Vor der Abstimmung über den Rücktritt des Feuerwehrkommandanten im Gemeinderat Efringen-Kirchen rechtfertigte sich Carolin Holzmüller in einem kurzen Statement.
Die Kritik an ihrer Stellungnahme, die sie Mitte April zu den Vorfällen bei der Gesamtversammlung der Feuerwehr Efringen-Kirchen auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat, sei ihr bewusst, sagte die Bürgermeisterin am Montag im Gemeinderat.
Zur Abstimmung stand dort der Beschlussvorschlag zur Abberufung des Feuerwehrkommandanten Philipp Haberstroh.
Vier von fünf Ratsfraktionen hatten zuvor Kritik an Holzmüllers Amtsführung vorgetragen. Die Grünen hatten ihrerseits erklärt, den Beschluss mittragen zu wollen.
Sie habe sorgsam abgewägt, ob sie diesen Schritt gehen solle, führte Holzmüller nun in Bezug auf ihre Stellungnahme aus.
Kontinuierliche Fortbildung mit Führungscoach
Zusammen mit ihrem Führungscoach, dessen Dienste sie seit einiger Zeit in Art einer „kontinuierlichen Fortbildung“ wahrnehme, habe sie beschlossen, diesen Schritt zu gehen.
Ausschlaggebend sei letztlich gewesen, dass sich niemand vom Gemeinderat oder feuerwehröffentlich infolge der Vorfälle bei der Gesamtversammlung von Haberstroh distanziert habe.
Reaktion auf Angriff in der Öffentlichkeit
Dort hatte Haberstroh die Bürgermeisterin öffentlich angegriffen.
Unter anderem hatte er gesagt: „Es bereite mir fast schon körperliche Schmerzen, das zuzugeben, aber ohne den Anstoß von Frau Holzmüller wäre das Standortkonzept, der Bedarfsplan und der Architektenwettbewerb nicht so schnell initiiert worden, und ich bin überzeugt, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind“, hatte er unter anderem gesagt und ihr Streitsuche vorgeworfen.
Ihre Tränen bei der Generalversammlung hätten das Ausmaß der Verzweiflung und die Folgen der systematischen persönlichen Angriffe sowie der gezielten Zermürbung durch den Gesamtkommandanten gezeigt, hatte Holzmüller in ihrer Stellungnahme erläutert.
Holzmüller wünscht sich weitere Gespräche
Nun gelte es zu klären, wie es weitergehen soll, blickte Holzmüller auf Gespräche, die sie im Anschluss an diese Sitzung mit den Verantwortlichen führen wolle, voraus.
Sie könne sich gut vorstellen, angesichts der großen Projekte, die anstehen, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen, erklärte die Bürgermeisterin.
Den ihr gegenüber geäußerten Vorwurf, sie betreibe eine „One-Woman-Show“, wies sie zurück. „Ich bin eine Person in einem öffentlichen Amt und habe dies bewusst so gewählt“, sagte sie.
„Keine ,One-Woman-Show’“
Deshalb trete sie auch mit Dingen an die Öffentlichkeit, die ihr von Fachämtern zugetragen worden seien. „Das bedeutet aber nicht, dass ich alles allein mache“, betonte sie. Vielmehr stelle sie sich vor die Mitarbeiter, auch wenn diesen einmal ein Fehler unterlaufen sei.
Im Übrigen sei sie zu klärenden Gesprächen – wenn auch nicht in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung – bereit.