Durch die Atemschutzträger naht Rettung für die verbleibenden Mitarbeiter im lebensgefährlichen Rauch . Foto: Fahrland

Die Einsatzabteilung der Feuerwehr Boll bekommt bei ihrer Hauptübung viel Lob und genießt dabei starken Rückhalt durch Angehörige und die Bevölkerung.

Vor einer überwältigenden Zuschauerkulisse bei strahlendem Sonnenschein stellte sich die Boller Einsatzabteilung der Feuerwehr den Herausforderungen ihrer Hauptübung im Industriegebiet Härle. Sie erntete viel Lob für ihr effizientes, besonnenes Handeln bei der Personensuche, Menschenrettung und Wasserversorgung über große Strecken.

 

Simuliert wurde ein Industriebrand in einer Lagerhalle der Paul Bippus GmbH, was von der Verwaltungsspitze des Rathauses, Führungskräften der Feuerwehr Oberndorf, Ehrengästen und Einwohnern interessiert verfolgt wurde.

Jugendfeuerwehr demonstriert ihr Können

Abteilungskommandant Dietmar Arnold, erklärte die Ausgangslage und den Übungsverlauf. Ein Gabelstapler begann im Betrieb aufgrund eines technischen Defekts zu brennen, wobei das Feuer auf Papp- und Kunststoffverpackungen sowie Holzpaletten übergriff. Ein Palettenstapel stürzte um, verletzte den Staplerfahrer am Steuer und begrub den zweiten Mitarbeiter.

Beide konnten sich nicht mehr ins Freie retten und blieben verletzt liegen. Entdeckt wurde der Brand aufgrund der starken Rauchentwicklung. Nach dem Notruf der Firma wurde die Abteilung über die Leitstelle Rottweil alarmiert und Sirenenalarm ausgelöst.

Die ersten Einsatzkräfte erreichten die Brandstelle mit dem Boller Löschfahrzeug LF 8/6, gefolgt vom MTW mit der Boller Jugendfeuerwehr. Der Gruppenführer erhielt erste Informationen von Julian Bippus, nahm die Erkundung vor und teilte die Einsatzkräfte ein, die zügig den Löschangriff vorbereiteten.

Wasserversorgung über mehrere hundert Meter

Da das Hallentor aufgrund des Stromausfalls streikte, musste ein anderer Zugang gefunden werden, um es manuell von innen zu öffnen. Während Atemschutzträger einen Innenangriff starteten und das verrauchte Gebäude erfolgreich nach den vermissten Arbeitern absuchte, waren weitere Einsatzkräfte mit dem Schlauchanhänger am eingetroffen.

Beim Aufbau der zweiten Wasserversorgung über eine Strecke von mehreren hundert Metern war die Besatzung enorm gefordert, da sich der Überflurhydrant an der Überlandleitung im Außenbereich beim Wasserreservoir befindet. Auch diese Aufgabe wurde glänzend gemeistert.

Nach der Rettung der Verletzten demonstrierte die Jugendfeuerwehr mit dem Aufbau einer Riegelstellung zwischen den Werksgebäuden stolz ihr Können.

Gut auf verschiedeneSzenarien vorbereitet

Bei der Nachbesprechung brachten alle Redner hohe Wertschätzung für den Ausbildungsstand und die ganzjährige ehrenamtliche Einsatzbereitschaft zum Ausdruck. „Eine größere Kubatur und Gefahrstoffe bei einem Industriebrand erfordern eine andere Einsatztaktik als ein Wohnungsbrand. Im Ernstfall wäre auch die Oberndorfer Wehr mit der Drehleiter alarmiert worden“, erläuterte Bernd Schmid, stellvertretender Abteilungskommandant. Die Gruppenführer hätten Menschen und Material bestmöglich eingesetzt.

Bürgermeister Matthias Winter lobte, alle Abteilungen seien durch regelmäßige Übungsdienste gut auf die verschiedensten Szenarien vorbereitet. Er bat den Nachwuchs, der sichtbar Spaß habe, um Werbung für die Jugendfeuerwehr. „Euer Tun bleibt der Bevölkerung nicht verborgen“, stellte Ortsvorsteher Wolfgang Schittenhelm fest.