Schon wieder hat es bei der Firma Mielnik nahe Rottweil-Altstadt gebrannt. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften musste ausrücken. Am Tag nach dem Brand stehen Fragen im Raum, wie es dazu kommen konnte.
Eine schwarze Rauchwolke, brennende Metallspäne, 66 Feuerwehrkräfte, 13 Fahrzeuge, Rettungsdienst, Polizei – ein Brand bei der Firma Mielnik am Standort Oswald-Klein-Straße sorgte am Montagabend für Aufruhr. Wir sprechen am Tag danach mit der Feuerwehr, der Polizei und dem Firmeninhaber. Wie konnte es dazu kommen? Zumal es schon der dritte Einsatz bei dem Schrott- und Recyclingunternehmen binnen kurzer Zeit ist.
Mindestens zwei Löschzüge nötig
Schon bei der Anfahrt wurde den Feuerwehrkräften angesichts der aufsteigenden, dicken schwarzen Rauchwolke klar: Das Alarmstichwort B2 – es entspricht laut Stadtbrandmeister Frank Müller etwa einem Pkw-Brand – reicht hier nicht aus.
Zunächst musste sich die Feuerwehr Zugang zum Firmengelände verschaffen. Angesichts des offenen Feuers auf einem Haufen von Metallspänen erhöhte sie das Alarmstichwort dann auf B4, wie bei einem Keller- oder Dachstuhlbrand. „Uns war klar, dass man mindestens zwei Löschzüge benötigen wird, um diesen Brand zu löschen“, erzählt uns Frank Müller am Tag nach dem Brand.
Die Polizei informierte die Geschäftsführer, die vor Ort die Löscharbeiten mitverfolgten. Parallel veranlasste die Feuerwehr eine Warnung an die Bevölkerung. „Gerade an den milden Sommerabenden wird abends ja gerne durchgelüftet. Und uns war da noch unklar, woraus der Rauch besteht“, erklärt Frank Müller und meint damit etwaige Giftstoffe. Daher habe man dazu aufgerufen, Türen und Fenster geschlossen zu halten.
Herausforderung Löschwasserversorgung
Eine Herausforderung habe die Bereitstellung von Löschwasser dargestellt. Denn der erste Unterflur-Hydrant, auf den die Abteilung Rottweil-Altstadt gleich nach dem Eintreffen zurückgegriffen hatte, könne keinen ganzen Löschzug versorgen, so Müller. Daher habe man eine zusätzliche Löschwasserverbindung zum Hydranten in der Römerstraße hergestellt.
Die Löscharbeiten erfolgten dann zeitweise über drei Strahlrohre der Feuerwehr und über die Drehleiter mit Mengen von 1500 bis 2000 Litern Wasser pro Minute. Mithilfe eines Greifbaggers der Firma Mielnik wurde der Haufen an Metallspänen auseinandergezogen, so dass die Glutnester gelöscht werden konnten, berichtet Frank Müller weiter.
Viel Erfahrung mit Metallbränden habe die Rottweiler Feuerwehr nicht, sagt Müller. Die Löscharbeiten mit Wasser seien glücklicherweise sehr effektiv gewesen.
Weitere Möglichkeiten im Hinterkopf
Zur Sicherheit hatte die Feuerwehr aber noch die Kameraden aus Villingen-Schwenningen mit ihrem Abrollbehälter mit Sonderlöschmittel, der unter anderem Metallbrandpulver enthält, nachalarmiert. So wollte man auf der sicheren Seite sein, falls das Feuer auf weitere Bereiche übergegriffen hätte, erklärt Müller.
Ein weiterer Notfallplan im Hinterkopf war, die Firma Mahle zu kontaktieren, so der Stadtbrandmeister. Diese verfüge über fahrbare 50-Kilogramm-Metallbrand-Pulverlöscher. Das war aber letztlich nicht notwendig.
Nach rund zwei Stunden konnte der Einsatz beendet werden. Das DRK hatte zwischendurch Getränke für die schwitzenden Einsatzkräfte gebracht.
Brandursache gibt Rätsel auf
Rätsel wirft indes die Frage auf, wie sich die Metallspäne entzünden konnten. „Ohne Zündenergie brennt so ein Haufen nicht“, meint Stadtbrandmeister Müller.
Das bestätigen auch die Firmen-Eigentümer, wie wir von der Polizei erfahren. „Die Brandursache ist bislang nach wie vor unklar, eine Selbstentzündung wurd aber seitens der betroffenen Firma ausgeschlossen“, heißt es da am Tag nach dem Brand. „Ob noch Ermittlungen erfolgen, muss noch abschließend mit der Staatsanwaltschaft geklärt werden.“
Drei Einsätze in weniger als zwei Monaten
Ein ähnliches Szenario hatte sich den Feuerwehrkräften im Juli geboten. Da war ein Papiercontainer bei der Firma Mielnik aus noch unklaren Gründen in Flammen aufgegangen. Und das Feuer hatte auch eine Gebäudefassade in Mitleidenschaft gezogen. Das entsprechende Gebäude wurde mittlerweile abgerissen.
Und erst in der letzten August-Woche musste die Feuerwehr abermals zu Mielnik ausrücken – diesmal in die Rheinwaldstraße – wegen des Brandes einer Schrottpresse. „Diese Häufung der Einsätze innerhalb kurzer Zeit ist schon ungewöhnlich“, sagt Frank Müller.
Immerhin: „Laut dem Eigentümer der Firma ist kein Schaden entstanden“, teilt die Polizei auf Nachfrage unserer Redaktion mit.