starke Unwetterereignisse in Betracht ziehen – denn dann könnte eine dreistellige Zahl Keller unter Wasser stehen. Wie Dieringer bereits bei der Hauptversammlung im November angemerkt hat, habe man in Rangendingen in diesem Jahr „Glück beim Wetter“ gehabt – es hätte deutlich schlimmer kommen können.

Auch bei den zwei Stromausfällen im Februar und Juni war die Rangendinger Wehr im Einsatz. Foto: FFW Rangendingen

So sah es bei den Stromausfällen und Brandeinsätzen aus

Nicht gerade alltägliche Einsätze waren auch die beiden Stromausfälle in der Gemeinde am 23. März und am 2. Juni: Während ersterer schnell vom Netzbetreiber behoben wurde, entstand letzterer durch ein geschmortes Kabel: Dieringer erinnert sich, dass man kaum von den Starkregen-Einsätzen am gleichen Tag zuhause war, als man deshalb wieder ausrücken musste.

Doch er zeigt sich erleichtert, dass der vom Kabel verursachte Stromausfall einen Brand verhinderte und man nicht löschen musste: Denn auch wenn man entsprechend trainiert sei und für solche Fälle auch über Löschpulver und einen CO₂-Löscher verfüge, sei ein Feuer im Schaltwerk nicht einfach zu bekämpfen – schließlich leite Löschwasser Strom. Insgesamt rückte die Rangendinger Feuerwehr zu 14 Brandereignissen aus: Etwa wegen eines Blitzeinschlags in ein Haus Im Hätzgert am 18. Mai, bei dem es statt einem Dachstuhlbrand glücklicherweise nur zu einem gesplitterten Balken und leichten Verkohlungen kam. Große Brände gab es für die Wehr in diesem Jahr nicht zu löschen.

Was waren die kurioseren Einsätze?

Einige kuriosere Einsätze gab auch: So hatte ein Traktor am 8. August in einer Kurve Strohballen verloren. Die Feuerwehr sicherte deshalb die Straße, während der Besitzer die großen und schweren Big Packs wieder verlud. Zudem gab es am 6. Oktober den einzigen tierbedingten Einsatz in diesem Jahr: Die Rangendinger Floriansjünger befreiten einen Hund, der in einem Gartenzaun feststeckte. Auch im vergangenen Jahr gab es laut Dieringer nur eine Tierrettung: Als eine Ziege ebenfalls in einem Zaun feststeckte. Generell gebe es in Rangendingen nur selten Tierrettungen – in manchen Jahren habe man keine: Dass die Feuerwehr ständig Katzen von Bäumen rettet, wie man es aus dem Kinderbuch kennt, stimme in der Gemeinde definitiv nicht, erklärt Dieringer schmunzelnd. Worauf hofft der Kommandant für das nächste Jahr:

„Weniger wetterbedingte Einsätze“, erhofft sich Dieringer. Doch die Erfahrung der vergangenen Jahre würde da wenig Hoffnung machen. Eine weitere persönliche Hoffnung des Kommandanten sind rückläufige Einsatzzahlen – früher seien 20 bis 25 Einsätze im Jahr normal gewesen – und 30 in einem Ausnahmejahr. Doch auch hier geht der Kommandant nicht davon aus, dass man 2025 weniger oft ausrücken muss. Zudem wünscht sich Dieringer nicht nur, dass es keine dramatischen Brände gibt, sondern hofft auch, das man mehr Mitglieder für die Wehr gewinnen kann.