Auf dieser kargen Fläche soll das neue Gerätehaus der Feuerwehr Unterbränd entstehen. Links im Hintergrund ist der Container zu erkennen, der aktuell als Provisorium genutzt wird. Foto: Schwarzwälder Bote

Feuerwehr: Massivbau statt Holzständerbauweise in Unterbränd / Bei allen Gewerken nun zehn Prozent teurer

Die Entstehung des neuen Feuerwehrgerätehauses in Unterbränd hatte man sich gewiss anders vorgestellt. Die Pläne waren ausgearbeitet, vom Gemeinderat abgesegnet, der tatkräftige Einsatz der Feuerwehr mit eingeplant. Es konnte losgehen, doch dann kam Corona.

Bräunlingen-Unterbränd. Die Feuerwehr begann schließlich im Herbst 2020 mit dem Abriss, eine externe Firma setzte das Vorhaben schlussendlich in diesem Jahr um. Und man plante bereits für den Start des Neubaus. Der war für den 1. Juli vorgesehen. Doch es kam wieder anders als geplant.

In den vergangenen Wochen steigerte sich der Holzpreis am Markt extrem. Mit der Folge, dass das Gerätehaus in anderer Art und Weise entstehen soll. Die Gemeinderäte haben sich dafür entschieden, von der geplanten Holzständerbauweise abzusehen und stattdessen das Projekt in Massivbauweise umzusetzen. Außerdem wurde das Projektvolumen angepasst: Von ursprünglich 400 000 Euro auf 440 000 Euro. So könne man das Gerätehaus noch 2021 umsetzen. Die entsprechenden Ausschreibungen der Rohbau- und Zimmererarbeiten werden aufgehoben und entsprechend der neuen Planung neu ausgeschrieben. Zudem will man nach weiteren Einsparmöglichkeiten suchen.

Holzbau um 49 Prozent teurer

"Im Vergleich zur ursprünglichen Kostenberechnung liegen wir bei allen Gewerken fast zehn Prozent darüber", erklärte Planer Bernd Sättele. Die steigenden Preise im Holzbereich sorgen dafür, dass sich der geplante Holzrahmenbau um 49 Prozent über der Kalkulation befinde. "Es ist momentan für einen Planer schwierig, die Preise zu prognostizieren", so Sättele weiter. An der Gebäudegröße habe sich nichts geändert. Allerdings würde man einiges wegfallen lassen. So etwa die Epoxid-Beschichtung in der Fahrzeughalle, sowie die Dämmung der Bodenplatte. Das werde man nun lediglich im Sozialbereich machen. "Außen wird man jedoch keinen Unterschied sehen."

Wäre es nicht möglich, die Ausschreibung einfach zu verschieben? "Ich sehe keine Anzeichen dafür, dass die Kosten schnell runter gehen", erklärte Sättele. "Die Handwerker sagen, dass es mit den steigenden Preisen in diesem Jahr noch kein Ende haben wird", erläuterte auch Stadtbaumeister Volker Dengler. Zudem betonte Unterbränds Abteilungskommandant Michael Becker die Dringlichkeit des Baus: "Es ist wichtig, dass wir das Haus schnell umsetzen können." Das Provisorium sei in Ordnung, aber der nächste Winter komme. Und das neue Fahrzeug müsse in das neue Gerätehaus: "Im Provisorium war zuvor Salz gelagert. Ein neues Auto dort reinstellen? Keine gute Idee", so Becker. Zudem seien bei den Funkgeräten einige Akkus durch die Kälte im Winter kaputt gegangen. Das neue Löschfahrzeug wird einen Wassertank besitzen und darf deshalb auch nicht im Freien abgestellt werden.

"Es ist eine schwierige Situation. Das Provisorium geht natürlich, aber wenn Planer und Stadtbaumeister sagen, dass wir jetzt umsetzen sollten, dann ist es sicherer, das auch zu machen", sagte Unterbränds Ortsvorsteher Winfried Klötzer. "Ich habe auch keine Glaskugel, aber die Experten sagen: Jetzt den Schritt im Massivbau gehen."

Dem Vorgehen stimmte auch der Großteil der Räte zu: "Ich glaube nicht, dass es vor Herbst billiger wird. Umso länger wir warten, desto teurer wird es", so CDU-Stadtrat Thomas Held. So sah es auch sein Fraktionskollege Oliver Mahler: "Der Zustand ist nicht haltbar. Zudem haben wir in Mistelbrunn ein Löschwasserproblem." Ein Umstand, der schon in früheren Jahren bei der Unterbränder Wehr anklang.

"Wir müssen entscheiden, ob wir den Bau jetzt angehen, oder ihn schieben. Ich plädiere dafür, es jetzt zu machen. Worauf warten? Es kann auch weiter ins Negative treffen", so Berthold Geyer, Fraktionssprecher der Gruppe 84. Man müsse bezüglich der Preise auch berücksichtigen, dass in der Umgebung größere Projekte umgesetzt werden, die weiter Auswirkungen haben könnten. "Es ist unumstritten, dass wir schnell bauen sollten. Ich weiß nur nicht, ob wir uns etwas Gutes tun, wenn wir schnell die Bauweise ändern", so FDP-Fraktionssprecher Armin Ewald. "Ich bin hin- und hergerissen. Was brennt an, wenn wir jetzt verschieben?" Ewald habe Bedenken, würde aber sagen: "Gehen wir es an." Und was würde die Massivbauweise bedeuten? "Alle Wände wären gemauert", so Sättele. Er habe mit den Rohbaufirmen bereits gesprochen: "Die Firmen wären parat." Es wäre dann so, dass man die Ausschreibung aufheben und in die freie Vergabe gehen würde. "Das ließe sich kurzfristig abwickeln", sagte Sättele.

Das neue Gerätehaus soll ausreichend Platz bieten. Das alte, bereits abgerissene Gebäude besaß eine Grundfläche von 75 Quadratmetern, das neue wird schließlich 178 Quadratmeter aufweisen. Zudem wird es eine separate Umkleide, ein Büro, Toiletten und eine Dusche geben. Eine Bühne soll weiteren Platz bieten.

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