Über die Ausgestaltung der Fassade und den endgültigen Zuschnitt des Treppenhauses ist noch nicht entschieden. Foto: Büro Hippmann Architekten

Mit der Freigabe der ersten Planungsrate nimmt der Neubau des Feuerwehrhauses in Haltingen Form an. Er soll nicht zu viel kosten, heißt es im Bauausschuss.

Die Wirtschaftlichkeit solle beim Bau im Vordergrund stehen, forderte Stadtrat Axel Schiffmann im Bau- und Umweltausschuss, wo über die Freigabe von Planungsmitteln in Höhe von 650 000 Euro debattiert wurde. Die Architekten sollten beim Material für die Fassade nicht zu wählerisch sein. Die Übersicht über die Fortschritte beim Bau und die entstehenden Kosten solle stets gewährleistet, das Kostencontrolling sichergestellt werden, so Schiffmann.

 

Einen zusätzlichen Projektsteuerer sollte man sich doch bitte sparen. Beim Bau der Feuerwache in Weil habe man damit schlechte Erfahrung gemacht.

Claudio Bergermann vom Stadtbauamt gab noch einmal einen Überblick über den Architektenwettbewerb, aus dem das vorgeschlagene Modell des Büros Hippmann Architekten aus Stuttgart als Sieger hervorgegangen war. 19 teils sehr namhafte Architekturbüros aus Nah und Fern hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Nun müsse der Gemeinderat über die Vergabe der Leistungsphasen I bis IV abstimmen.

Darin enthalten seien Planungsleistungen der Architekten ebenso wie jene von Fachplanern der Bereiche Tragwerks-, Elektro- sowie HLS-Planung (Heizung, Lüftung, Sanitär), die derzeit per öffentlichem Vergabeverfahren bestimmt würden. Diese würden voraussichtlich bis Januar 2026 feststehen. Die entsprechenden Arbeiten würden dann vom ersten bis zum dritten Quartal 2026 ausgeführt.

Wohl Mitte bis Ende des Jahres 2027 könne man ans Bauen denken, stellte Bergermann in Aussicht.

Das Büro Hippmann habe durch seine Funktionalität überzeugt, unterstrich Bürgermeister Lorenz Wehrle sein Vertrauen in den Wettbewerbssieger. Der Bau solle zwar auch schön sein, fügte er an, das sei aber nicht das Hauptkriterium.

Entwurf hat mit geringer Grundfläche überzeugt

Der Entwurf habe das Preisgericht durch seine sehr geringe Grundfläche und das geringe Volumen überzeugt, in dem es das geforderte Raumprogramm untergebracht habe, sagte Wehrle. Zudem füge sich der in der Ausschreibung geforderte Erweiterungsvorschlag in idealer Weise in das vorgegebene Grundstück ein.

Architektin Franziska Adams, welche das Büro Hippmann an diesem Abend im Rathaus Weil am Rhein vertrat, sicherte zu, die Wirtschaftlichkeit auch bei der weiteren Planung im Blick zu behalten.

„Wir sind zwar Architekten“, entgegnete sie auf Schiffmanns Mahnung hin, sich nicht bei der Fassadengestaltung zu verkünsteln. „Aber wir wissen: Flächen reduzieren spart das meisten Geld.“ In ihrem Büro sei man gewohnt, in solchen Größenordnungen zu planen, zerstreute sie Bedenken wegen Kostensteigerungen.

Details werden noch einmal in den Blick genommen

Adams hatte anfangs ausgeführt, welche Details am geplanten Feuerwehrhaus noch mal in den Blick genommen werden sollen. Dazu gehört das Erscheinungsbild und die Materialität der Fassade, welche die Architekten im Entwurf dunkel, mit verkohltem (karbonisierten) Holz verkleidet dargestellt haben. Dazu würden Alternativen erarbeitet.

Weiterhin werde über eine bessere Platzierung des Salzsilos sowie über die Größenverhältnisse von Treppenhaus, Foyer und angrenzendem Balkon nachgedacht, versprach Adams. Die von der Jury besonders gelobte Erweiterung des Feuerwehrhauses in Richtung Norden werde man konkreter ausgestalten.

Sie selbst und Marco Hippmann würden das Projekt vorwiegend betreuen, kündigte sie an.

Auf die zehn Millionen Euro, die Axel Schiffmann als Gesamtkosten für das Projekt als Zielmarke festgelegt wissen wollte, ließ sich Bergermann indessen nicht festnageln: „Wenn wir ehrlich sind, da sind wir schon drüber.“ Diese Zahl sei aber vonseiten der Stadt auch nie so genannt worden, merkte Wehrle in Richtung Schiffmann an.