Die 21-jährige Jasmin Caduff ist die erste und einzige Fahrmaschinistin bei der Feuerwehr Rottweil. Foto: Siegmeier

Jasmin Caduff hat bei der Feuerwehr Rottweil die Ausbildung zur Maschinistin absolviert. Wie sie zu dazu gekommen ist und was besonders schwierig war? Wir haben nachgefragt.

„Wasser marsch“, ruft Jasmin Caduff. Und schon „spuckt“ der Wasserwerfer auf dem Dach des Tanklöschfahrzeugs (TLF) mal kurz 5000 Liter Wasser aus. „Für einen schnellen Löschangriff ist das prima“, sagt die 21-Jährige.

 

Doch nach spätestens fünf Minuten ist der Wassertank des TLFs leer. „Bis dahin muss dann die Schlauchleitung aufgebaut sein, um dem Feuer Herr zu werden“, erklärt sie weiter.

Nicht nur mit dem Fahrzeug, sondern auch mit dem Prozedere kennt sie sich bestens aus. Als Maschinistin – übrigens die erste und einzige Fahrmaschinistin bei der Feuerwehr Rottweil – ist sie im Einsatz immer vorne mit dabei.

Nach weiteren Schulungen wird künftig die Drehleiter ebenso gefahren und bedient, wie die Hubarbeitsbühne, oder eines der großen Tanklöschfahrzeuge. „Es macht total Spaß mit den großen Autos zu fahren“, schwärmt sie mit strahlenden Augen.

Ein Mitglied der Blaulichtfamilie

Auch das technische Verständnis, das man benötigt, um die Pumpen zu bedienen, oder die Wasserversorgung zu berechnen, hat sie. „Man muss aber nichts allein entscheiden. Man ist immer zu zweit“, weiß sie auch die Zusammenarbeit und Kameradschaft bei der Feuerwehr zu schätzen.

Die Feuerwehr ist Jasmin Caduff durch ihren Papa Volkmar, Abteilungskommandant der Einsatzabteilung Rottweil, seit Kindesbeinen bestens vertraut. Dennoch habe man sie im Alter von zwölf Jahren überreden müssen, bei der Jugendfeuerwehr einzusteigen, gibt sie zu.

Aber sie blieb dabei. Mittlerweile ist sie im wahrsten Sinne Feuer und Flamme für die Feuerwehr. Doch ein Mitglied der Blaulichtfamilie reichte Jasmin Caduff offenbar nicht aus, sie absolvierte ihr Freiwilliges Soziales Jahr beim Rettungsdienst des DRK und arbeitete dann ein Jahr lang als Rettungssanitäterin in der Rettungswache Oberndorf.

Anästhesietechnischen Assistentin

Eigentlich wollte sie beim DRK auch ihre Ausbildung absolvieren. Doch das klappte nicht und sie entschied sich für die Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin. Nächstes Jahr hat sie Prüfung. So geht es oft aus dem OP nach Feierabend direkt in die Feuerwache. Sei es, um für die Einsätze zu trainieren, oder sich mit den Kameraden auszutauschen.

Auch wenn sie eine ganze Menge lernen muss für die Einsätze mit der topmodernen Drehleiter, die vielerlei Finessen und Möglichkeiten bietet, oder für den Umgang mit der Hubarbeitsbühne, freut sie sich auf jeden Trainingsdienst.

„Ich find’s klasse, wenn man seine Lernerfolge einsetzen kann“, sagt sie. Im Einsatz ist sie mit den großen Fahrzeugen aber noch nicht gefahren. „Die erarbeitet man sich Stück für Stück“, sagt sie.

Ein hoher Anspruch

Man müsse nicht nur wissen, wie was funktioniert, sondern auch, auf welchem Fahrzeug welche Gerätschaften zu finden sind, wie man die Drehleiter richtig einweist, wie und wo man sie abstützen, oder wo man hinfahren darf. Ein hoher Anspruch also.

Und bis das alles sitzt, braucht es Zeit. Der Austausch und die Abstimmung erfolgt immer mit dem Gruppenführer. Dass sie bei ihrer Aufgabe durchaus an ihre Grenzen kommt, das mache ihr nichts aus, sagt sie und wertet das als „wichtige Erfahrung“.

Tag der offenen Tür

Dass die Frauenquote bei der Feuerwehr noch immer recht gering ist, das bedauere sie, freut sich aber, dass doch immer wieder neue Kameradinnen dazu kommen. So zählt die Kernstadtwehr mit insgesamt 90 Leuten, elf Frauen.

Wer sich für die Feuerwehr interessiert und die Arbeit kennenlernen möchte, der kann sich am Sonntag, 25. Mai von 11 bis 18 Uhr beim „Tag der offenen Tür“ in der Feuerwache Rottweil umschauen, an Führungen teilnehmen und sich Vorführungen zu unterschiedlichen Themen anschauen. Auch für Verpflegung ist bestens gesorgt.