Einen Umzug in das neu zu erstellende Domizil in Lautlingen wird es nicht geben.
Am Samstagabend erlebte man im vollbesetzten Klostersaal eine Feuerwehrabteilung, welche so geschlossen, so vereinheitlicht und gemeinsam so stark auftrat wie kaum eine andere. Und mit klaren Fakten und Zielen in Richtung 2029. Zu diesem Zeitpunkt könnte das neue gemeinsame Feuerwehrhaus für Laufen, Lautlingen und Margrethausen bezogen werden, wie es Erster Bürgermeister Roland Schmidt vor Wochenfrist in Lautlingen vorstellte. Dort werde man aber nicht einziehen.
Dass Brisanz in der Versammlung liegen könnte, war bekannt. Daher überraschte auch der sehr gute Besuch nicht. Die Kommandos aus Ebingen, Burgfelden, Pfeffingen, Lautlingen und Laufen waren ebenso präsent wie das DRK Pfeffingen, Gemeinde- und Ortschaftsräte und Vertreter der einheimischen Vereine.
„Ich möchte auf ein Thema eingehen, das unsere Abteilung seit dem 10. April 2025 nachhaltig prägt“, so Abteilungskommandant André Stierle „Seit dem Gemeinderatsbeschluss, die drei Abteilungen in einem gemeinsamen Feuerwehrhaus zu integrieren, hat sich unsere Welt verändert“. Die Entscheidung wurde über die Köpfe der Abteilung und des Ortschaftsrates hinweg getroffen. Die Einschnitte, die das mit sich gebracht habe, spüre man bis heute, hätte aber die Kameradschaft noch stärker gemacht.
„Ich möchte an dieser Stelle unmissverständlich festhalten: Ein Umzug in dieses Gerätehaus wird nicht stattfinden. Wir haben unsere Position früh, klar und eindeutig kommuniziert, sie ist bekannt und sie bleibt bestehen“, sagte Stierle mit Nachdruck. Und weiter: „Wenn der Umzug irgendwann ansteht, wollen wir nicht als die Buhmänner dastehen. Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir diesen Schritt nicht mitgehen werden. An diesem Tag werden unsere 33 Funkmeldeempfänger in den Spinden liegen – nicht aus Trotz, sondern weil wir es offen und transparent angekündigt haben.“
In den vergangenen Wochen und Monaten habe man deutlich bemerkt, was passiere, wenn man nicht bereit sei, sich bei der Führungsebene beliebt zu machen. Die Abteilung sei spürbar vernachlässigt worden. André Stierle führte die Zutrittskontrolle ins Gerätehaus, das Update des Ersatzbildschirms, die fehlende Wärmebildkamera und eine Weste für den Gruppenführer als negative Beispiele an.
„Wir leisten unseren Dienst für die Allgemeinheit, nicht, um irgendjemandem gefallen zu müssen“, so Stierle. Seine Abteilung habe trotz aller Herausforderungen 2025 gezeigt, zu was sie fähig ist, so auch bei der großen 750-Jahr-Feier „Ich werde meinen Sitz im Albstadtausschuss mit heutigem Tag zur Verfügung stellen, ich werde meine Zeit für die Feuerwehr insgesamt zurückfahren; alles, was die Abteilung intern betrifft, bleibt davon unberührt. Für mich war die Feuerwehr eine Berufung, für die ich gerne Zeit investiert habe. Aber sie ist nicht mein ganzes Leben.“
570 Stimmen für Erhalt des Feuerwehrhauses
Auch Schriftführer Thomas Ganter griff das Thema auf und führte die Petition mit 570 Unterschriften für den Erhalt des Feuerwehrhauses zur Gemeinderatssitzung am 10. April an. Für jeden Aktiven sei die Entscheidung ein Schlag ins Gesicht gewesen. „Unsere Kameradschaft wird irgendwo und irgendwie fortgeführt, aber dem Feuerwehrhaus in Lautlingen werden wir kein Leben einhauchen.“ Ganter führte ein Zitat von Arthur Schopenhauer an: „Erst der Verlust lehrt uns den wahren Wert der Dinge.“
Es sei reichlich Pulverdampf abgelassen worden, meinte Erster Bürgermeister Roland Schmidt. Er habe seinen Dienst erst zum 1. September 2025 angetreten und müsse den Vollzug des Feuerwehrhauses, wie vom Gemeinderat beschlossen, ungeachtet der Situation durchführen.
„Ich bin jedoch gekommen, um Danke zu sagen für jede Minute, die Sie im Ehrenamt für die Feuerwehr tun“, so Schmidt. Er wünsche, dass die Jugendfeuerwehr eine Heimat finde, und bat um eine Zusammenarbeit, die von Nachsicht und Milde geprägt sei. Gemeinderat Ulrich Deufel nannte es ein schwieriges Jahr: „Ich kann euch verstehen, aber bitte kehrt zum Gespräch mit der Stadt zurück.