Auf der Gechinger Hauptversammlung wurde Gemeinschaft und Vertrauen groß geschrieben. Das zeigt sich mitunter in der einstimmigen Wahl des stellvertretenden Kommandanten.
Im Rahmen einer sehr gut besuchten Hauptversammlung konnten der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gechingen, Alexander Erben, sowie seine Führungsmitglieder in den Bereichen Jugendarbeit, Schriftführer und Schatzmeister eine durch die Bank positive Bilanz vorstellen.
Dennoch war Erben weit davon entfernt, alles in „rosaroter Ausführung“ vorzustellen. Die überbordende Bürokratie, Kritik am Landratsamt – „ich hoffe, dass die Hesse-Bahn bald fährt, damit das Landratsamt sich wieder anderen Themen zuwenden kann“ – bis Nichteinhaltung von Lieferterminen und die Problematik Feuerwehrmagazin zeigte einmal mehr auf, wie in Deutschland der Schuh zwischen Theorie und Praxis drückt.
Mehr Brandeinsätze
„Unsere Einsätze haben sich auf Vorjahresniveau bewegt aber mit dem Unterschied, dass wir im letzten Jahr zu mehr Brandeinsätzen gerufen wurden“, berichtete Erben von 29 Einsätzen darunter 14 Brandalarmierungen. Unter denen hätten auch Überlandhilfen in Ostelsheim und Aidlingen zu Buche geschlagen.
„Wir sind mit 46 Aktiven gut aufgestellt, beim Nachwuchs haben wir 13 Jugendliche, dazu 14 Mitglieder in der Alterswehr, zwei Ehrenkommandanten und 20 Ehrenmitglieder“, stellte der Kommandant die Personalsituation zum neuen Jahr vor.
Besonders zuversichtlich stimmt ihn der Umstand, dass fast die Hälfte der Aktiven unter 30 Jahre alt ist. „Wir nähern uns der 50-Aktiven-Marke“, begrüßte Alexander Erben mit Lina Koch, Laura Dietrich und Silas Bär drei Neuzugänge aus der eigenen Jugend.
Für viele Jahre im Dienst geehrt
Auf ihrem weiteren Weg durften sie die Beförderungen von Jan Allig, Fabian Folsche, Ruben Heinzelmann, Felix Schwarz – die drei letztgenannten alle zu Hauptfeuerwehrmänner – Manuel Müller (Löschmeister) und Matthias Bräuhauser (Oberbrandmeister) zum Vorbild nehmen.
Direkt anschließend erfolgte die Ehrung von Ruben Heinzelmann und Heiko Schwarz (Feuerwehrehrenzeichen in Bronze für 15 Jahre) und in Gold für 40 Jahre von Norbert Müller und Wolfgang Noller.
Jüngere Jugendfeuerwehr
Personelle Veränderungen gab es unter anderem bei der Jugendleitung, wo Marcel Müller nach acht Jahren die Aufgabe an Marcel Foghel weitergegeben hat.
Müller blickte in seinen Ausführungen auf ein ereignisreiches Jahr von Erste Hilfe über Aktion Saubere Landschaft und Spielstraße beim Maibaumstellen zurück, und berichtete, dass die Jugendfeuerwehr mit der Herabsetzung der Altersgrenze deutlich jünger geworden wäre und versprach, dass er seinem Nachfolger als Betreuer erhalten bleiben würde.
Bunt und hoch unterhaltsam stellte Heiko Eßlinger das Zahlenwerk der Kasse vor, der unter dem Strich fast eine Punktlandung gelang. „Wir hatten das mit Entnahmen aus unseren Rücklagen geplant, und werden das für 2026 in Höhe von 2750 Euro nochmals fortsetzen“, stellte der Kassier seinen Haushalt für das neue Jahr vor.
Wenig Text und Zahlen, dafür viel Bildmaterial hatte Lisa Eßlinger mitgebracht. „Ich glaube die Videopräsentation vermittelt viel mehr von dem Geschehen, unseren Leistungen und der Kameradschaft als große Reden“, so die Schriftführerin.
Gemeinschaft und Vertrauen
Dass die Wehr als Gemeinschaft stimmt, zeigte die Wahl von Martin Wittel. Der Stellvertreter von Alexander Erben bekam in geheimer Abstimmung mit 41 Ja-Stimmen einen hundertprozentigen Vertrauensbeweis.
Zu den ersten Gratulanten zählte Bürgermeister Jens Häußler, der seiner Gemeinde eine „erstklassige Feuerwehr“ bescheinigte. „Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis leidenschaftlicher Arbeit von vielen engagierten Mitgliedern und das nicht nur heute“, hob der scheidende Gemeinde-Chef auch dessen Vorgänger Norbert Müller und Reinhold Gehring hervor.
Immer eine vertrauensvolle Zusammenarbeit
Häußler freute sich, dass er in seiner 31-jährigen Amtszeit mit den Kommandanten Karl Bräuhauser über Jürgen Eßlinger bis Alexander Erben immer auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bauen konnte. „Mir ist es heute ganz wichtig, mich bei allen Feuerwehrleuten für ihr vorbildliches Engagement zu bedanken“, schloss der Bürgermeister.
Glückwünsche zu den Beförderungen und Ehrungen, aber auch zum Leistungsstand hatte Markus Fritsch mitgebracht. Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands zeigte sich zum einen von dem Umstand beeindruckt, dass die Gäugemeinde eine sehr junge Wehr besitzt, zum anderen hatte es ihm die Berichtsform per Videobotschaft von Lisa Eßlinger angetan.
In seinen Ausführungen ging Fritsch unter anderem auf die in Arbeit befindliche Feuerwehrsatzung, auf die Anhebung der Altersgrenze auf 67 Jahre und das 75-jährige Jubiläum des Kreisfeuerwehrverbandes Calw ein.
Mit einem deutlichen Kontrast zu den „standesgemäßen“ Grußworten meldete sich Bettina Schmötter im Namen der Gechinger Vereine zu Wort.
Die zweite Vorsitzende des Gechinger Liederkranz punktete mit einem „etwas anderen Blick auf die Feuerwehr“ und dem Fazit: „Ihr seid eine liebenswerte Truppe, hier geht es nicht um Geld sondern um die Gemeinschaft, ich fasse es nicht, wenn Helfer wie ihr in den Einsätzen angegangen werden.“