Von links: Bürgermeister Oliver Simmendinger, Kommandant Frank Speidel, Benjamin Funck, André Speidel als scheidender Stellvertreter sowie Kurt Kleinmann, der als Obmann der Alterswehr aufhört. Foto: Baum

Die Freiwillige Feuerwehr Jungingen hat einen neuen stellvertretenden Kommandanten: Benjamin Funck übernimmt das Amt von André Speidel. Kommandant Frank Speidel richtete indes einen Appell an den Gemeinderat.

Bei der jüngsten Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Jungingen ist ein neuer Stellvertreter für Kommandant Frank Speidel gewählt worden. André Speidel hatte bisher dieses Amt inne, legte es aber nieder. Benjamin Funck erklärte sich als Nachfolger bereit und wurde dann auch gewählt.

 

Auch in der Altersabteilung gab es eine Veränderung: Kurt Kleinmann, der 30 Jahre lang Obmann der Altersabteilung war, hörte auf.

Kommandant Frank Speidel ging in seinem Jahresbericht auf die Einsatzzahlen im vergangenen Jahr ein. So leistete die Feuerwehr Jungingen insgesamt 16 Einsätze. Es gab darunter zwei Kleinbrände und einen Mittelbrand. Zudem machten Unwetter Probleme. Auch ein rund 45 minütiger Stromausfall musste bewältigt werden. Die Feuerwehr Jungingen war auch am 2. Mai beim Hochwasser in Bisingen gefordert – bei dieser Herausforderung habe sich die Sektorzentrale Charly bewährt, wie der Kommandant betonte.

27 Übungen im Jahr 2024 absolviert

Mit 27 Übungen machten sich die Feuerwehrmänner fit für den Ernstfall. Diese waren aufgeteilt in 24 Übungen der Gesamtwehr sowie eine Sonderübung im September mit der DLRG Wasserrettung Zollernalb. Sie fand am Wasserfall statt. Zudem gab es eine Sonderübung mit dem DRK. Hier unterstützte die Feuerwehr Jungingen die Auszubildenden Notfallsanitäter bei einer Großübung auf dem Firmengelände der Firma Diebold. Zusätzlich war die Junginger Wehr Anfang April bei der Übung „Roter Heuberg“ aktiv. Weiter gab es zwei Übungen mit dem Löschzug Süd der Feuerwehr Hechingen – eine war in Jungingen und eine weitere in Bisingen.

Zum Thema Löschzug Süd gebe es nur Positives zu berichten, so der Kommandant. Er finde sich immer besser zusammen. Für das Jahr 2025 stehe noch eine Übung der Feuerwehr Bisingen „Wasserförderung Burg Hohenzollern“ an, an der sich die Junginger Wehr ebenfalls beteilige.

Bei Tagesverfügbarkeit gut aufgestellt

Auch zum derzeitigen Personalstand äußerte sich Kommandant Speidel. So gehören der Feuerwehr derzeit 20 aktive Feuerwehrleute an, davon fünf in Doppelmitgliedschaft. 13 Jugendliche versehen ihren Dienst in der Jugendfeuerwehr, der Altersabteilung gehören neun ehemalige aktive Feuerwehrkameraden an. Somit hat die Feuerwehr Jungingen eine Stärke von 51 Männern und Frauen jeglichen Alters. Bei der Tagesverfügbarkeit sei die Wehr derzeit noch gut aufgestellt – man müsse aber weiterhin aktiv Mitgliederwerbung betreiben. Daher sei die Jugendarbeit besonders wichtig. „Eine solche Jugendfeuerwehr zu haben, ist einfach nur spitze – wir sind stolz auf euch“, so der Kommandant.

In puncto Aus- und Fortbildung sei die Junginger Feuerwehr auf dem aktuellen Stand. Dazu soll es im Jahr 2025 Fortbildungen in den Bereichen Atemschutz, Maschinistenausbildung und Truppführer geben. Außerdem habe man Lehrgänge für Gruppenführer und Zugführer vorgemerkt. Darüber hinaus sollen Seminare des Kreisfeuerwehrverbandes besucht werden. Die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger übernimmt seit vergangenem Jahr Benjamin Funck.

Feuerwehrbedarfsplanung als kritischer Punkt

Doch bei der Hauptversammlung wurden auch kritische Töne angeschlagen: 2024 sei ein Jahr gewesen, das viele Spannungen mit sich brachte, erklärte Frank Speidel. Ein strittiger Punkt sei die Feuerwehrbedarfsplanung. Speidel betonte, dass der Grundgedanke der Feuerwehrbedarfsplanung sei, dass sich auf Basis der kommunalen Gefahrenpotenziale die erforderliche Leistungsfähigkeit der Feuerwehr ableite. Das wolle er dem Gemeinderat mit auf den Weg geben.

Simmendinger sichert Unterstützung zu

Zum Hintergrund: Die Mittel für einen Teil der Feuerwehrhelme sowie für ein Gerätewagen Transport (GWT) wurden gestrichen. Der bereits bewilligte Zuschuss für den GWT wurde sogar von der Kommune zurückgegeben. Bürgermeister Oliver Simmendinger ging ebenfalls auf das Thema Finanzen ein. So gebe es viele Wünsche in der Gemeinde – es gebe aber nur ein festgelegtes Budget. Die Feuerwehr könne sich der Unterstützung der Gemeinde sicher sein, auch wenn die Anschaffung eines GWT nicht geklappt habe.

Abschließend verkündete Frank Speidel noch die Termine für das Jahr 2025: So steht im Juli die Abnahme des Leistungsabzeichens und Geschicklichkeitsfahrens in Balingen an – und im September eine Landesverbandsversammlung im Zollernalbkreis.